An seinen Average aus dem Achtelfinale gegen Nathan Aspinall, als "The Nuke" mit 113,68 den zweihöchsten der Turniergeschichte spielte, kam Littler zwar nicht heran, mit 109,57 bestätigte er aber erneut seine Topform. Rock kann sich wenig vorwerfen: Mit 100,59 und 33,33 Prozent auf die Doppel würde der Nordire die meisten anderen Matches wohl gewinnen. Da Littler aber auch 57,14 Prozent seiner Doppel traf, gab es für den Vorjahres-Halbfinalisten keine Chance, Schwächen auszunutzen.
Zum Match-Center: Luke Littler vs. Josh Rock
Littler erwischte jedoch keinen guten Start, ließ gleich mehrfach auf die Doppel aus und erlaubt Rock so das Break, holte es sich aber umgehend zurück. Lange blieb es eng. Auch als Littler erstmals eine Break-Führung erspielte, kam Rock – nach erneuten Doppelproblemen Littlers – zurück.
Es sollte sich weiter durch das Match ziehen, dass "Rocky" nur dann Legs gewinnen konnte, wenn Littler ihn ließ. Aus eigener Kraft gelang es dem Nordiren zu selten. Beim Stand von 5:5 startete der Weltmeister schließlich einen Lauf von sieben Legs am Stück und sorgte mit dem 12:5 für die Vorentscheidung. Rock konnte zwar nochmal den Fuß in die Tür bekommen, doch ein Comeback war nicht mehr möglich. Schließlich breakte Littler erneut zum 15:7.

Für Littler ist es der nächste Schritt in Richtung des nächsten Major-Titels. Der Engländer gewann bisher alle fünf Majors des Jahres 2026 und arbeitet weiter daran, alle Majors eines Jahres zu gewinnen. Zuletzt gelang dieses Kunststück Phil Taylor im Jahr 2002, als es nur vier Major-Turniere gab. Michael van Gerwen gewann 2016 einst neun Majors in einem Jahr, insgesamt gab es zwölf. Taylor kam bestenfalls auf acht in einem Jahr (2008, 2009, 2013).
Van Duijvenbode erstmals im Halbfinale
Zum ersten Mal in seiner Karriere steht Dirk van Duijvenbode im Halbfinale des World Matchplays. Der Niederländer, der im Achtelfinale bereits Landsmann Michael van Gerwen aus dem Turnier geworfen hatte, besiegte im Viertelfinale den World-Matchplay-Sieger von 2018, Gary Anderson, mit 16:13. Zuvor war das Viertelfinale 2022 die beste Leistung in den Winter Gardens.
Zum Match-Center: Dirk van Duijvenbode vs. Gary Anderson
Beide Spieler überzeugten auf ganzer Linie. Van Duijvenbodes Average von 101,49 stand 101,32 seitens Anderson gegenüber. Der Schotte war in der Doppelquote (46,43 % vs. 37,21 %) zwar deutlich besser als sein Gegner, doch das Timing fehlte immer wieder. Er nutzte seine Chance zwar besser, bekam von diesen aber ganze 15 weniger (28 vs. 43) als van Duijvenbode.
So konnte sich der Niederländer früh einen komfortablen Vorsprung erspielen. Ein erstes Break zum 2:0 kann er nicht bestätigen, anschließend aber weitere Breaks zum 3:1 und 6:2 einfahren – beide nach gleichem Schema: Anderson verpasste die Doppel, van Duijvenbode bestrafte dies sofort. Als der "Titan" dann einmal auslässt, konnte sich der Schotte das 5:8 zurückbreaken.

Doch eine Aufholjagd ließ vorerst auf sich warten. Der Niederländer blieb der spielbestimmende Spieler und gewann nach dem 8:6 sechs Legs am Stück und sicherte sich dabei drei Breaks. Nach dem Sieg greifend brach van Duijvenbode jedoch etwas das Scoring weg, Anderson wurde besser und erlaubt seinem Gegner kaum mehr Würfe auf die Doppel. Der "Flying Scotsman" kam mit zwei Rebreaks bis auf 13:15 heran, konnte das Comeback aber nicht vollenden.
