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EXKLUSIV: Berater Vadim Shablii über Premier-League-Interesse an Supertalent Guram

Adam Guram im Einsatz für Hajduk Split
Adam Guram im Einsatz für Hajduk SplitČTK / imago sportfotodienst / IMAGO

In einem exklusiven Gespräch mit Flashscore nimmt der renommierte Fußballberater Vadim Shablii Stellung zur Zukunft seiner Schützlinge. Neben etablierten Premier-League-Profis wie Vitaliy Mykolenko (Everton) und Yehor Yarmolyuk (Brentford) rückt nun ein neues Ausnahmetalent in den Mittelpunkt: Der 17-jährige offensive Mittelfeldspieler Adam Guram von Hajduk Split sorgt bereits bei europäischen Schwergewichten wie Arsenal und Chelsea für Begehrlichkeiten. Shablii gewährt Einblicke in den Entwicklungsplan des ukrainischen Youngsters und erläutert seine Philosophie bei der Betreuung junger Spieler.

Herr Shablii, obwohl Adam Guram noch keine vollständige Saison im Profibereich absolviert hat, wird er bereits mit absoluten Topklubs in Verbindung gebracht. Was macht ihn so besonders und worauf begründet sich dieses riesige Interesse?

In erster Linie erkennen diese Vereine sein enormes Potenzial. Adam ist zwar noch sehr jung, bringt aber bereits ein außergewöhnliches Spielverständnis, eine hervorragende Technik und vor allem die richtige professionelle Einstellung mit. Er hat den unbedingten Willen, jeden Tag dazuzulernen und sich weiterzuentwickeln.

Natürlich steht er erst am Anfang seiner Reise und muss noch vieles lernen. Das Entscheidende ist jetzt, nichts zu überstürzen und seine Entwicklung Schritt für Schritt voranzutreiben.

Junge Ausnahmetalente verfügen naturgemäß über weniger Erfahrung im Profigeschäft. Welche Rolle spielt Ihre Beratung in dieser sensiblen Phase im Vergleich zur Arbeit mit erfahreneren Spielern?

Bei sehr jungen Spielern geht es nicht allein um das klassische Karrieremanagement. Wir müssen ihnen vor allem dabei helfen, Orientierung in Situationen zu finden, die für sie völlig neu sind. Der erste Profivertrag, das Interesse internationaler Großklubs, die enorme Medienpräsenz – all das sind Faktoren, die eine Karriere maßgeblich beeinflussen können.

Daher ist ein verlässliches Umfeld essenziell, das ehrliche und fundierte Ratschläge erteilt. Unsere Aufgabe besteht darin, Adam objektiv zu begleiten und Entscheidungen zu treffen, die langfristig seiner sportlichen und persönlichen Entwicklung dienen.

Machen Sie sich Sorgen wegen des enormen Drucks, sollte er schon in so jungen Jahren zu einem europäischen Schwergewicht wechseln?

Ein früher Transfer dieser Größenordnung ist ein gewaltiger Schritt. Er öffnet Türen, bringt aber unweigerlich auch Druck mit sich. Für uns geht es deshalb keineswegs nur darum, den namhaftesten Klub zu wählen. Wir müssen präzise analysieren, ob dieser Wechsel zum jetzigen Zeitpunkt der richtige Schritt für Adam ist.

Dabei spielen Faktoren wie die Perspektive auf Spielzeit, das Trainerteam und die individuelle Entwicklungsphilosophie des Vereins eine viel größere Rolle als nur der Name des Klubs. Dass Adam mit erst 17 Jahren bereits für die Profimannschaft von Hajduk Split debütiert hat, unterstreicht jedoch seine mentale Reife für dieses Niveau.

Gurams Statistiken im letzten Spiel der Saison 25/26
Gurams Statistiken im letzten Spiel der Saison 25/26Flashscore

Welchen Weg bevorzugen Sie für Toptalente im Allgemeinen: Den direkten Wechsel in die Nachwuchsakademie eines Eliteklubs oder den Verbleib im Herrenbereich, um wertvolle Praxis zu sammeln?

Es gibt kein Universalrezept. Der optimale Weg ist immer individuell und hängt stark vom Charakter sowie den spezifischen Rahmenbedingungen ab. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist Yehor Yarmolyuk: Bevor er den Durchbruch im ersten Team von Brentford schaffte, verfeinerte er sein Spiel eine Saison lang im B-Team des Klubs, wo er sich im Herrenbereich physisch behaupten musste.

Für den einen Spieler bietet die Akademie eines Topklubs mit hochmodernen Bedingungen und starker Konkurrenz das ideale Umfeld, für den anderen ist regelmäßige Einsatzzeit in einer ersten Mannschaft unersetzlich. Entscheidend ist einzig, dass das Umfeld stimmt und die stetige Weiterentwicklung gewährleistet ist.

Spüren Sie persönlich viel Druck, wenn Sie Richtungsentscheidungen treffen müssen, die eine gesamte Profikarriere prägen können?

Druck würde ich es nicht nennen, wohl aber eine enorm große Verantwortung. Man weiß natürlich, dass Entscheidungen in jungen Jahren die Weichen für die kommenden zehn bis fünfzehn Jahre stellen.

Unsere Aufgabe ist es, sämtliche Parameter gründlich zu analysieren, Chancen sowie Risiken abzuwägen und dem Spieler ein klares, ehrliches Bild zu vermitteln. Am Ende treffen wir solche Weichenstellungen jedoch immer gemeinsam – als Team mit dem Spieler und seiner Familie.

Vereine wie Chelsea binden junge Talente heutzutage gerne mit Verträgen über sieben oder acht Jahre. Wie attraktiv sind solche Modelle aus Beratersicht?

Ein langfristiger Kontrakt bei einem Spitzenklub hat zweifellos seinen Reiz. Er signalisiert dem Spieler ein hohes Maß an Wertschätzung und zeigt, dass der Verein gewillt ist, nachhaltig in seine Entwicklung zu investieren.

Allerdings sollte die Vertragslaufzeit niemals das primäre Entscheidungskriterium sein. Viel wichtiger sind die sportliche Rolle, die der Klub für den Spieler vorsieht, der Entwicklungsplan und die reale Perspektive auf Einsatzzeiten.

Yarmolyuk gilt bei Brentford als Musterbeispiel für eine gelungene Integration. Welche Lehren lassen sich aus seiner Entwicklung ziehen?

Yehor kam sehr jung aus einem völlig anderen fußballerischen und kulturellen Umfeld nach England. Er benötigte Zeit, um sich an die neue Sprache, das Land und die physische Intensität der Premier League zu gewöhnen. Wir standen in diesem Prozess in engem Austausch, und es war mir wichtig, ihm auch abseits des Platzes den Rücken freizuhalten, damit er sich vollkommen auf den Fußball konzentrieren konnte.

Yarmolyuks bisherige Karriere
Yarmolyuks bisherige KarriereFlashscore

Über das B-Team hat er sich Stück für Stück an die Profimannschaft herangearbeitet und ist heute ein fester Bestandteil eines Premier-League-Kaders. Die zentrale Erkenntnis daraus lautet: Geduld zahlt sich aus. Man darf nichts erzwingen, muss den richtigen Klub wählen und Tag für Tag hart an sich arbeiten.

Im Gegensatz dazu hat Vitalii Mykolenko seinen Vertrag bei Everton vor Kurzem verlängert. War das eine unkomplizierte Entscheidung?

Vertragsverhandlungen im Profifußball sind selten einfach, aber bei Vitalii gab es von Beginn an ein sehr starkes Fundament. Er spielt seit Jahren auf hohem Niveau in der Premier League, kennt das Umfeld in Liverpool bestens und fühlt sich im Verein extrem wohl.

Für uns war maßgeblich, dass Everton weiterhin voll auf ihn setzt und ihn als tragende Säule des Zukunftsprojekts sieht. Daher war die Vertragsverlängerung für alle Beteiligten der nur logische und richtige Schritt.

Abschließend ein Blick auf den Markt: Die Premier League dominiert das globale Transfergeschehen dank ihrer immensen Finanzkraft immer deutlicher. Ist diese Vormachtstellung gesund für den Sport oder wünschten Sie sich mehr Ausgewogenheit im internationalen Wettbewerb?

Die Premier League nimmt ohne Frage eine Ausnahmestellung ein. Die finanziellen Möglichkeiten der englischen Klubs verschaffen ihnen enorme Vorteile auf dem Transfermarkt, bieten den Spielern aber gleichzeitig die Chance, sich Woche für Woche in der stärksten und kompetitivsten Liga der Welt zu messen.

Grundsätzlich ist ein ausgeglichener Wettbewerb zwischen verschiedenen europäischen Ligen wünschenswert, um die Spannung im Weltfußball hochzuhalten. Gleichzeitig muss man anerkennen, dass die heutige Attraktivität der Premier League das Resultat jahrelanger, professioneller Arbeit der Klubs und der Liga selbst ist.