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Ex-Gunner Gilberto Silva zu Arsenals Titelchancen: "PL-Sieg nimmt dem Verein den Druck"

Ex-Gunner Gilberto Silva zu Arsenals Titelchancen: "PL-Sieg nimmt dem Verein den Druck"
Ex-Gunner Gilberto Silva zu Arsenals Titelchancen: "PL-Sieg nimmt dem Verein den Druck"Profimedia

Als Teil der sagenumwobenen "Invincibles" war Gilberto Silva dabei, als der FC Arsenal im Jahr 2004 zum letzten Mal die englische Meisterschaft geholt hat. Unter Trainer Arsene Wenger war der Brasilianer gesetzt, zusätzlich wurde er zwei Jahre vorher mit Brasilien Weltmeister. Flashscore hat mit dem 46-Jährigen über die diesjährigen Titelchancen seines Ex-Klubs, die Arbeit von Trainer Mikel Arteta und die Bedeutung der englischen Meisterschaft gesprochen.

Mit fünf Punkten Vorsprung auf Manchester City und einem Spiel in der Hinterhand führt der FC Arsenal momentan die Tabelle der englischen Premier League an. Nach vielen Jahren der sportlichen Talfahrt sind die Gunners in dieser Saison auf dem Weg, endlich wieder an alte Glanzzeiten anzuknüpfen. An diese Jahre kann sich Gilberto Silva nur allzu gut erinnern: Nachdem er 2002 mit Brasilien die Weltmeisterschaft in Südkorea und Japan gewonnen hatte, machte der damals 26-Jährige einen der größten Schritte seiner erfolgreichen Karriere, verließ Atletico Mineiro und wechselte für 4,5 Millionen Pfund zu Arsene Wengers Arsenal.

Damals wurde ihm das Trikot mit der Nummer sechs angeboten, was er aus Respekt vor der Klublegende Tony Adams ablehnte. Ein erster Vorbote dafür, dass er diesen Respekt sehr schnell vom Publikum und vom Trainer zurückerhalten sollte. Bei Arsenal gewann er als Stammspieler von 2002 bis 2008 zwei FA Cups, zwei Community Shields und natürlich den Titel, den die Fans nach langer Abwesenheit so sehr herbeisehnten: die Premier League. Silva spricht mit der Erfahrung eines Mannes, der Geschichte geschrieben hat und die volle Wertschätzung des Arsenal-Publikums genießt - in seiner Zeit in Highbury hatte er sich sogar den Spitznamen "Invisible Wall" (dt.: "unsichtbare Wand") verdient.

Gilberto Silva verbrachte die erfolgreichste Zeit seiner Vereinskarriere beim FC Arsenal.
Gilberto Silva verbrachte die erfolgreichste Zeit seiner Vereinskarriere beim FC Arsenal.Profimedia

"Arsenal macht nach vielen Schwierigkeiten einen guten Job. Der Verein hat jetzt eine konstante Mannschaft, die im Laufe der Zeit geformt wurde und auf junge Spieler und die gute Arbeit des Trainers setzt", so Silva im Exklusiv-Interview. "Arteta selbst hat bei seiner Ankunft einige Zweifel geäußert, aber seine kontinuierliche Arbeit kann nur gelingen, weil er die Unterstützung der Vereinsführung und des CEO hat. Es nützt nichts, ihn einzustellen, ohne ihm die nötige Zeit und Unterstützung zu geben."

Der ehemalige Spieler, der heute in Portugal lebt, hob die Widerstandsfähigkeit des Trainers hervor, da Änderungen an der Philosophie eines englischen Vereins immer schwierig sind. Der Spanier blieb hartnäckig und das zahlte sich aus: "Trotz der Schwierigkeiten hat er seine Arbeitsweise umgesetzt. Wenn ein Klub eine lange Tradition hat, muss man manchmal viel ändern."

"Man muss Nerven wie Drahtseile haben, um mit dem Druck von außen - von der Presse und den Fans - umzugehen und Ergebnisse zu erzielen", erklärte der ehemalige Kapitän von Arsenal.

Mikel Arteta hat Arsenal auf Kurs Premier League-Titel geführt.
Mikel Arteta hat Arsenal auf Kurs Premier League-Titel geführt.AFP

Gilberto Silva ist zuversichtlich, dass in diesem Jahr die Zeit für den nächsten Titel der Nordlondoner gekommen sein könnte. Er betont jedoch, wie wichtig es sei, die Konzentration aufrechtzuerhalten, zumal der Druck auf die Mannschaft von Runde zu Runde zunehmen werde: "Der Verein hat in den letzten Jahren auf diesen Moment hingearbeitet, hat einen gut zusammengestellten Kader, eine junge Truppe und große Möglichkeiten, diese Durststrecke zu beenden.

Bezeichnend für den Spirit seines Ex-Klubs war für Silva der Sieg am 21. Spieltag gegen die Red Devils: "City hatte bereits gewonnen und den Rückstand verringert, aber dann hat Arsenal Manchester United nach Rückstand geschlagen und den Vorsprung gehalten".

Aus dem Brasilianer spricht verständlicherweise der Wunsch, Arsenal wieder auf dem Niveau zu sehen, auf dem er den Verein damals verlassen hatte: "Ich hoffe, dass alles gut läuft. Das ist es, was Arsenal braucht, um sich zu konsolidieren, um den Druck rauszunehmen. Eine Mannschaft mit dem Gewicht des Arsenal-Trikots muss Meister werden."

Einmal Gunner, immer Gunner

Dieses Motto trägt Silva mit Stolz vor sich her. Der Verein liegt ihm am Herzen und die Erinnerung an die goldenen Zeiten lässt ihn seine intensive Beziehung zu Nordlondon wieder aufleben. Gegenüber Flashscore sprach er auch über das stolze Gefühl, in seinem Lebenslauf - neben so vielen anderen Pokalen - eine Premier-League-Trophäe mit Arsenal erwähnen zu können. 

"Es ist eine Frage der Mentalität, einer starken Mentalität, wie man als Sportler wahrgenommen wird. Mit einem Verein wie Arsenal Titel zu gewinnen, ist etwas Wunderbares, etwas Fantastisches. Die Leute erkennen dich an, schätzen dich", sagte er.

Gilberto Silva war Teil der Meistermannschaft von 2004 - wie unter anderem auch Jens Lehmann.
Gilberto Silva war Teil der Meistermannschaft von 2004 - wie unter anderem auch Jens Lehmann.Profimedia

"Die Zahl der Menschen, die mir Nachrichten und Respekt schicken, ist sehr groß. Seit ich aufgehört habe zu spielen, hatte ich die Gelegenheit, viele Male ins Stadion zurückzukehren, und der Empfang ist immer fantastisch. Es ist wunderbar."

"Ich habe Ehrungen erhalten und man erinnert sich immer an mich. Wenn man als Spieler unterschreibt, muss man sich seiner Rolle innerhalb der Mannschaft, vor den Fans, der Organisation und dem Vorstand bewusst sein. Man muss sich seiner Verantwortung bewusst sein. Man muss sein Bestes geben, um diese Menschen zu repräsentieren, unabhängig davon, in welchem Moment der Verein lebt, und den Verein als Ganzes gut vertreten."

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