Es ist noch nicht mal zwei Monate her, da grüßte der FC Augsburg von der Tabellenspitze der Bundesliga: sechs Punkte, 7:1 Tore.
Seitdem aber sind die Mienen bei den Schwaben von Woche zu Woche ein bisschen sorgenvoller geworden. Nach einem ernüchternden 1:1 (0:0) gegen Union Berlin mit je einmal Rot für beide Mannschaften ist der einstige Spitzenreiter im Mittelmaß angekommen.

Seit fünf Spielen ist Augsburg jetzt ohne Sieg – und der Trend nicht gerade ein friend. Dennoch betonte Anton Kade unmittelbar im Anschluss bei Sky: "Wir dürfen es nicht zu negativ sehen."
Platzverweis auf beiden Seiten
Vielmehr sei das bald 50-minütige Anrennen gegen das Bollwerk der ab der 19. Minute dezimierten Eisernen ein guter Test für das Pokalspiel am Dienstag beim Drittligisten SG Sonnenhof-Großaspach gewesen.
Die Tore fielen erst, als beide Mannschaften in Unterzahl spielten. Erst musste der ehemalige Augsburger Felix Uduaokhai vom Feld – Notbremse (19.). Und nach einer guten Stunde folgte ihm Juma Bah (63.) – grobes Foulspiel. Augsburg, während der Überzahl mehr oder weniger ohne Chance, ging nur kurz darauf durch Han-Noah Massengo in Führung (71.), drei Minuten später glich Janik Haberer für die Berliner aus (74.).

Gouweleeuw stellt Klubrekord auf
Der prompte Gegentreffer sorgte bei den Augsburgern verständlicherweise für große Ernüchterung. "Wir haben keine Torchance zugelassen, außer, wo sie das Tor machen", jammerte Kapitän Jeff Gouweleeuw, der mit seinem 275. Bundesliga-Einsatz für den FCA zum Rekordspieler des Klubs aufstieg.
Zugleich beklagte er das Versäumnis seiner Mannschaft, die Überzahl nicht genutzt zu haben: "Wir waren da zu ungeduldig."

Die Berliner konnten am Ende mit dem Punkt wie zu erwarten weitaus besser leben. "Absolut verdient", sagte Sport-Geschäftsführer Horst Heldt sei der Zähler, vergaß aber auch nicht zu erwähnen, dass sich die Mannschaft durch den frühen Platzverweis zunächst "selbst in Schwierigkeiten gebracht" habe – "das war unnötig, das sind Sachen, die nicht gut sind."
Union wieder "kompakt in der Defensive"
Immerhin, in den vergangenen drei Spielen haben die Köpenicker unter dem neuen Trainer Mauro Lustrinelli fünf Punkte geholt, der Trend ist neuerdings ihr friend.
"Wir sind", sagte Torschütze Haberer, "wieder eklig und kompakt in der Defensive. So muss es weitergehen." Man habe, assistierte Rani Khedira, in den vergangenen Wochen gesehen, "dass wir als Einheit wieder besser zusammenstehen."

Aus dem Gröbsten raus ist Union als Tabellenvorletzter längst nicht. Aber auch nur noch drei Punkte vom ehemaligen Tabellenführer entfernt.
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