Sandro Wagner war schwer ernüchtert und sprach mit heiserer Stimme. "Im Endeffekt ist es egal, was meine Gefühle sind", sagte der neue Trainer von Hannover 96 nach der bitteren 0:3 (0:2)-Niederlage beim 1. FC Magdeburg bei seinem Debüt: "Es war klar, dass jetzt von Anfang an nicht alles flutscht."
Bei seiner Rückkehr in den deutschen Profifußball nach elf Monaten bekam der hoch gehandelte Coach vielmehr schonungslos die Probleme seines neuen Teams vorgeführt. Au
f Wagner wartet anstrengende Arbeit. "Wir haben heute sehr viele Erkenntnisse mitbekommen. Es ist eine sehr harte 2. Liga mit guten Spielern und tollen Fans", sagte der 38-Jährige bei Sky: "Es geht erstmal um die Basis, und wenn die passt, können wir Sachen draufbauen."

"Aggressivität" und "Intensität" fehlen
In der Analyse des einstigen Stürmers des FC Bayern ging es nicht um taktische Feinheiten, um kleine Anpassungen. Nein, vielmehr sah Wagner in erster Linie großen Verbesserungsbedarf bei den Themen "Aggressivität" und "Intensität" – bei den Grundzutaten, ohne die es im Profifußball schwer wird.
Ein frühes Slapstick-Gegentor hatte die Niederlage eingeleitet: Hannovers Franz Roggow wurde von Moritz-Broni Kwarteng (3.) überrascht, von dessen Fuß der Ball ins Tor prallte (3.). Emmanuel Iyoha (30.) und Mateusz Zukowski (86.) legten nach und besiegelten Hannovers vierte Saisonpleite.
96 –das vergangene Spielzeit lange um den Aufstieg mitgespielt hatte und sich dann nach einem Fehlstart für einen Wechsel von Christian Titz zu Wagner entschied – muss erstmal kleine Brötchen backen.

