Es geht munter weiter in der ADMIRAL Bundesliga und noch immer kann sich im Titelkampf kein Team entscheidend absetzen. Sturm patzt, der LASK holt auf und die beiden Wiener Klubs teilen sich die Punkte. Immerhin brachte das Derby auch ein spezielles und ausschließlich positives Comeback.
In der Qualifikationsgruppe musste der GAK die erste Niederlage hinnehmen, während Blau-Weiß Linz mit einer starken Leistung ein deutliches Lebenszeichen sendete.
Damit ist es auch diesmal wieder höchste Zeit, die größten Tops und Flops genauer zu betrachten.
TOP – LASK lässt sich von spätem Ausgleich nicht beeindrucken
Der LASK hat im Spitzenspiel bei Red Bull Salzburg starke Nerven bewiesen. Die Linzer gewannen auswärts mit 3:2 und das nach einem echten Nachspielzeit-Drama.
Dabei erwischten die Gäste den besseren Start. Nach einer kurz abgespielten Ecke flankte Sascha Horvath zur Mitte, wo Cisse per Kopf zum frühen 1:0 traf (8.). Salzburg brauchte lange, um ins Spiel zu finden, kam dann aber mit dem ersten Abschluss zum Ausgleich: Karim Konaté verwertete eine Vorlage von Krätzig zum 1:1 (28.).
Nach der Pause schlug der LASK erneut zu. Samuel Adeniran setzte sich stark über die linke Seite durch und legte perfekt für Sasa Kalajdzic auf, der aus kurzer Distanz zum 2:1 einschob (61.). Die Schlussphase entwickelte sich dann zu einem echten Wahnsinn. Zunächst schien Salzburg noch einen Punkt zu retten, als Maurits Kjaergaard in der Nachspielzeit zum 2:2 traf (90.+1). Doch der LASK hatte die perfekte Antwort parat: Nach einem weiteren Angriff stand Xavier Mbuyamba richtig und erzielte in der 95. Minute seinen Premierentreffer zum 3:2-Auswärtssieg. Nach dem Spiel war auch LASK-Trainer Didi Kühbauer erleichtert: „Die letzten Minuten waren natürlich sehr aufwühlend, aber aus meiner Sicht mit dem verdienten Ende für uns.“
FLOP – Sturm kommt gegen Hartberg nicht über ein 0:0 hinaus
Der SK Sturm Graz hat im Steirer-Derby gegen den TSV Hartberg wichtige Punkte liegen lassen. Beim 0:0 tat sich der Tabellenführer über weite Strecken schwer, Lösungen gegen die kompakt verteidigenden Gäste zu finden.
Hartberg setzte von Beginn an auf eine stabile Defensive und schnelle Umschaltmomente. Genau das Szenario, auf das sich Sturm eigentlich eingestellt hatte. Dennoch fehlten den Grazern die entscheidenden Ideen im letzten Drittel.
„Es war ein richtig schweres Spiel“, erklärte Kapitän Jon Gorenc Stankovic nach der Partie. Hartberg habe sehr kompakt verteidigt, und Sturm habe es zu selten geschafft, Räume konsequent zu nutzen. „Wir haben zu wenig in die Tiefe gespielt und hätten mehr Chancen kreieren müssen.“
Auch Trainer Fabio Ingolitsch zeigte sich unzufrieden – allerdings weniger mit dem Ergebnis als mit der Leistung seiner Mannschaft. „Was mich ärgert, ist die Art und Weise, wie wir gespielt haben. Wir haben den Matchplan nicht umgesetzt.“ Besonders fehlten ihm Verlagerungen und Bälle in die Tiefe: „Ich habe keinen einzigen Diagonalpass gesehen.“
Trotz des Punktverlusts bleibt Sturm Tabellenführer. Doch im engen Titelrennen könnte sich jedes liegen gelassene Spiel am Ende rächen, besonders mit Blick auf die kommenden direkten Duelle gegen den LASK.
TOP – Blau-Weiß liefert mit Schützenfest ein starkes Lebenszeichen
Blau-Weiß Linz hat im Abstiegskampf ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Beim 5:0-Heimsieg gegen die WSG Tirol feierten die Linzer einen Befreiungsschlag und zeigten sich dabei vor allem offensiv in Torlaune.
Die Grundlage für den klaren Erfolg legten zwei VAR-Elfmeter kurz vor der Pause. Zunächst verwandelte Shon Weissman einen Strafstoß nach einem Ellbogenkontakt von Jamie Lawrence souverän zum 1:0 (41.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte folgte eine kuriose Szene: Der Ball ging bei einem Linzer Angriff ins Aus, sprang von dort aber wieder aufs Spielfeld. Die Linzer erledigten den fälligen Einwurf in der Zwischenzeit mit einem anderen Ball. WSG-Spieler Böckle spielte den zweiten Ball in den Strafraum, um den Blau-Weißen Angriff zu stören. Ein Szenario das so gut wie nie vor kommt, aber tatsächlich eine klare Regelung und Folge hat: Elfmeter! Ronivaldo trat an und erhöhte auf 2:0 (45.+5).
Nach der Pause spielten die Linzer weiter mutig nach vorne. Weissman köpfte nach einer Flanke von Ronivaldo zum 3:0 ein und schnürte damit seinen Doppelpack (61.). Nur wenige Minuten später traf auch Ronivaldo erneut und stellte mit seinem zweiten Tor des Abends auf 4:0 (67.). Den Schlusspunkt setzte Nico Maier mit einem platzierten Abschluss zum 5:0 (87.).
Trotz des klaren Erfolgs bleibt Blau-Weiß zwar Tabellenletzter, doch der Abstand zum WAC ist auf nur noch zwei Punkte geschrumpft. Entsprechend blieb auch Ronivaldo nach dem Spiel fokussiert: „Wir haben einen Schritt gemacht, aber wir haben noch sechs Schritte vor uns.“ Auch Trainer Michael Köllner wollte den Sieg nicht überbewerten: „Der Sieg ist wichtig, aber es gibt bloß drei Punkte. Wir müssen weiterhin kämpfen.“
Nach vielen schlechten Auftritten bleibt aber auch die Frage: War diese Gala nur eine Eintagsfliege oder kann Blau-Weiß noch öfter aufzeigen?
FLOP – Ungeschlagene GAK-Serie endet gegen Altach
Für den GAK ist die starke Serie in der Qualifikationsgruppe gerissen. Die Grazer mussten sich beim SCR Altach mit 0:1 geschlagen geben und kassierten damit ihre erste Niederlage seit der Punkteteilung.
Dabei begann der GAK durchaus mutig. Ramiz Harakaté hatte schon früh die große Chance auf die Führung, scheiterte jedoch mit einem Flachschuss an Altach-Goalie Dejan Stojanovic (10.). Insgesamt blieben klare Möglichkeiten auf beiden Seiten lange Mangelware. Nach der Pause erhöhte Altach dann den Druck deutlich. Die Vorarlberger schnürten den GAK phasenweise in dessen Hälfte ein und kamen immer wieder gefährlich vor das Tor von Franz Stolz.
Die Entscheidung fiel schließlich in der Schlussphase und das ausgerechnet durch einen Spieler, der eigentlich schon ausgewechselt werden sollte. Patrick Greil nahm im Rückraum Maß und traf nach Vorarbeit von Yann Massombo und Mohamed Ouedraogo volley zum 1:0 ins rechte Eck (77.). Der GAK hatte danach kaum mehr eine Antwort. Harakaté setzte zwar noch einen Ball an die Latte (84.), stand dabei allerdings ohnehin im Abseits.
Damit endet die starke Serie der Grazer in der Qualifikationsgruppe, während Altach mit dem Sieg zur SV Ried aufschließt und im Kampf um die Tabellenspitze wieder voll dabei ist.
TOP – Florian Wustinger mit dem Comeback nach seinem 3. Kreuzbandriss
Manche Geschichten im Fußball sind mehr als nur sportliche Schlagzeilen. Das Comeback von Florian Wustinger gehört definitiv dazu. Beim Wiener Derby feierte der Spieler von Austria Wien nach 490 Tagen Pause seine Rückkehr und das nach bereits seinem dritten Kreuzbandriss.
Die Leidensgeschichte des 22-Jährigen liest sich fast unglaublich. Bereits 2022 riss er sich kurz nach seinem Durchbruch bei der Austria erstmals das Kreuzband. Nach der Rückkehr folgte beim ersten Testspiel gleich der nächste Rückschlag – wieder das Kreuzband. Dazu kam später noch eine schwere Schulterverletzung. Als er sich schließlich wieder herangekämpft hatte, riss im Wintertrainingslager erneut ein Kreuzband, diesmal im anderen Knie.
„Es gab Tage, an denen ich nicht mehr gewusst habe, ob das nochmal wird“, sagte Wustinger rückblickend über diese lange Zeit der Reha. Umso emotionaler war seine Rückkehr auf den Rasen gegen Rapid. Nach rund einer Stunde wurde er eingewechselt, ein Moment, auf den er mehr als anderthalb Jahre gewartet hatte. „Unglaublich! Richtig geil! Wenn ich es mir aussuchen hätte können, dann genauso – ein Derby daheim“, meinte der Mittelfeldspieler danach.
Für Wustinger selbst ist eines jedenfalls klar: Die Zeit der Comebacks soll vorbei sein. „Das war’s jetzt. Comeback kann ich nicht mehr hören. Ab jetzt geht’s nur noch bergauf.“
