Der zuletzt von Uli Hoeneß kritisierte Jungstar Lennart Karl brachte die Münchner im Estadio Metropolitano, dem Finalstadion von 2027, in der 54. Minute in Führung. Der erneut starke Konrad Laimer sorgte sehenswert für das 2:0 (74.). Einen weiteren Treffer von Dayot Upamecano ließ Schiedrichter Francois Letexier wegen eines angeblichen Fouls des Verteidigers nicht gelten (81.).
"Wir wussten, was wir können. Wir sind sehr überzeugt von unserem Kader, das haben wir über 90 Minuten gezeigt. Wir hätten noch mehr Tore schießen können. Dieser Sieg gibt uns Auftrieb für die nächsten Wochen", sagte ein glücklicher Laimer. Prime-Video-Experte Mats Hummels sprach anerkennend von einem "Statement der Bayern, das war beeindruckend".
Nach zuletzt zwei enttäuschenden Unentschieden haben die Bayern mit nunmehr acht Punkten in der Ligaphase den Anschluss wiedergefunden. Noch vor Weihnachten kann der favorisierte Rekordmeister beim OSC Lille (25.11.) und gegen Slavia Prag (8.12.) nachlegen. In der Bundesliga geht es für den Tabellenführer am Samstag aber erst einmal bei Mainz 05 weiter.
Neuer kehrt zwischen die Pfosten zurück
Auf die Münchner, die weiterhin auf Trainer Vincent Kompany sowie auf Luis Díaz, Jamal Musiala, Ismael Saibari und Serge Gnabry verzichten mussten, warte "ein wirklich großer Kampf", warnte Weltfußballer Harry Kane. Der Engländer ging wie immer voran und leitete den Treffer von Laimer ein.
Immerhin konnte Assistenztrainer Aaron Danks auch auf Michael Olise und auf seinen Kapitän bauen: Manuel Neuer hatte wegen einer Fußblessur zuletzt fünf Spiele verpasst und war von Jonas Urbig vertreten worden. Für den 40-Jährigen war es der 164. Einsatz in der Königsklasse. Er ist damit alleiniger deutscher Rekordhalter vor Thomas Müller.
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Olise war beim 2:2 gegen Borussia Dortmund am Samstag mit Knieproblemen kurz vor Schluss ausgewechselt worden, wurde aber rechtzeitig wieder fit. Der Franzose spielte in der stark dezimierten Offensivreihe hinter Kane neben "Zehner" Karl und Alphonso Davies, der links nach vorne rückte. Zudem erhielt Tom Bischof vor der Abwehr neben Antreiber Joshua Kimmich den Vorzug vor Aleksandar Pavlovic.

Schlitzohr Karl erlöst die Bayern
Zunächst startete die Partie nach dem verheerenden Zugunglück vergangene Woche und dem tragischen Tod des spanischen Zweitliga-Fußballers Jesús de Miguel mit einer Schweigeminute. Beide Teams spielten mit Trauerflor. Den besseren Start danach erwischte Atleti, doch Julián Álvarez verfehlte knapp das Ziel (2.).
Die Bayern zeigten sich wenig beeindruckt, auch von der stimmungsvollen Kulisse im Metropolitano. Sie hatten mehr Ballbesitz und setzten sich früh in der Hälfte der Spanier fest. Karl hatte nach 23 Minuten die erste dicke Chance. Kurz darauf verzog Kane in aussichtsreicher Position, ebenso wie Josip Stanisic. Die dominanten Bayern ließen Atlético, das sehr tief und kompakt stand, nur selten ins Spiel kommen.
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Nach dem Wechsel ging es erst mal so weiter: Die 70.000 Fans sahen die Bayern am Drücker und Schüsse von Kimmich und Kane. Ein entschlossener Einsatz von Karl gegen Robin Le Normand führte schließlich zur Führung der Münchner. Der 18-Jährige behielt im Fallen die Übersicht und überwand Oblak.
Atlético erhöhte nun das Tempo, die Bayern-Defensive um Upamecano hielt aber leidenschaftlich dagegen. Die Münchner hatten nun mehr Räume, Upamecano traf die Latte, ehe Laimer nach Vorlage von Kane den Ball ins Netz hämmerte.

