Die neue LaLiga-Saison steht vor der Tür – doch der FC Barcelona musste zuletzt einen herben Rückschlag verkraften. Frenkie de Jong hat sich nach seiner Rückkehr von der Weltmeisterschaft einen Innenbandriss im rechten Knie zugezogen und wird Hansi Flick voraussichtlich monatelang fehlen.
Dabei hatte sich der Niederländer nach einer komplizierten Saison gerade erst zurückgekämpft. Immer wieder war de Jong durch Sperren, Verletzungen, Krankheiten oder Belastungssteuerung ausgebremst worden. Zum Saisonende präsentierte er sich jedoch wieder in Bestform, absolvierte alle WM-Spiele für die Niederlande – offenbar allerdings unter Schmerzen.
Barcelona rüstet auf – und sucht weiter nach Verstärkung
Auch auf dem Transfermarkt herrscht weiter Bewegung. Marcus Rashford steht offenbar vor dem Abschied, während Anthony Gordon und Karim Adeyemi den Konkurrenzkampf in der Offensive verschärfen sollen.
Zudem bleibt Julián Álvarez Barcelonas Wunschlösung für die Zeit nach Robert Lewandowski. Ob Atlético Madrid seinen Torjäger tatsächlich ziehen lässt, gilt allerdings als äußerst fraglich.
Jetzt schlägt Bernals Stunde
De Jongs Verletzung könnte ausgerechnet Marc Bernal zum großen Gewinner machen. Der 19-Jährige zählt seit Jahren zu den größten Talenten aus La Masia und wird wegen seiner Spielweise immer wieder mit Sergio Busquets verglichen. In der vergangenen Saison gehörte Bernal zwar bereits zum Profikader, den endgültigen Durchbruch schaffte er aber noch nicht. Jetzt könnte sich das ändern.
Hansi Flick gilt als Trainer, der jungen Spielern ohne Zögern Verantwortung überträgt, wenn sie ihn sportlich überzeugen. Genau diese Gelegenheit bietet sich Bernal nun.
Fünf Tore – trotz deutlich weniger Spielzeit
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, warum Bernal intern so hoch eingeschätzt wird. Der Youngster absolvierte in der Saison 2025/26 zwar 33 Pflichtspiele, stand aber nur 15-mal in der Startelf und sammelte insgesamt 1.313 Einsatzminuten.
Trotzdem erzielte er fünf Tore. De Jong kam bei mehr als 1.500 zusätzlichen Spielminuten lediglich auf einen Treffer. Auch im Passspiel überzeugte Bernal. Seine Passquote von 90,56 Prozent gehört bereits zu den besten Werten im Kader. De Jong blieb mit starken 94,19 Prozent zwar das Maß aller Dinge, doch der Abstand fällt deutlich kleiner aus, als es das Alter der beiden Spieler vermuten lässt.
In der Defensive hat Bernal bereits die Nase vorn
Vor allem gegen den Ball liefert der Youngster beeindruckende Werte. Mit 23 erfolgreichen Tacklings aus 34 Versuchen kommt Bernal auf eine Erfolgsquote von 67,65 Prozent. De Jong gewann zwar insgesamt mehr Tacklings (28), benötigte dafür aber 61 Versuche und erreichte lediglich eine Quote von 45,9 Prozent.

Auch im Luftzweikampf hatte Bernal die besseren Zahlen. Er gewann 22 seiner 45 Kopfballduelle, während de Jong 18 von 31 Duellen für sich entschied. Bei den Bodenduellen fällt ebenfalls auf, wie präsent Bernal trotz seiner geringeren Einsatzzeit war. Mit 171 geführten Duellen liegt er nur knapp hinter de Jongs Wert von 205.
De Jongs größte Stärke kann Bernal noch nicht ersetzen
So vielversprechend Bernals Entwicklung auch ist – einen Bereich muss er noch deutlich verbessern. De Jong ist einer der wichtigsten Taktgeber im Spielaufbau der Katalanen. Allein in der vergangenen Saison bereitete er 51 Torchancen vor. Bernal kam im gleichen Zeitraum lediglich auf sechs.

Gerade diese Kreativität und Ruhe am Ball werden Barcelona in den kommenden Monaten fehlen. Doch sollte Bernal die Chance nutzen, könnte der Konkurrenzkampf nach de Jongs Rückkehr spannender werden als gedacht.
