"Ich tauche immer noch in diesen Moment ein und darin, wie viel er so vielen Menschen bedeutet", schrieb Chris in einer Art und Weise, die ein Diktat seiner Frau zumindest vermuten lässt: "Ich könnte sagen, dass stolz zu sein eine Untertreibung ist. Ich könnte sagen, dass es etwas ist, das wir niemals vergessen werden. Ich könnte sagen, dass es eine Reise wie keine andere war. Aber in Wahrheit gibt es keine Worte, die diesem Moment Worte verleihen könnten, die seiner Bedeutung gerecht werden."
Dieser "Moment" war das Spiel zwischen Tschechien und Südafrika (1:1) am vergangenen Donnerstag. Vier Jahre nach der Französin Stéphanie Frappart stieg Penso zur zweiten Schiedsrichterin auf, die eine Partie bei einer Männer-Endrunde leiten durfte. Und beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft am Donnerstag (22.00 Uhr MESZ/ARD, MagentaTV und Flashscore-Audioreportage) in New Jersey gegen Ecuador schließt sich der Kreis. Denn 2022 in Katar pfiff Frappart ebenfalls das abschließende deutsche Vorrundenspiel - damals gegen Costa Rica (4:2).
Penso wartet mit reichlich Erfahrung auf
Der Eintrag Frapparts in die Fußball-Geschichtsbücher ging mit dem Aus der DFB-Auswahl einher. Das kann nun nicht mehr passieren, da die Deutschen bereits als Gruppensieger feststehen. Völlig entspannt kann Penso, die wie gewohnt von ihren Assistentinnen Brooke Mayo und Kathryn Nesbitt (beide ebenfalls USA) an den Seitenlinien unterstützt wird, allerdings nicht in die Begegnung gehen. Schließlich geht es für Ecuador noch um das Weiterkommen.
Zum Match-Center: Ecuador vs. Deutschland
An der nötigen Erfahrung mangelt es Penso aber nicht. Die 39-Jährige, deren Ehemann Chris ebenfalls schon auf der Schiedsrichter-Liste der FIFA stand, leitete vor zwei Jahren das Finale der Frauen-WM zwischen Spanien und England (1:0). Bei der Klub-WM im vergangenen Jahr war sie unter anderem bei der Begegnung zwischen Borussia Dortmund und Ulsan HD FC (1:0) im Einsatz. Zuvor pfiff sie bei Olympia 2024. Zudem ist Penso, die seit 2020 international ran darf, in der nordamerikanischen Major League Soccer (MLS) aktiv.
Der Weltverband FIFA sorgte mit seinen jüngsten Ansetzungen übrigens dafür, dass es eine dritte WM-Schiedsrichterin geben wird. Katia Garcia aus Mexiko leitet am Freitag (01.00 Uhr/MagentaTV) das Spiel zwischen Tunesien und den Niederlanden.
Für Penso geht es am Donnerstag darum, mit einer guten Vorstellung das Schiri-Quartier zur Party-Location umzufunktionieren. Die Endrunde läuft schließlich noch, wenn sie am 8. Juli ihren 40. Geburtstag feiert. Sollte Penso dann noch im Turnier sein, wird sie die Funkstille sicher erneut clever umgehen.
