Jonny Clayton liegt bereits fast das gesamte Turnier über an der Spitze und legt an der Tabellenspitze ein unerbittliches Tempo vor, doch Luke Littler verkürzte den Abstand in der Vorwoche auf nur drei Punkte. Im Finale von Liverpool besiegte der Weltmeister den Waliser mit 6:1.
Das Rennen um die Top 4
Da das Spitzenduo bereits sicher qualifiziert ist, richten sich alle Augen darauf, wer die beiden verbleibenden Qualifikationsplätze für das Finalturnier ergattern wird. Lange Zeit sah es so aus, als würde Gerwyn Price den dritten Platz für sich entscheiden, doch der "Iceman" musste nach drei Erstrunden-Niederlagen in Folge abreißen lassen und blickt nun nervös über die eigene Schulter.
Price hat zwar noch einen Vorsprung von fünf Punkten auf den Fünftplatzierten Gian van Veen, doch dieser zeigte sich am 12. Spieltag deutlich verbessert, nachdem ihn einige schwierige Wochen fast komplett aus dem Rennen um die Top 4 geworfen hätten.
Der 24-Jährige liegt vor seinem Duell gegen Clayton vier Punkte hinter Michael van Gerwen und muss wohl das Halbfinale oder mehr erreichen, um etwas Druck auf seinen niederländischen Konkurrenten ausüben zu können.
Luke Humphries liegt unterdessen einen Punkt hinter van Veen, nachdem sich seine katastrophale Premier-League-Saison mit einer 2:6-Niederlage gegen Littler in der 1. Runde der vergangenen Woche fortsetzte. Zur Überraschung vieler ist Humphries einer von drei Spielern, die noch keinen Tagessieg errungen haben. Der Engländer läuft große Gefahr, die Finals Night zu verpassen.
Stephen Bunting ist ein weiterer Spieler, der ein Wunder braucht, um den Sieben-Punkte-Rückstand auf van Gerwen in den letzten drei Wochen aufzuholen, doch mit nur sechs Siegen in 17 Spielen erscheint das höchst unwahrscheinlich.
Kaum mehr Hoffnung darf sich Josh Rock machen. Der Nordire verlor nach vier Halbfinals in Folge in der Vorwoche sein Auftaktmatch und hat 10 Punkte Rückstand auf die Top 4. Der amtierende World-Cup-Sieger benötigt wohl einen Lauf an Tagessiegen, um noch einen Angriff starten zu können. Dafür muss er in Aberdeen zum Auftakt nur Littler besiegen.
Zum Match-Center: Josh Rock vs. Luke Littler
Wegweisende Wochen für Humphries, van Veen und Bunting
Bunting ist rein rechnerisch noch im Rennen um die ersten vier Plätze, auch wenn selbst ein Sieg am Abend in Aberdeen den Rückstand auf den vierten Platz nur verringern und nicht wettmachen würde. "The Bullet" trifft im Viertelfinale auf den formschwachen Price und würde anschließend entweder auf Littler oder Rock treffen, sollte er zum ersten Mal in diesem Turnier gegen den Waliser weiterkommen.
Zum Match-Center: Stephen Bunting vs. Gerwyn Price
Ein Duell mit Littler endet normalerweise mit einem absehbaren Ergebnis, obwohl Bunting am 10. Spieltag einen 6:4-Sieg über den Weltmeister errang und damit eine Serie von vier sieglosen Spielen gegen den Teenager beendete.
Humphries' Auftaktmatch gegen van Gerwen ist zweifellos das wichtigste Viertelfinalspiel der Woche und wohl auch der diesjährigen Premier League. Die Verfolger werden auf einen Sieg von Humphries hoffen, um van Gerwen in Schlagdistanz zu halten. Eine Niederlage für "Cool Hand Luke" würde seine und Buntings ohnehin schon schwachen Chancen auf einen Platz unter den ersten Vier sicherlich zunichtemachen.
Zum Match-Center: Luke Humphries vs. Michael van Gerwen
Der Weltmeister von 2024 konnte in der diesjährigen Premier League keinerlei Rhythmus finden. Dass er letzte Woche gegen Littler neun seiner elf Darts auf die Doppel verfehlte, verdeutlichte sein größtes Problem. Das Finishing hat Humphries die ganze Zeit über zu schaffen gemacht. Wenn er weiterhin am Außenring strauchelt, wird dies nur zu einer Niederlage gegen van Gerwen führen und die Chance auf ein überraschend frühes Ausscheiden nur erhöhen.
In einem weiteren potenziell entscheidenden Duell trifft van Veen auf Clayton. Der Niederländer weiß, dass nur ein Sieg helfen würde, um seine realistischen Chancen auf ein Weiterkommen am Leben zu erhalten.
Zum Match-Center: Jonny Clayton vs. Gian van Veen
Doch obwohl der Waliser die Qualifikation bereits unter Dach und Fach hat, setzt er weiterhin einen unglaublichen Maßstab. Clayton feierte im Halbfinale der vergangenen Woche bei einem 6:5-Sieg über van Veen einen Average von 102 und eine Checkout-Quote von 66 %. Sollte er am Donnerstag in einer ähnlichen Form sein, wird "The Giant" alle Hände voll zu tun haben.
Allerdings zeigte sich van Veen in diesem Spiel ungewöhnlich verschwenderisch und sammelte 20 Versuche auf ein Doppel, von denen er nur fünf verwandelte. Die Nummer 3 der Welt muss auf dem äußeren Ring in Bestform sein, um nicht nur den Spitzenreiter der Premier League zu schlagen, sondern auch noch einen späten Vorstoß in die Top 4 zu schaffen.
