Angriff der NextGen: Diese ATP-Talente solltest du bei Roland Garros im Auge behalten

Martín Landaluce gilt in Spanien als der nächste Carlos Alcaraz.
Martín Landaluce gilt in Spanien als der nächste Carlos Alcaraz.REUTERS/Ciro De Luca

Während Arthur Fils oder Learner Tien bereits in den Top 20 etabliert sind, lauert dahinter eine Reihe junger Talente, die bereit sind, den Pariser Sandplatz aufzumischen. Wir stellen dir acht Spieler vor, die bei den diesjährigen French Open den großen Durchbruch schaffen könnten.

João Fonseca

Ein naheliegender Name für den Anfang: Der Brasilianer wird seit geraumer Zeit als kommender Star gehandelt – jetzt ist es an der Zeit, den Vorschusslorbeeren Taten folgen zu lassen. Auf der ATP-Tour liefert er mittlerweile konstant ab: erste Titel, ein Viertelfinale bei einem Masters 1000 und Siege gegen Top-20-Spieler stehen bereits zu Buche. Was jetzt noch fehlt, ist der Urknall bei einem Grand Slam, der ihn auf das nächste Level katapultiert. Auch wenn er erst 19 Jahre alt ist – die Bühne ist bereit.

1. Runde: gegen einen Qualifikanten

Rafael Jódar

Obwohl er die US Open der Junioren 2024 gewinnen konnte, hätte man seinen Durchbruch eher auf Sand vermutet – dem klassischen Terrain für einen Spanier. Die Erwartungen hat er jedenfalls eindrucksvoll übertroffen. Seit Beginn der Sandplatzsaison feierte er 15 Siege bei nur drei Niederlagen, wobei er sich nur absoluten Topspielern wie Sandplatzspezialist Luciano Dardieri, Arthur Fils und Jannik Sinner geschlagen geben musste.

Dafür glänzte er mit Siegen gegen João Fonseca oder Alex De Minaur. Mit gerade einmal 19 Jahren steht er bereits in den Top 30 und sein Potenzial scheint grenzenlos. Ihm wird bereits das schwere Erbe von Rafael Nadal zugetraut. Da er sein bislang einziges Fünfsatz-Match im Hauptfeld gewinnen konnte, bringt er alles mit, um in Paris zu explodieren. Kann er das verletzungsbedingte Fehlen von Carlos Alcaraz vergessen machen?

1. Runde: gegen Aleksandar Kovacevic

Ignacio Buse

Er fliegt noch weitgehend unter dem Radar. Buse stammt aus Peru – einem Land, das auf der Tennis-Landkarte abseits von Luis Horna kaum eine Rolle spielt. Doch er geht unbeirrt seinen Weg, sammelt fleißig Siege, gilt als absoluter Sandplatzspezialist und hat gerade den Sprung in die Top 60 geschafft. Der Peruaner spielt vielleicht nicht das spektakulärste Tennis, besticht aber durch seine enorme Physis und nutzt eiskalt jede sich bietende Lücke. Vorausgesetzt, ihm gelingt in der ersten Runde die Sensation.

1. Runde: gegen Andrey Rublev

Martín Landaluce

Wer mit 16 Jahren ein Grand-Slam-Turnier der Junioren (die US Open) gewinnt, muss mit extremem Erwartungsdruck umgehen. Landaluce brauchte etwas Zeit, um diesen zu verdauen und den Schlüssel für die ATP-Tour zu finden. Der Knoten platzte schließlich beim Masters 1000 in Miami, wo er mit einem reifen, soliden Spiel gegen etablierte Gegner das Viertelfinale erreichte.

In Rom legte er direkt nach und zog erneut in ein Masters-Viertelfinale ein, wo er Daniil Medvedev beim 5:7 im dritten Satz alles abverlangte. Er gilt als das nächste Riesentalent des spanischen Tennis und legitimer Alcaraz-Nachfolger: Die Zukunft hat hier längst begonnen. Gut möglich, dass er auf dem Pariser Sandplatz für die nächste fette Schlagzeile sorgt.

1. Runde: gegen einen Qualifikanten

Alexander Blockx

Auch er ist ein ehemaliger Junioren-Grand-Slam-Sieger (Australian Open 2023), stand zuletzt jedoch etwas im Schatten. Nach soliden Leistungen auf der Challenger-Tour feierte er in Madrid seinen ultimativen Meilenstein: Nacheinander räumte er Felix Auger-Aliassime, Francisco Cerúndolo sowie Casper Ruud aus dem Weg und scheiterte erst im Halbfinale an Alexander Zverev.

Es war die Leistungsexplosion, auf die viele gehofft hatten, die so aber niemand vorhersagen konnte. Nun folgt der schwierigste Teil: die Bestätigung. Zumal hinter seiner Physis in Best-of-Five-Matches noch ein Fragezeichen steht und er sich zudem frisch von seinem Trainer getrennt hat. Definitiv eine der spannendsten Personalien in Paris.

1. Runde: gegen einen Qualifikanten

Daniel Mérida

Im Vergleich zu seinen beiden spanischen Landsmännern verläuft seine Entwicklung etwas defensiver. Dennoch ließ er aufhorchen, als er in Bukarest das Finale erreichte und dabei jedes einzelne Match über die volle Drei-Satz-Distanz gehen musste. Ein starkes Indiz für seine körperliche Belastbarkeit, die er nun auch bei einem Grand Slam unter Beweis stellen will. Dafür braucht es allerdings einen Auftaktsieg auf seinem erklärten Lieblingsbelag.

1. Runde: gegen Ben Shelton

Dino Prižmić

Spätestens seit den Australian Open 2024 ist er im Fokus, als er Novak Djokovic in der ersten Runde als Qualifikant sensationell einen Satz abnahm. Nach starken Auftritten auf der Challenger-Tour hat er sich klammheimlich oben festgebissen, ehe er kürzlich beim Masters in Rom endgültig den Deckel draufmachte und die Revanche glückte: Er besiegte Novak Djokovic.

Da er 2023 bereits den Junioren-Titel in Roland-Garros holte, ist es für ihn nun an der Zeit, den ersten Sieg im Hauptfeld eines Grand Slams einzufahren – oder sogar mehr. Mit seinen 20 Jahren bringt er die nötige Fitness mit und könnte mit dem Selbstvertrauen aus dem Sieg gegen eine Legende im Tableau gehörigen Schaden anrichten.

1. Runde: gegen einen Qualifikanten

Bonus: Moses Kouame

Über das neue Wunderkind des französischen Tennis ist fast schon alles gesagt worden. Es überrascht kaum, dass die Veranstalter ihn mit einer Wildcard ausgestattet haben. Auch wenn das Turnier für ihn spielerisch vielleicht noch etwas zu früh kommt, sollte sich sein Erstrundengegner warm anziehen: Kouame besitzt bereits jetzt eine enorme Fanbase, die den Court in Roland-Garros im Handumdrehen in einen Hexenkessel verwandeln kann. Was, wenn die Sensation gelingt?

1. Runde: gegen Marin Cilic