Die Zahlen sprechen für sich, doch vielleicht sollte man sie ausschreiben, um ihre Dimension noch besser zu erfassen: 140 Millionen Euro. Und sicherlich lastet mindestens unheimlich viel Druck auf den Schultern von Yan Diomandé, den Real Madrid für solch eine Mega-Ablöse von RB Leipzig geholt hat. Kurz vor seinem 20. Geburtstag am 14. November musste sich der Ivorer gar rassistisch angehauchten Vorwürfen stellen, die sein Alter infrage gestellt hatten und behaupteten, es weiche von dem auf seinem Ausweis eingetragenen Alter ab.
Endgültiger Durchbruch nach Volleytor gegen Ex-Klub?
Seine ersten Einsätze wurden akribisch analysiert und teilweise verspottet. Nach seinem ersten Startelfeinsatz gegen Rayo Vallecano konnte seine Jubelreaktion nach seinem ersten Assist gegen Elche nur als Ausdruck einer enormen Erleichterung verstanden werden. Seit der Rückkehr aus der Länderspielpause läuft Diomandé jedoch heiß. Vier Spiele: drei Startelfeinsätze, drei Tore, drei Assists.
Und bei seinem Wiedersehen mit Leipzig erzielte er als Einwechselspieler eines der schönsten Tore des Jahres – eine spektakuläre Volleyabnahme, die Technik, Gleichgewicht, Wucht und Präzision wie im Traum vereinte.
Mit seinem großen Selbstvertrauen stellt Diomandé seinen TrainerJosé Mourinho vor ein großes Problem. Denn der Verlierer dieser aktuellen Entwicklung ist Vinicius. Der Brasilianer sah gegen Villarreal die Rote Karte und wurde im spanischen Oberhaus für vier Spiele gesperrt. Dadurch erhält sein neuer Teamkollege in der Liga mehr Spielzeit – und nutzt sie optimal.
Besseres Zusammenspiel in Real-Offensive mit dem Ivorer
Selbst als Einwechselspieler strahlt Diomandé im Vergleich zu Vinicius viel mehr Selbstvertrauen aus. Der Brasilianer kommt in dieser Saison auf lediglich ein Tor und drei Assists und wartet wettbewerbsübergreifend seit acht Spielen auf etwas statistisch Zählbares. Das lässt viele Beobachter seine jüngste Vertragsverlängerung um sechs Jahre (5+1 mit Option) überdenken – Hätten sie gar einen Abschied bevorzugt?
Dieser Kontext beeinflusst Diomandé nicht. Der Ivorer läuft mit einem XXL-Lächeln auf dem Gesicht auf und beweist, dass der Anzug nicht zu groß für ihn ist. Zudem wird sein Zusammenspiel mit Kylian Mbappé von Spiel zu Spiel besser. Der Franzose hat dagegen mit Vinicius überhaupt keine Verbindung entwickelt. Vinicius bevorzugt meist die individuelle Lösung, statt mit dem Spieler zu kombinieren, den er in erster Linie als Rivalen zu betrachten scheint.
Zum Match-Center: FC Barcelona vs. Real Madrid
Diomandé war bereits bei seiner Ankunft als herausragender Dribbler bekannt. Er hat außerdem gezeigt, dass er nicht mit gesenktem Kopf spielt, sondern sich in erster Linie in den Dienst der Mannschaft stellt. Ein Fünf-Sterne-Leutnant – genau ein solcher Spielertyp hat Real Madrid gefehlt, denn die Mannschaft wirkt eher wie eine Versammlung von Solisten als wie ein Orchester.
