Besonders beeindruckte Young durch seine sportliche Fairness: Bereits auf dem zweiten Fairway bemerkte er, dass sich sein Ball bewegt hatte, und belegte sich selbst mit einer Strafe. Dennoch rettete er das Par und unterschrieb am Ende eine starke 68er-Runde (vier unter Par). Mit einem Gesamtergebnis von 19 unter Par (269 Schläge) sicherte er sich im Trump National Doral das Preisgeld von 3,6 Millionen Dollar. Damit ist Young erst der dritte Spieler in der Geschichte, der das Turnier in Doral von der ersten Runde an anführte – ein Kunststück, das zuletzt Andy Bean im Jahr 1977 gelang.
"Schwierige Plätze und fordernde Bedingungen liegen mir mental oft besser", erklärte Young. "Es geht darum, fokussiert zu bleiben. Zum Glück konnte ich mich ganz auf den Moment konzentrieren und konstant gute Schläge abliefern."
Young: "Selbstvertrauen wächst stetig"
Young, der am kommenden Donnerstag seinen 29. Geburtstag feiert, befindet sich in der Form seines Lebens: Nach seinem ersten PGA-Sieg im vergangenen August in Greensboro und dem Triumph bei der Players Championship im März folgte erst letzten Monat ein dritter Platz beim Masters. Mit seinem Vorsprung von sechs Schlägen stellte er zudem den Rekord für den deutlichsten Sieg in Doral ein, den Hubert Green seit 1976 hielt.
"Mein Selbstvertrauen wächst stetig", so Young. "In den letzten Jahren war ich oft nah dran, aber jetzt schaffe ich es, diese Chancen auch konsequent zu nutzen. Das macht Lust auf die kommenden Wochen."
Heftige Regenfälle in der Nacht hatten den Start der Schlussrunde verzögert und den berüchtigten "Blue Monster"-Kurs aufgeweicht. Unter den Zuschauern befand sich auch US-Präsident Donald Trump, der Youngs finalen Putt am 18. Loch aus einer Loge verfolgte.
Der Weltranglistenerste Scottie Scheffler sicherte sich mit drei Birdies auf den letzten vier Löchern und einer 68er-Runde den zweiten Platz (275 Schläge), knapp vor seinem Landsmann Ben Griffin. Für Scheffler war es das dritte Mal in Folge, dass er als Zweitplatzierter vom Grün ging – eine seltene Serie, die auf der PGA Tour zuletzt 2014 vorkam. Für ihn war das Turnier der letzte Härtetest vor seiner Titelverteidigung bei der PGA Championship in zwei Wochen. Den vierten Platz teilten sich der Australier Adam Scott (64er-Runde), der Österreicher Sepp Straka und der Südkoreaner Kim Si-woo.
Young über "Selbstbestrafung"
Wie gefestigt Young agierte, zeigte sich direkt nach dem Vorfall an Loch zwei. Trotz der Strafe brachte er den Annäherungsschlag nah an die Fahne und lochte den Par-Putt, was ihm sofort den Rhythmus zurückgab. "Natürlich erschrickt man, wenn der Ball sich bewegt, aber das ist Golf", kommentierte er die Szene. "Außer mir hätte das wohl niemand bemerkt. Es ist mir nun schon zum vierten Mal passiert – vielleicht setze ich den Schläger zu hart ab. Aber ich könnte niemals wegschauen, wenn der Ball sichtlich rollt. Ich habe es dann aber ganz gut weggesteckt."
Im Anschluss untermauerte er seine Dominanz mit Birdies an der Drei, der Fünf und der Acht, wodurch er bereits zur Halbzeit mit sieben Schlägen führte. Ein souveränes Finish mit weiteren Schlaggewinnen an der 12, 15 und 16 machte den überlegenen Sieg schließlich perfekt.
