Während Vingegaard selbst Zuversicht ausstrahlt, sieht Contador – der in seiner Karriere beide Rundfahrten gewinnen konnte – ein strategisches Risiko: "Heutzutage sind perfekt abgestimmte Trainingslager entscheidend. Alles wird bis ins kleinste Detail analysiert und gesteuert. Beim Giro ist das unmöglich; dort lässt sich die physische Belastung kaum exakt planen", erklärte Contador gegenüber TNT. Er befürchtet, dass die Regenerationszeit bis zur Tour nicht ausreicht, um dort in absoluter Topform anzutreten.
Das Team Visma-Lease a Bike hält jedoch an der Strategie fest. Sportdirektor Marc Reef betonte am Rande von Paris-Nizza gegenüber TV 2 Sport den Optimismus des Teams: "Jonas ist bereit und wollte diesen Weg ausdrücklich gehen. Er hat oft bewiesen, dass er bei einer zweiten Grand Tour sogar noch stärker wird und seine Werte verbessert. Genau darauf setzen wir nun."
"Bei Pogacar sah es spielerisch aus"
Contador spricht aus Erfahrung: Offiziell werden ihm zwar je zwei Siege beim Giro und der Tour zugeschrieben, doch bei seinen eigenen Versuchen, beide Rennen im selben Jahr zu dominieren, erreichte er im Juli nie sein volles Potenzial. Historisch gelang das Double nur acht Fahrern; im aktuellen Jahrtausend ist Tadej Pogačar der Einzige, dem dieses Kunststück (2024) glückte.
"Bei Pogačar sah es spielerisch aus, aber wir müssen abwarten, ob das auch für Vingegaard gilt. Ich halte es schlichtweg nicht für die ideale Vorbereitung", so Contador abschließend. Der Giro d’Italia beginnt heute – Vingegaard geht dabei als der große Favorit ins Rennen.
