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Neil Robertson: "Die Sportlichkeit im Snooker ist auf dem absoluten Tiefpunkt"

Neil Robertson hat sich zu der Queue-Affäre um Kyren Wilson geäußert.
Neil Robertson hat sich zu der Queue-Affäre um Kyren Wilson geäußert.Lu Hanxin / Xinhua News / Profimedia

Neil Robertson hat zu einer scharfen Kritik an der Sportlichkeit im Profi-Snooker ausgeholt. Laut dem ehemaligen Weltmeister hat die Integrität der Sportart in den letzten 20 Jahren drastisch nachgelassen. Der Australier reagierte damit auf den jüngsten Vorfall um Kyren Wilson, der während seines Matches bei der International Championship in Nanjing gegen Liam Highfield für Aufsehen gesorgt hatte, als er seinen Queue aggressiv auf den Tisch schleuderte.

Wilson äußerte sich später zu dem Zwischenfall, begründete sein Verhalten mit Frust während des Spiels und beschrieb sich selbst als "heißblütigen Typen". Robertson sieht in dieser Episode jedoch ein weitaus größeres Problem, das den gesamten Sport betrifft. Über die sozialen Medien nahm der Weltmeister von 2010 Bezug auf Wilsons Erklärungsversuch, sprach jedoch von einer deutlichen Verschlechterung der Verhaltensstandards unter den Profispielern.

Hintergrund: Wilson verteidigt "feuriges Temperament" nach Queue-Vorfall

"Natürlich würde Kyren die Zeit gerne zurückdrehen", schrieb Robertson auf X gerichtet an Wilson und dessen Management. "Aber ganz allgemein ist die Sportlichkeit im Snooker auf dem absoluten Tiefpunkt angelangt – da muss endlich etwas unternommen werden."

Robertson kritisiert Schiedsrichter

"In anderen Situationen erlebe ich das Äquivalent dazu, wie ein Golfer seine Tasche genau in dem Moment auf den Boden wirft, in dem der Gegner zum Putt ansetzt, und das dann auch noch für ein cleveres Manöver hält, wenn dieser verschießt."

"Es scheint, als wären die einzigen Schiedsrichter in unserem Sport ohne die nötige Physis diejenigen, die als einzige den Mut besitzen, ein solches Verhalten auch konsequent zu ahnden. Die Integrität des Snookersports ist im Vergleich zu vor 20 Jahren förmlich ins Bodenlose gestürzt."

Robertsons Äußerungen machen deutlich, dass sein Frust weit über vereinzelte Wutausbrüche hinausgeht. Er stellt damit auch den zunehmenden Einsatz von unsportlichem Gamesmanship während der Matches an den Pranger. Besonders scharf fällt seine Kritik an den Schiedsrichtern aus: Den Unparteiischen fehle es an Konsequenz, wenn Spieler sich unangemessen verhalten oder versuchen, ihre Gegner gezielt aus dem Konzept zu bringen.

Wilson kämpfte sich nach dem Ausraster zurück, schlug Highfield noch mit 6:5 und setzte sich in der folgenden Runde souverän mit 6:1 gegen Ryan Day durch. Damit zog der Profi aus Kettering ins Achtelfinale ein. Nach Erfolgen über Ryan Day, Oliver Lines und Ding Junhui steht Wison am Donnerstagmorgen im Halbfinale.

Für Robertson hingegen endete die International Championship bereits am Montag nach einer 4:6-Niederlage gegen Wang Xinbo in der Runde der letzten 32.

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