NBA: Lakers verzweifeln an tiefen Thunder – Cleveland um Schröder verliert erneut

Die Detroit Pistons feiern ihren zweiten Sieg in der NBA-Playoff-Serie.
Die Detroit Pistons feiern ihren zweiten Sieg in der NBA-Playoff-Serie.GREGORY SHAMUS / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

Welt- und Europameister Dennis Schröder steht mit den Cleveland Cavaliers in den Playoffs der NBA vor dem Aus. Der Kapitän der deutschen Basketball-Nationalmannschaft verlor mit seinem Team das zweite Gastspiel bei den Detroit Pistons mit 97:107 und geriet damit in der Best‑of‑seven‑Serie mit 0:2 in Rückstand. Der Druck vor den beiden Heimspielen am Samstag sowie am Montag ist bereits gewaltig.

Detroit Pistons 107:97 Cleveland Cavaliers

Schröder konnte dem Spiel von der Bank keine entscheidende Wendung geben, kam letztlich in 20 Minuten auf vier Punkte, drei Rebounds und fünf Assists. Bester Werfer der Partie war Clevelands Donovan Mitchell mit 31 Zählern, doch auf der Gegenseite hielten Superstar Cade Cunningham mit 25 und Tobias Harris mit 21 Punkten entscheidend dagegen. Die Pistons hatten zuvor im Achtelfinale Orlando Magic um den verletzten Franz Wagner aus dem Wettbewerb geworfen.

Nachdem die Pistons im ersten Durchgang bereits mit 14 Zählern geführt hatten, kämpften sich die Cavaliers stark zurück und eroberten zu Beginn des letzten Viertels gar kurz die Führung. Doch dann zog Detroit vor allem in Person von Cunningham, der im Schlussabschnitt zwölf Zähler erzielte, wieder an. "Wir sind einfach ruhig geblieben", sagte Cunningham bei Prime: "Wir sind unseren Prinzipien treu geblieben, haben an unserem System festgehalten und einfach die Energie ein wenig hochgeschraubt."

Besonders beeindruckend war die Tiefe des Kaders: Scharfschütze Duncan Robinson versenkte fünf Dreier, und Energiebündel Daniss Jenkins unterstrich von der Bank kommend seine Ambitionen. "Ich glaube nicht, dass die Leute mit meinem Tempo mithalten können", gab sich Jenkins nach seinen 14 Punkten selbstbewusst. Detroit scheint derzeit eine physische Überlegenheit auszustrahlen, die den Gegner mürbe macht.

Auf Seiten der Cavaliers stemmte sich Mitchell mit 31 Punkten gegen die Niederlage, und auch Jarrett Allen zeigte sich nach seinem zuletzt schwachen Auftakt verbessert. Doch das reichte nicht, um die eklatante Abschlussschwäche aus der Distanz zu kompensieren. Im entscheidenden vierten Viertel vergab Cleveland alle elf Versuche von der Dreierlinie. Coach Kenny Atkinson zeigte sich frustriert über die verschlafenen Anfangsphasen seines Teams: "Sie kamen super aggressiv raus, aber es sind die Playoffs. Offensichtlich haben wir dafür noch keine Lösung gefunden."

Ein herber Rückschlag für Cleveland war zudem die schwache Leistung von James Harden, dem lediglich 10 Punkte gelangen und der in der Crunchtime mit einem entscheidenden Ballverlust alle Hoffnungen auf ein Comeback begrub. Da auch Max Strus nach seinem starken ersten Spiel fast völlig abtauchte, reist die Serie nun mit viel Druck im Gepäck nach Cleveland. Dort müssen die Cavs am Samstag ihre Heimstärke aus der ersten Runde wiederfinden, um nicht vorzeitig die Segel streichen zu müssen.

Oklahoma City Thunder 125:107 Los Angeles Lakers

In Oklahoma City sah es kurzzeitig so aus, als könnten die Los Angeles Lakers die Serie ausgleichen, doch am Ende triumphierten die Thunder deutlich mit 125:107. Dabei geriet der Favorit im dritten Viertel in echte Schwierigkeiten: Superstar Shai Gilgeous-Alexander musste mit seinem vierten Foul vorzeitig auf die Bank, während Austin Reaves die Lakers per Freiwurf mit fünf Punkten in Führung brachte. Für einen kurzen Moment witterte L.A. die Chance, das Spiel zu stehlen, während der amtierende MVP nur zuschauen konnte.

Doch wer dachte, die Thunder würden ohne ihren Anführer einknicken, sah sich getäuscht. In Abwesenheit von "SGA" startete Oklahoma City einen fulminanten 21:5-Lauf und riss das Spiel endgültig an sich. Es war eine Machtdemonstration des gesamten Kaders, die bewies, dass dieses Team weit mehr ist als eine Ein-Mann-Show. Als die Lakers im vierten Viertel noch einmal bis auf fünf Punkte herankamen, schnappte die Defensive der Thunder gnadenlos zu und erstickte jeden Funken Hoffnung im Keim.

Die Lakers schafften es zwar, Gilgeous-Alexander bei für ihn fast schon mickrigen 22 Punkten zu halten, doch die Rechnung ging dennoch nicht auf. Dass der Superstar in zwei Spielen zusammen nur 40 Punkte erzielte – sein Saisonminuswert –, sollte eigentlich ein Erfolgsrezept sein. Doch stattdessen sprangen andere in die Bresche: Chet Holmgren war mit 22 Punkten bei nur elf Würfen hocheffizient, während die Youngster Ajay Mitchell (20 Punkte) und Jared McCain (18 Punkte) die Verteidigung der Lakers schwindelig spielten.

Auch der deutsche Nationalspieler Isaiah Hartenstein zeigte sich einmal mehr als wichtiger Rollenspieler: Mit zenn Punkten und neun Rebounds schrammte der 28-jährige Center knapp am Double-Double vorbei. 

Mit einer 2-0-Führung im Rücken zieht der Thunder-Express nun weiter nach Los Angeles. Die Lakers wirken derzeit ideenlos gegen das Maß an Talent, das OKC Abend für Abend auf das Parkett bringt. Während in der Gerüchteküche bereits über die unwahrscheinliche Rückkehr des derzeit noch verletzten Luka Dončić spekuliert wird, bleibt den Lakers kaum Zeit zum Atmen. Sie müssen dringend einen Weg finden, die offensive Lawine der Thunder zu stoppen, bevor die Serie in Kalifornien ihr vorzeitiges Ende findet.