Sie sind plötzlich Nationalspieler – oder eigentlich noch nicht, aber sie werden es bald sein, diesen Schock haben sie halbwegs verdaut. Nichts ist unmöglich! Aber: Was nun?
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"Ich möchte alles aufsaugen", sagte der Freiburger Rechtsverteidiger Philipp Treu. Er zählt wie Hennes Behrens und Younes Ebnoutalib ebenfalls zu den sechs Glücklichen, die Klopp in seinen ersten von zwei Kadern für die anstehenden vier Länderspiele berief. Dass alles neu ist, bedeutet aber keinesfalls Ambitionslosigkeit: "Ich will auch zeigen, was ich so drauf habe – und wer der Philipp Treu ist." Klopp, einerseits. Aber auch den Fans.
"Gas zu geben und das Herz auf dem Platz zu lassen", das gilt wohl für sie alle, die jetzt gemeinsam die riesige Chance bekommen, sich einen Namen zu machen. Sich festzubeißen an der Angel, die Klopp ihnen unverhofft ausgeworfen hat. Und dann, wie Treu sagte: "Schauen, was die Spiele so mit sich bringen. Feuer frei!" Er selbst hatte den Anruf auf der heimischen Couch bekommen – im Fernsehen lief die Zweitligakonferenz.
Die Niederlande sind am Donnerstag (20.45 Uhr/RTL) in Amsterdam ein ganz anderes Kaliber. Conté hat mit der TSG Hoffenheim beispielsweise am Sonntag bitter beim SC Paderborn verloren, er fühlt sich möglicherweise gerade nicht wie einer von Deutschlands besten Fußballern. "Die letzten Tage waren sehr emotional für mich mit der Nominierung. Gleichzeitig gibt es im Verein keine Ergebnisse", sagte der 23-Jährige.
Dennoch ist es gut, dass er kommt, denn er hat mit Klopp etwas zu klären: Der Bundestrainer imitierte während der Pressekonferenz zur Kaderberufung seine Stimme, und die war ganz anders als in der Realität. "Ich weiß nicht, wo er die tiefe Stimme gehört hat. Das müssen wir noch einmal besprechen", sagte der Angreifer mit einem breiten Grinsen.
Conté ist wohl das beste Beispiel dafür, wie sperrangelweit Klopp beim Deutschen Fußball-Bund die Türen aufgerissen hat: Vier Bundesligaspiele und insgesamt 252 Minuten stehen in seiner Karriere-Statistik. Es gab Bundestrainer, die hätten bei dieser überschaubaren Vita noch nicht mal den Namen eines Spielers gekannt.
Bis zu 16 Debütanten möglich
Doch nun ist Aufbruchsstimmung! Klopp hat jeden Profispieler mit deutschem Pass dazu aufgefordert, spielerisch eine Bewerbung einzureichen. 16 mögliche Debütanten sind es am Ende geworden, von 44 Spielern im XXL-Doppelkader für die ungewöhnlich lange Abstellungsperiode.
Zehn von ihnen kommen erst für die Spiele Nummer drei und vier hinzu, beispielsweise Namen für Fachkundige wie Felix Keidel von der SV Elversberg, der Klopp zunächst brav siezte. Oder Mika Baur, Sohn des früheren Handball-Weltmeisters Markus Baur.
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Ihre Rollen sind noch nicht definiert, darüber werde in dieser Woche gesprochen, verriet Yannik Engelhardt. Denn: Der Bundestrainer musste derart viele Telefonate führen, dass für große Visionen keine Zeit war. Er überbrachte die "wilde" Nachricht, mit der "ich nullkommanull gerechnet habe" (Engelhardt), das war's fürs Erste.
Alles andere kommt jetzt. Nichts ist unmöglich: schon gar nicht bei Jürgen Klopp.
