"Ich war zweimal mit der Fanghand drauf. Ich weiß nicht, wie lange ich die Scheibe festhalten soll", sagte Grubauer dem SID, "es ist bitter, dass so eine Situation uns das Spiel kostet. Es ist fragwürdig, dass sie das Tor haben zählen lassen." Zudem war der 34-Jährige überrascht, dass Bundestrainer Harold Kreis nicht den Videobeweis forderte: "Ich weiß nicht, warum wir nicht gechallenged haben."
Deutschland braucht dringend Siege
Kreis begründete seinen Verzicht auf die "Coach's Challenge" mit einer Auskunft der Referees. "Der Schiedsrichter hat gesagt, für so eine Aktion gibt es keine Challenge", erläuterte der Bundestrainer. In der Tat ist der Fall, dass ein Torhüter die Scheibe mit der Fanghand blockiert, sie aber vom Gegenspieler frei geschlagen wird, bevor der Unparteiische abpfeift, im Regelbuch und den Erläuterungen des Weltverbands IIHF nicht explizit aufgeführt, doch Kreis hätte auf Torhüterbehinderung plädieren können.
Allerdings war die Szene aus den verschiedenen TV-Kameraperspektiven nicht eindeutig zu erkennen. "Die Entscheidung, nicht zu challengen, war absolut richtig", erklärte DEB-Sportvorstand Christian Künast am nächsten Morgen: "Anhand der Bilder, die zur Verfügung stehen, hätte man die Entscheidung nicht klar widerlegen können." Das habe ihm der Oberschiedsrichter der IIHF bestätigt. Mit einer erfolglosen "Challenge" hätte Kreis eine Strafzeit gegen sein Team riskiert, die fünf Minuten vor Schluss der regulären Spielzeit den Punktgewinn noch in Gefahr gebracht hätte.
So verlor zwar die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) auch ihr viertes Spiel bei der WM in der Schweiz, wahrte mit dem ersten Punkt aber die Chance auf das Viertelfinale. Mit drei Siegen aus den letzten Vorrundenspielen am Freitag (16.20 Uhr) gegen Ungarn, am Samstag gegen Österreich und am Montag (beide 20.20 Uhr/alle ProSieben und MagentaTV) gegen Aufsteiger Großbritannien könnte sie die K.o.-Runde doch noch erreichen - bei etwas Schützenhilfe.
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