Gemeinsam mit Mostafa Ziko (58.) und Trezeguet (82.) führte Salah (67.) die "Pharaonen" im insgesamt neunten Anlauf erstmals zu einem Erfolg bei einer WM-Endrunde - und an die Spitze der Gruppe G. Am abschließenden Gruppenspieltag trifft Ägypten in Seattle auf den Iran, steht mit nun vier Punkten und der Aussicht auf mindestens einen Platz unter den acht besten Gruppendritten aber kaum mehr unter Druck.

"Wir müssen diesen Tag heute genießen", sagte Salah mit einem breiten Grinsen, die Atmosphäre habe sich wie "ein Heimspiel" angefühlt. "Wir sind jetzt Gruppenerster. Aber das nächste Spiel ist sehr wichtig."
"Wir haben heute Geschichte geschrieben", fügte Salah an: "Man sieht viele Mannschaften Spiele gewinnen, aber für uns kommt das nicht sehr oft vor." Erst im neunten Anlauf war den "Pharaonen" der ersehnte erste Sieg bei einer WM-Endrunde gelungen. Dank Salah, der ein Tor und eine Vorlage beigesteuert hatte - und damit auch die Gerüchte der vergangenen Woche vorerst vergessen machte.

In der Heimat war nach Salahs Auswechslung beim 1:1 zum Auftakt gegen Belgien über eine mögliche Missstimmung des Stars spekuliert worden. Trainer Hossam Hassan hatte die Spekulationen anschließend entschieden zurückgewiesen. Salah, so der Coach, sei ein "großartiger Spieler, der seinen Mannschaftskameraden hilft, sehr diszipliniert ist und ein Vorbild darstellt." Auch nach dem Erfolg von Vancouver lobte Hassan seinen Kapitän für dessen "harte Arbeit", aber auch sich selbst.
Er sei "vielleicht der erste Trainer", der Salah "auf einer Position spielen lässt, die seiner Gefährlichkeit entspricht, die zu seinen Fähigkeiten und Qualitäten passt", sagte der frühere Nationalspieler selbstbewusst: "Wir haben an so vielen Dingen gearbeitet, und ich bin sicher, dass wir noch mehr von ihm sehen werden."
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"Das wäre Geschichte"
Für Neuseeland geht das Warten hingegen weiter: Die "All Whites", die durch Finn Surman (15.) noch in Führung gegangen waren, holten auch in der achten Partie ihrer WM-Geschichte keinen Sieg. Am kommenden Freitag (Ortszeit) bietet sich dem Weltranglisten-85. gegen bislang enttäuschende Belgier die wohl vorerst letzte Chance.
Die Sehnsucht nach eben jenem war bei beiden Mannschaften selbstredend riesig gewesen. "Das wäre Geschichte", sagte Neuseelands Trainer Bazeley. Man wolle, ergänzte sein gegenüber Hossam Hassan, den Menschen in der Heimat "Freude bereiten". Keine leeren Worte, wie sich schnell herausstellte.
Frühe Führung für die All Whites
Beide Mannschaften suchten von Beginn an den direkten Weg zum Tor. Vor allem die vielen ägyptischen Fans peitschten ihr Team in der geschlossenen Arena in Vancouver lautstark nach vorne. Es dauerte jedoch nicht allzu lang, um sie erstmals zum Schweigen zu bringen.
Der Abschluss von Elijah Just (14.) jagte ihnen einen ersten Schreck ein - wenige Sekunden später blieb es dann nicht nur dabei: Völlig unbedrängt köpfte Surman, der für die Portland Timbers in der MLS spielt, Neuseeland zur Führung ein. Ägypten reagierte wütend, aber oft zu wild.
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Leistungssteigerung führt zum Sieg
Erst in der 27. Minute verzeichnete der ehemalige Frankfurter Omar Marmoush den ersten Abschluss für den Favoriten. Ansonsten wirkten Salah und Co. gegen leidenschaftlich verteidigende Neuseeländer meist planlos, die eigene Fehleranfälligkeit im letzten Drittel half nicht.
Das änderte sich in der zweiten Halbzeit. Ägypten bespielte die sich bietenden Räume nun deutlich besser, wenngleich auch Neuseeland - etwa durch Callum McCowatt (52.) - weiter gefährlich blieb. Der Ausgleich durch Ziko war dennoch verdient, im BC Place von Vancouver wurde es laut. Erst recht als Salah traf.
