Atletico Baleares 1:0 Espanyol – Copa del Rey, 2. Runde
Die spanische Copa del Rey eröffnet den zweiten Teil unseres Rückblicks. Der Wettbewerb ist bekannt dafür, dass es in den ersten Runden fast traditionell ein favorisiertes Team erwischt. Auch in dieser Saison gab es einige Paukenschläge: Real Madrid patzte gegen Albacete, und Ourense CF warf Real Oviedo aus dem Turnier. Die rein sportlich größte Sensation war jedoch der 1:0-Erfolg des Viertligisten Atletico Baleares gegen den Erstligisten Espanyol Barcelona.
Zur Einordnung: Der Inselverein aus Mallorca spielte in seiner gesamten Historie erst viermal in der Segunda Division (der damaligen vierten Liga) – und das in den 1950er und 60er Jahren. Seit der Saison 1963/64 pendelt der Klub zwischen der dritten und fünften spanischen Liga.
Wie zu erwarten, dominierte Espanyol das Geschehen von Beginn an. Die Periquitos reisten als Tabellensechster der LaLiga und mit breiter Brust an. Doch Baleares schlug in der zweiten Halbzeit eiskalt zu: Jaume Tovar brachte den Underdog in Führung. Espanyol blieben noch 36 Minuten für die Wende, doch trotz drückender Überlegenheit und bester Chancen wollte der Ball nicht ins Tor.
Damit schied Espanyol zum zweiten Mal in Folge in der 2. Runde aus. Baleares überstand sogar noch eine weitere Runde, ehe im Achtelfinale gegen Atletico Madrid Endstation war.
Kahta 02 Spor 3:1 Kasimpasa – Türkischer Pokal, 3. Runde
Weiter geht es in die Türkei, wo die frühen Runden vor der Gruppenphase für reichlich Turbulenzen sorgten. Gleich drei Erstligisten strichen vorzeitig die Segel – für den lautesten Knall sorgte dabei Kasimpasa. Obwohl kein absoluter Topklub, spielt der Verein seit über einem Jahrzehnt ununterbrochen in der Süper Lig.
Als das Los auf den Fünftligisten Kahta 02 Spor fiel, zweifelte kaum jemand am Weiterkommen des Favoriten, schließlich ging es gegen ein reines Amateurteam. Kasimpasa erwischte auch den besseren Start und ging nach zehn Minuten durch Bahtiyar Özden in Führung. Doch was danach passierte, machte das Stadion fassungslos.
Yusuf Firat glich nur zehn Minuten später für Kahta aus. Kurz vor dem Halbzeitpfiff drehte Ahmet Tuna Akli das Spiel komplett und brachte die Gastgeber in Führung. Nach dem Seitenwechsel warfen die Gäste alles nach vorne, um den Ausgleich zu erzwingen. Doch die Amateure hielten dem Dauerdruck stand. In der Nachspielzeit setzte Berkay Ceylan mit dem 3:1 den Deckel drauf und ließ den Außenseiter jubeln.
Dunfermline 0:0 Falkirk (4:2 i.E.) – Scottish Cup, Halbfinale
Der schottische Fußball erlebte in der Saison 2025/26 eine echte Märchengeschichte: Heart of Midlothian stand kurz davor, die jahrzehntelange Dominanz der "Old Firm" (Celtic und Rangers) zu brechen. Am Ende sicherte sich Celtic zwar knapp den Titel, doch das große Highlight im Pokal schrieb ein anderer Klub.
Fast unbemerkt stürmte Dunfermline bis ins Finale und schaltete auf dem Weg dorthin gleich drei Teams aus der Premiership aus – im Halbfinale erwischte es das ebenfalls aufgestiegene Falkirk. Dunfermline, zweifacher Pokalsieger, wartet seit fast 60 Jahren (1967/68) auf eine Trophäe und hätte nach dem Aufstieg im Vorjahr eigentlich mit einer ruhigen Zweitliga-Saison zufrieden sein können.
Stattdessen starteten sie einen sensationellen Lauf: in der Runde der letzten 32 siegte man gegen Hibernian, im Viertelfinale gelang ein furioses 3:0 gegen den Vorjahressieger Aberdeen und im Halbfinale folgte der dramatische Erfolg gegen Falkirk, das zuvor die Hearts eliminiert hatte.
Das Halbfinale selbst war ein Kuriosum: Trotz viel Ballbesitz brachte Falkirk in 120 Minuten nur zwei Schüsse auf das Tor – genau einen mehr als Dunfermline. Im fälligen Elfmeterschießen versagten den ersten beiden Schützen von Falkirk die Nerven, während Dunfermline eiskalt blieb und das Finalticket löste. Dort mussten sie sich schließlich Celtic mit 1:3 geschlagen geben.
Avranches 1:1 Brest (4:2 i.E.) – Coupe de France, 1/32-Finale
In der Coupe de France musste Stade Brest unerwartet früh die Segel streichen. Die Piraten, die kurz zuvor noch in der UEFA Champions League für Furore gesorgt hatten, reisten zum Viertligisten US Avranches – und erlebten ein Debakel.
Avranches, ein Traditionsverein ohne große Titel, erwischte einen Start nach Maß. Nach nur 21 Minuten sah Brests Innenverteidiger Julien Le Cardinal die Rote Karte. Der Underdog nutzte die Überzahl prompt: Nur wenige Minuten später erzielte Nassim Sabihi das 1:0. Brest schüttelte sich kurz, blieb ruhig und kam durch Remy Labeau Lascary zum verdienten Ausgleich.
In der zweiten Halbzeit drängte der Erstligist trotz Unterzahl auf die Entscheidung, fand aber kein Durchkommen mehr. Im Elfmeterschießen avancierte Brests Romain Del Castillo zum Pechvogel, als er als einziger Schütze vergab. Sabihi behielt beim entscheidenden Elfmeter die Nerven und schoss Avranches in die nächste Runde.
Tromsdalen 6:1 Sandefjord – NM Cup, 3. Runde
Die kurioseste Geschichte des Jahres lieferte der norwegische Pokal. Während die meisten Sensationen auf Messers Schneide standen, demontierte der Drittligist Tromsdalen den Erstligisten Sandefjord glatt mit 6:1.
Tromsdalen hat in seiner 88-jährigen Vereinsgeschichte noch nie in der höchsten Liga gespielt. Sandefjord hingegen etablierte sich in der Eliteserien und schloss die Vorsaison als Fünfter ab. Das Duell im September war auf dem Papier eine klare Angelegenheit. Da Sandefjord jedoch mit dem dichten Spielplan unzufrieden war und eine Spielverlegung abgelehnt wurde, schickte der Klub eine reine B-Elf auf den Platz. Das rächte sich bitterböse.
Tromsdalen zog bereits in der ersten Halbzeit durch Adrian Petersen und Elias Aarflot auf 2:0 davon. Zwar verkürzte Sandefjord nach der Pause auf 2:1, doch danach brachen alle Dämme. Petersen und Aarflot schnürten jeweils ihren Doppelpack, bevor Lasse Nilsen und Adrian Sandbukt das Ergebnis in ein historisches Debakel für den Erstligisten verwandelten.
Weitere Überraschungen
Zum Abschluss verdienen zwei weitere Klubs eine besondere Erwähnung:
Chojniczanka Chojnice (Polen): Der polnische Drittligist warf den Erstligisten Korona Kielce aus dem Wettbewerb. Nach einem späten Ausgleich durch Dmytro Yukhymovych in der Nachspielzeit rettete sich Chojniczanka in die Verlängerung und behielt im Elfmeterschießen mit 4:3 die Oberhand.
Sanatatea Cluj (Rumänien): Der drittklassige Verein aus Cluj-Napoca schaltete Unirea Slobozia aus. Nach einem harten Kampf über 120 Minuten setzten sich die Virusii Verzi (Grünen Viren) im Elfmeterschießen mit 6:5 durch und erreichten sensationell die lukrative Gruppenphase des rumänischen Pokals.
