Die ADMIRAL Bundesliga liefert weiter genau das, was sich Fußballfans von einem Saisonfinish wünschen: maximale Spannung bis zur letzten Runde. Sowohl im Titelrennen als auch im Abstiegskampf fällt die Entscheidung erst am kommenden Wochenende.
Der LASK marschiert trotz Cupsieg und kräftezehrender Wochen unbeirrt weiter Richtung Meistertitel, hat aber weiterhin Sturm Graz im Nacken. Die Grazer halten mit einem wichtigen Sieg in Hartberg die letzte Chance am Leben. Damit kommt es nun zum großen Fernduell um die Schale. Gleichzeitig steckt Salzburg mitten in der schlechtesten Saison der Red-Bull-Ära und muss sich unangenehme Fragen gefallen lassen.
In Wien sorgt Rapid derweil erneut für Frust. Sportlich lieferten die Hütteldorfer im Derby gegen die Austria einen enttäuschenden Auftritt ab. Früher war das Wiener Derby das große Fußballfest. Mittlerweile geht es für Rapid eher darum, was als nächstes schief geht.
Und auch im Tabellenkeller bleibt es komplett verrückt. Blau-Weiß Linz hält sich in letzter Sekunde am Leben und erzwingt nun ein direktes Abstiegsfinale gegen den GAK. Währenddessen dürfen WAC, Altach und die WSG Tirol nach nervenaufreibenden Wochen endlich den Klassenerhalt feiern.
TOP – LASK und Sturm heben sich die Titelentscheidung für den Schluss auf
Die Meisterentscheidung in der ADMIRAL Bundesliga fällt erst am letzten Spieltag und genau so wollten es wohl viele Fußballfans. Sowohl der LASK als auch Sturm Graz erfüllten am Wochenende ihre Pflicht und halten damit das Titelrennen bis zum Schluss offen.
Die Linzer bleiben nach dem 2:1-Sieg gegen Salzburg in der Pole Position. Trotz Cup-Triumph, intensiver Wochen und personeller Sorgen marschiert die Mannschaft von Dietmar Kühbauer weiter. Ein Punkt bei der Austria reicht dem LASK nun bereits zum ersten Meistertitel seit 1965. „Aber wir werden nicht auf einen Punkt spielen“, stellte Sasa Kalajdzic klar.
Doch einfach wird dieses Finale definitiv nicht. Die Austria will den Linzern keine schwarz-weiße Meisterparty im eigenen Stadion ermöglichen. „Wir werden alles dafür tun, dass der LASK nicht bei uns Meister wird“, kündigte Reinhold Ranftl an.
Sturm Graz wahrt derweil mit einem 4:2 in Hartberg seine Chance auf den Titel. Nach zuletzt fünf Remis in Folge gelang den Grazern endlich wieder ein Sieg. Früh stellte Sturm mit drei Treffern die Weichen auf Erfolg, verlor zwischenzeitlich aber erneut etwas die Kontrolle über die Partie.
Damit kommt es nun zum großen Finale: Sturm braucht zuhause gegen Rapid einen Sieg und gleichzeitig Schützenhilfe der Austria. Der LASK dagegen hat alle Trümpfe selbst in der Hand. Spannung bis zur letzten Runde? Mehr geht kaum!
FLOP – Rapid „kann“ kein Derby mehr
Das Wiener Derby und Rapid: Aktuell passt das einfach nicht zusammen. Auch im vierten Saisonduell mit der Austria blieb den Hütteldorfern ein Sieg verwehrt. Drei Niederlagen und ein Remis stehen am Ende zu Buche. Für Rapid-Verhältnisse ist das viel zu wenig.
Noch bitterer aus Sicht vieler Fans: Es waren erneut nicht nur spielerische Probleme sichtbar. Gerade die absoluten Basics wie Kampfgeist, Intensität und Entschlossenheit ließen die Grün-Weißen phasenweise vermissen. Genau das sorgte nach dem 0:2 gegen die Austria auch für ein lautstarkes Pfeifkonzert im Allianz Stadion.
Die Austria nutzte ihre Chancen dagegen eiskalt. Sanel Saljic brachte die Gäste früh per Kopf in Führung (9.), danach überließen die Veilchen Rapid weitgehend den Ball – ohne wirklich in große Gefahr zu geraten. Rapid hatte zwar deutlich mehr Ballbesitz, offensiv fehlten aber Ideen, Tempo und Durchschlagskraft.
Spätestens mit dem Eigentor von Serge-Philippe Raux-Yao zum 0:2 war die Partie entschieden. Rapid fand danach keine Antwort mehr und verlor auch die entscheidenden Zweikämpfe. Besonders deutlich wurde Trainer Johannes Hoff Thorup nach dem Spiel: „Die zweite Hälfte war sehr enttäuschend. Da haben wir zu langsam gespielt, da waren wir nicht wirklich konkurrenzfähig. Wir haben da auch keinen Kampfgeist gezeigt.“
Und als würde die sportliche Situation nicht schon reichen, sorgen rund um Rapid weiterhin auch die regelmäßigen Fan-Eklats für negative Schlagzeilen. Dieses Mal kam es sogar mitten im Rapid-Fanblock zu einer Schlägerei unter den eigenen Anhängern. Wieder einmal überschattet damit auch das Verhalten auf den Tribünen das ohnehin enttäuschende sportliche Bild. Früher war es das Spiel der Spiele, auf das man sich schon lange vorher gefreut hat. Mittlerweile stellen sich immer mehr die Frage: Was geht wohl dieses Mal schief? Das Sportliche oder kommt der nächste Fan-Eklat? Oder wieder mal beides?
TOP – Ultimativer Abstiegsshowdown voraus!
Nicht nur beim Meistertitel auch beim Kampf um den Klassenerhalt fällt die Entscheidung erst am letzten Spieltag. Hier wird es allerdings noch wilder, denn beide Teams spielen direkt gegeneinander! Damit wird der Linzer Donaupark der Schauplatz des ultimativen Showdowns zwischen Blau-Weiß Linz und GAK.
Blau-Weiß hielt sich mit einem 1:1 bei der WSG Tirol am Leben. Simon Seidl bewahrte die Linzer mit seinem Ausgleichstreffer in der 71. Minute vor dem vorzeitigen Abstieg und sorgte dafür, dass am letzten Spieltag nun alles auf ein echtes Endspiel hinausläuft.
Denn: Blau-Weiß empfängt am Samstag den GAK. Die Ausgangslage könnte kaum brisanter sein. Die Grazer liegen zwar drei Punkte vor den Linzern, würden bei Punktegleichheit aber hinter Blau-Weiß gereiht werden. Bedeutet: Mit einem Heimsieg kann sich Blau-Weiß tatsächlich noch aus eigener Kraft retten.
Der GAK wiederum verpasste im Heimspiel gegen Altach die Chance, den Klassenerhalt zu sichern. Dafür hätten die Rotjacken jedoch einen Sieg gebrauch. Sie lagen allerdings bis tief in die Nachspielzeit mit 0:2 zurück, ehe Daniel Maderner (87.) und Murat Satin in Minute 98 doch noch das 2:2 retteten. Die Emotionen waren ohnehin längst am Kochen. Schwierige Platzverhältnisse, VAR-Diskussionen, eine lange Unterbrechung wegen technischer Probleme und späte Tore – dieser Spieltag hatte alles, was ein nervenaufreibender Abstiegskampf braucht.
Jetzt kommt es also tatsächlich zum direkten Endspiel in Linz. Sieger bleibt oben. Verlierer steigt ab. Die Liga muss sich also von einem Derby verabschieden. Wird es das Linzer oder das Grazer Derby sein?
FLOP – Salzburg nicht meisterwürdig
Red Bull Salzburg erlebt die schlechteste Saison der Vereinsgeschichte seit dem Einstieg von Red Bull. Drei Jahre ohne Titel wären schon ungewöhnlich genug gewesen. Diesmal droht den „Bullen“ aber sogar ein Platz außerhalb der Top zwei. Das hat es in der Red-Bull-Ära noch nie gegeben.
Das 1:2 beim LASK war dabei fast ein Sinnbild dieser gesamten Saison. Salzburg war spielerisch phasenweise überlegen, ließ beste Chancen liegen und kassierte auf der anderen Seite erneut viel zu einfache Gegentore. Vor allem die beiden Treffer nach weiten Einwürfen zeigten einmal mehr die bekannten Probleme der Mozartstädter.
„Wir machen ein richtig gutes Spiel heute, nutzen unsere Chancen nicht und kriegen dann innerhalb von fünf Minuten zwei Einwurf-Gegentore. Dafür habe ich keine Worte“, meinte Verteidiger Tim Drexler nach dem Spiel.
Genau diese Mischung zieht sich seit Monaten durch Salzburgs Saison: vorne oft zu ineffizient, hinten immer wieder erstaunlich anfällig. Trotz hoher individueller Qualität fehlt die Stabilität, die Salzburg über viele Jahre ausgezeichnet hat. Torhüter Alexander Schlager fand nach der Niederlage klare Worte: „Wir holen drei Jahre in Folge nicht das, wofür der Klub steht. Wir sind alle gut beraten, wenn wir uns selbst hinterfragen.“
TOP – WAC, WSG und Altach sichern sich den Klassenerhalt
Während Blau-Weiß Linz und der GAK am letzten Spieltag noch um den Verbleib in der Bundesliga kämpfen müssen, haben der WAC, SCR Altach und die WSG Tirol den Abstiegskampf erfolgreich hinter sich gelassen.
Besonders bemerkenswert ist die Geschichte des WAC. Vor zweieinhalb Wochen standen die Kärntner nach dem 0:3 gegen Blau-Weiß Linz noch am Tabellenende und schienen beinahe abgestiegen. Dann kam Thomas Silberberger und plötzlich drehte sich alles. Mit zuletzt drei Siegen in Serie fixierten die Wolfsberger durch das 1:0 in Ried nun doch noch vorzeitig den Klassenerhalt. „Wir waren mausetot. Jeder hat gesagt, der WAC steigt fix ab“, erklärte Silberberger nach dem Spiel. Umso größer war danach die Erleichterung in Wolfsberg.
Auch Altach durfte feiern. Die Vorarlberger machten mit dem 2:2 beim GAK den Ligaverbleib fix und verhinderten damit ein weiteres Herzschlagfinale wie noch in der Vorsaison. Nach dem verlorenen Cupfinale war das für die Altacher zumindest ein versöhnlicher Abschluss einer nervenaufreibenden Saisonphase.
Und auch die WSG Tirol brachte den Klassenerhalt endgültig über die Linie. Nach dem 1:1 gegen Blau-Weiß Linz mussten die Tiroler wegen der langen Verzögerung im Parallelspiel zwar noch zittern, danach kannte die Erleichterung aber keine Grenzen mehr. „Es spricht für den Charakter der Mannschaft, dass sie es am Ende hochverdient geschafft hat“, meinte Trainer Philipp Semlic nach der Bierdusche seiner Spiele
