SUPERSTARS: Harry Kane gegen Lionel Messi - die große Bühne gehört natürlich auch den beiden Anführern. Auf der einen Seite Englands Rekordtorschütze, der seit Jahren die Offensive der Three Lions prägt und auch bei dieser WM wieder vorangeht. Auf der anderen Seite der ewige Messi, der auch mit 39 Jahren Spiele mit einem Moment der Genialität entscheiden kann. Die beiden Anführer verkörpern unterschiedliche Fußball-Welten, besitzen aber dieselbe Qualität: Sie liefern, wenn es darauf ankommt.
X-FAKTOR: Alle Augen werden auf das Torjäger-Rennen zwischen Kane (6), Messi (8) und auch Jude Bellingham (6) gerichtet sein – doch womöglich entscheiden andere das Spiel. Englands Declan Rice und Argentiniens Enzo Fernández sind die heimlichen Motoren ihrer Mannschaften. Sie schließen Räume, gewinnen zweite Bälle, geben den Rhythmus vor und sorgen dafür, dass die Stars vor ihnen glänzen können. Gerade in einem Halbfinale, in dem beide Teams defensiv für gewöhnlich hervorragend organisiert sind, könnte die Kontrolle im Zentrum zum Schlüsselfaktor werden.
Entscheiden die Torhüter das Spiel?
TRAINER: An der Seitenlinie prallen zwei unterschiedliche Fußballphilosophien aufeinander. Englands deutscher Teammanager Thomas Tuchel gilt als Detailfanatiker und Taktikexperte, der für nahezu jeden Gegner einen eigenen Matchplan entwickelt. Unter seiner Führung präsentiert sich England flexibel, strukturiert und defensiv stabil. Lionel Scaloni dagegen hat Argentinien zu einer verschworenen Einheit geformt, der Weltmeister-Coach versteht es wie kaum ein anderer, sein Team emotional aufzuladen und gleichzeitig taktisch diszipliniert auszurichten.
ELFMETER: Sollte nach 120 Minuten noch kein Sieger feststehen, könnte aus einem Fußballspiel ein Psychoduell werden. Die Engländer haben ihr historisches Elfmeterschießen-Trauma in den vergangenen Jahren teilweise abgelegt und mit Kane den wohl sichersten Schützen der Welt in ihren Reihen - auf der anderen Seite gilt Argentiniens Torhüter Emiliano Martínez als Elfmeterkiller, provoziert Gegner, spielt mit deren Nerven und wächst in den entscheidenden Momenten regelmäßig über sich hinaus. Messi hat seine beiden Elfmeter in diesem Turnier bislang verschossen.
SCHIEDSRICHTER: Mehrere VAR- und Schiedsrichterentscheidungen zugunsten Argentiniens haben in den vergangenen WM-Wochen Debatten ausgelöst, Kritiker wittern einen Messi-Bonus. Gegnerische Trainer und Fans beklagten wiederholt fehlende Konsequenz bei strittigen Szenen, Ägyptens Trainer Hossam Hassan sprach gar von "Manipulation". Beweise dafür gibt es zwar nicht, dennoch dürfte Schiedsrichter Ismail Elfath (USA) am Mittwoch fast so sehr im Mittelpunkt stehen wie die Spieler selbst.
GESCHICHTE/EMOTIONEN: Von Diego Maradonas berüchtigter "Hand Gottes" und seinem "Jahrhunderttor" bei der WM 1986 bis zu David Beckhams Platzverweis 1998 - kaum zwei Nationen verbindet auf der WM-Bühne eine vergleichbare Rivalität. Wenn Leidenschaft auf Titeldruck trifft, wird es hitzig, schon nach Englands Viertelfinale gegen Norwegen war es in Miami zu Auseinandersetzungen zwischen englischen und argentinischen Fans gekommen. Die Polizei in Atlanta erhöhte deshalb die Sicherheitsvorkehrungen, englische Fans sollen vom Verband via WhatsApp mitgeteilt bekommen, in welchen Kneipen sie feiern können. Die Rivalität nämlich soll sich ausschließlich auf dem Platz niederschlagen.
Zum Match-Center: England vs. Argentinien
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