Schon nach zwei Vierteln lagen die Knicks dabei mit 27 Zählern zurück - das dritthöchste Halbzeit-Defizit der Finalgeschichte. Doch die starken Jalen Brunson (36 Punkte) und OG Anunoby (33) führten New York vor einer tobenden Kulisse zurück ins Spiel, Anunoby traf 1,2 Sekunden vor Ende per Tip-in zum Sieg. Am Samstag (2.30 Uhr MESZ/Prime Video) steht in San Antonio das erste Matchball-Spiel an.
"Ich weiß nicht, ob es in der Geschichte des Knicks-Basketballs eine wichtigere Aktion gab als diese", kommentierte Knicks-Trainer Mike Brown den entscheidenden Korb von Anunoby, der die Arena in Ekstase versetzte. Unter den prominenten Fans im Garden waren diesmal Pop-Diva Taylor Swift, Regisseur Spike Lee und Schauspieler Ben Stiller.
Im Big Apple traten allerdings zunächst die Spurs an beiden Enden des Spielfelds stark auf, trafen schon im ersten Drittel die Dreier stabil und zogen historisch davon. Beim Halbzeitstand von 76:49 schien die Partie bereits entschieden zu sein.
In dieser Phase griff auch der einzige deutsche Spieler erstmals ein. Knicks-Center Ariel Hukporti, der als insgesamt erst sechster Deutscher im Endspiel um die Larry O'Brien Trophy spielt, sammelte die ersten Final-Minuten seiner Karriere. In 3:27 Minuten blieb der Big Man aus Stralsund, der nach Dirk Nowitzki (2011) und Isaiah Hartenstein (2025) zum dritten deutschen NBA-Champion werden könnte, aber ohne Zähler.
Wembanyama gehen die Erklärungen aus
Starspieler Wembanyama zeigte bei den Spurs, die erstmals seit dem Titelgewinn 2014 im NBA-Endspiel stehen, alles in allem eine gute, aber weniger dominante Vorstellung als beim ersten Sieg zwei Tage zuvor: Mit 24 Punkten, 13 Rebounds und drei Blocks legte er gute Statistiken hin, vergab aber in der engen Schlussphase zwei wichtige Freiwürfe.
Kurz darauf gingen die Knicks erstmals in der Partie in Führung – und holten sich diese kurz vor der Schlusssirene zurück. "Ich kann es im Moment nicht wirklich erklären", sagte Wembanyama zum Einbruch der Spurs: "Ich weiß es nicht. Wir waren in der zweiten Halbzeit eindeutig nicht die Mannschaft mit dem größten Hunger." Trainer Mitch Johnson nannte den Ausgang der Partie "gelinde gesagt enttäuschend".
Für die Knicks ist es der nächste Erfolg ihrer beeindruckenden Play-off-Reise. Nach den Sweeps gegen die Philadelphia 76ers und die Cleveland Cavaliers fehlt New York nur noch ein Erfolg, um erstmals seit 53 Jahren wieder den Titel zu gewinnen.
