Ein Blick auf die jüngste Bilanz unterstreicht die Kräfteverhältnisse: Von den vergangenen sechs Aufeinandertreffen konnte der Bundesligist lediglich ein einziges für sich entscheiden – ein 2:1 am letzten Gruppenspieltag der Saison 2021/22, als City bereits für die K.o.-Phase qualifiziert war. Hinzu kommt ein 1:1-Unentschieden im Achtelfinal-Hinspiel 2022/23.
In den vier Niederlagen kassierte Leipzig jeweils mindestens drei Gegentreffer: Einem spektakulären 3:6 zum Auftakt 2021/22 folgte ein bitteres 0:7 im Achtelfinal-Rückspiel 2022/23 sowie zwei knappe Pleiten in der Gruppenphase 2023/24 (1:3 und 2:3).

In der Bundesliga präsentiert sich die Offensive der Roten Bullen derzeit extrem spielsicher: 22 Treffer aus den ersten acht Partien werden ligaweit nur vom Tabellenführer Bayern München übertroffen. Damit hat Leipzig auf nationaler Ebene sogar zwei Tore mehr erzielt als City in der Premier League. Auch defensiv stehen die Sachsen stabil: Die elf Gegentore in der Liga bedeuten nur einen Gegentreffer mehr als beim englischen Meister. In der Königsklasse bietet sich jedoch ein anderes Bild.
Nusa als Leipzigs gefährlichste Waffe
Mit mageren drei Toren aus den ersten drei Spielen dümpelt das Team von Martin Demichelis in der UCL-Tabelle auf Rang 27 herum. Die Mannschaft von Enzo Maresca rangiert hingegen auf Platz zwölf und könnte mit einem Dreier wieder in die Top 8 aufrücken. Das Ergebnis am Mittwoch wird zwar noch keine endgültige Entscheidung über die Qualifikation bringen, ein Sieg wäre für beide Seiten dennoch ein enorm wichtiger Schritt.

Für die Gastgeber ist Antonio Nusa derzeit das maßgebliche Umstellelement im Angriff. Schafft es City nicht, den Norweger zu neutralisieren, dürfte er zu den prägenden Figuren des Abends werden. In der laufenden Saison 2026/27 ist Nusa mit fünf Pflichtspieltoren nicht nur Leipzigs erfolgreichster Torschütze, sondern mit sieben Assists auch der beste Vorbereiter des Kaders.
Zum Match-Center: RB Leipzig vs. Manchester City
Seine enge Ballführung und sein kompromissloser Zug zum Tor stellen jeden Gegenspieler vor enorme Probleme. Egal ob Matheus Nunes oder Rico Lewis die Aufgabe bekommt, ihn zu spiegeln – auf die Außenverteidiger wartet Schwerstarbeit.
Nusa zieht präferiert nach innen, nutzt aber genauso geschickt den Weg über die Außenbahn, um die Kette zu überlaufen. Vier direkte Tempogegenstöße unterstreichen seine Dynamik – ligaweit verzeichnet nur Tidiam Gomis (fünf) mehr.
Auch seine Schussgenauigkeit von 57,69 Prozent ist ein bemerkenswerter Wert. In dieser Kategorie liegen bundesweit lediglich Christopher Nkunku (72,73 %) und Conrad Harder (66,67 %) vor ihm.

Mit 180 Pässen ins letzte Drittel wird Nusa im Leipziger Kader nur von David Raum (193) übertroffen – ein klarer Beleg dafür, wie zielgerichtet der 21-Jährige nach vorne agiert. Gleichzeitig vernachlässigt er seine defensiven Pflichten keineswegs: Seine 137 geführten Zweikämpfe sind Team-Bestwert, ebenso wie die 74 gewonnenen Duell-Situationen.
Stellt Nusa Landsmann Haaland im Direktduell ein?
Auch seine Erfolgsquote von 64,29 Prozent bei den Tacklings (neun von 14 gewonnen) bringt ihn in die Spitzengruppe der Liga – eine Qualität, die in der öffentlichen Wahrnehmung oft untergeht. Mit seinen 21 Jahren besitzt der Norweger noch gewaltiges Entwicklungspotenzial, was ihn für gegnerische Abwehrreihen umso unberechenbarer macht.
Nusa wird die Hintermannschaft von City am Mittwoch defensiv wie offensiv fordern. Auf der Gegenseite plant sein Nationalmannschaftskollege Erling Haaland exakt dasselbe.
Mit der Fabelbilanz von 61 Champions-League-Toren in 60 Spielen schreibt Haaland die Geschichtsbücher des europäischen Fußballs fortlaufend neu. Zu seinen vier Königsklassen-Toren in der laufenden Spielzeit gesellen sich neun Treffer aus neun Premier-League-Einsätzen im Kalenderjahr 2026. Kurz gesagt: Auf diesem Niveau bewegen sich aktuell wohl nur Harry Kane und Kylian Mbappé.

Der Ausgang der Partie dürfte maßgeblich davon abhängen, ob Castello Lukeba und seine Abwehrkollegen den City-Stürmer über 90 Minuten unter Kontrolle halten können. Gelingt es den Leipzigern, die Anspielstationen auf Haaland bereits im Aufbauspiel zu kappen, ist eine Überraschung möglich. Allerdings weiß die RB-Defensive genau, wie wenigen Hintermannschaften das gegen dieses Manchester City bisher gelungen ist.
Sollte die Leipziger Abwehr halten, liegt es an Antonio Nusa, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken – und seinen prominenten Landsmann im direkten Duell zu überstrahlen.
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