NÄCHSTE HAALAND-SHOW
Den WM-Hype mitnehmen, einfach weiterrudern – so lautete das große Ziel für die Norweger. Und das gelang, einmal mehr dank Tormaschine Erling Haaland.
Mit seinem Doppelpack (18./74.) beim überzeugenden 3:2 (2:1) in Oslo gegen Dänemark baute der 26-Jährige seine überirdische Quote auf 64 Tore in 56 Länderspielen aus.

Er ließ damit die beiden Legenden Zlatan Ibrahimovic (Schweden) und Ronaldo (Brasilien/je 62 Tore) hinter sich und stieg zum alleinigen nordischen Rekordtorschützen auf.
"Ich bin so müde. Neues Spiel in 70 Stunden", schrieb er auf seinem Snapchat-Account und zeigte seinen aus sämtlichen Zweikämpfen aufgekratzten Oberkörper. Nächster Gradmesser: Portugal.
Match-Center: Norwegen vs. Dänemark
RONALDO SPALTET WEITER
Cristiano Ronaldo ackerte, pushte und motzte über seine Teamkollegen – und jubelte nach 59 Minuten bereits ausgelassen über sein 980. Karrieretor. Dass der Treffer wegen Abseits vom VAR einkassiert wurde, passte ins Bild.
Der 41-Jährige, der nach dem krachenden WM-Aus im Sommer schon an einen Rücktritt aus der Selecao gedacht hatte, ließ allein in der ersten Halbzeit fünf gute Gelegenheiten liegen, in der 49. Minute verpasste er mit einem "unglaublichen Fehlschuss" (O Jogo) das leere Tor.

Nach 67 Minuten nahm Jorge Jesus seinen Kapitän und Superstar vom Feld, sein Team schaukelte das erfolgreiche, aber schmeichelhafte Debüt für den neuen Trainer beim 1:0 (1:0) gegen Wales über die Bühne. "Individuell gibt es Spieler, die es besser können", meinte Jesus.
Match-Center: Portugal vs. Wales
DÄMLICHER JUBEL
Israels Sayed Abu Farkhi sorgte mit seinem Torjubel in Österreich für jede Menge Kopfschütteln und internationale Aufregung. "In der Phase, in der das Land steckt, ist das einfach dämlich", sagte der Hoffenheimer Patrick Wimmer. Einfach "dumm", meinte der Mainzer Phillipp Mwene.
Was war passiert? Der Stürmer vom MLS-Klub Colorado Rapids stürmte zur Eckfahne rupfte sie aus dem Boden und vollführte mit dem Fahnenstock etwas, das wie ein Billard-Stoß aussah, aber vor allem im Netz als Schusswaffen-Jubel ausgelegt wurde.

Dem bulgarischen Schiedsrichter Georgi Kabakow ging es in jedem Fall zu weit, er schickte Abu Farchi nur fünf Minuten nach dessen erster Verwarnung mit Gelb-Rot vom Platz.
Israel verlor mit 1:3. Er würde "jedes seiner Tore auf diese Weise" feiern, haderte Nationaltrainer Ran Ben Shimon, zeigte aber auch Verständnis: "Vielleicht war es mein Fehler, dass ich ihm nicht gesagt habe, er muss das stoppen. Er muss daraus lernen."
Match-Center: Österreich vs. Israel
LAST-MINUTE-GRIECHEN
Drei Tage vor dem Duell mit Jürgen Klopps DFB-Team feierte der Griechenland zum Auftakt einen Last-Minute-Erfolg in Serbien (2:1), der Europameister von 2004 kommt daher mit großer Brust nach Augsburg.
Im Mittelpunkt: Der Ex-Düsseldorfer Christos Tzolis, der nach frühem Rückstand sehenswert die Wende einleitete (74.), Tassos Douvikas (90.+4) traf zum umjubelten Sieg.

Am Sonntag (20.45 Uhr/ARD) werde man "das Spiel anders angehen", sagte Tzolis mit Blick auf das "schwierige Spiel" gegen einen "sehr guten Gegner mit enormer Qualität." Sein Team gehe "mit Zuversicht ins Spiel", Tzolis hat große Pläne: "Ich habe schon einmal in Deutschland getroffen, aber noch nicht in Augsburg. Ich hoffe es."
