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"Erwartungshaltung ist riesig": Wagner kann Fan-Unzufriedenheit verstehen

Aktualisiert
Trainer Wagner bekommt den Kölner Unmut zu spüren
Trainer Wagner bekommt den Kölner Unmut zu spüren REUTERS/Kai Pfaffenbach

Fans des 1. FC Köln fordern das Aus von René Wagner. Der Trainer versteht den Kölner Unmut nach der Nullnummer gegen Schalke 04 nur bedingt, die Klubspitze schweigt.

Die Botschaft an die Vereinsführung des 1. FC Köln war unüberhörbar. "Wagner raus", skandierten Teile der FC-Fans nach der ernüchternden Nullnummer gegen Schalke 04. Erstmals hat sich der Unmut gegenüber Trainer René Wagner spürbar entladen. "Die Erwartungshaltung an diesem Standort ist riesig", sagte der 38-Jährige angesprochen auf die unruhige Stimmung. Doch ein jähes Aus von Wagner deutet sich nicht an.

"Ich rede mit den Leuten, die hier im Verein entscheiden, und da gibt es für mich keine Diskussion", sagte Wagner im ZDF. Die Klubspitze selbst, etwa Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler, schwieg am Samstagabend. Am Sonntag sicherte er dem Trainer dann "die volle Rückendeckung" zu. Bislang hielt er an Wagner fest, schob ausufernde Kritik auf die Emotionalität der Stadt.

Erstmals unter Wagner ohne Gegentor

Wagner selbst versuchte, Positives an der Kölner Leistung hervorzuheben. "Der Punkt fühlt sich vielleicht ein bisschen zu wenig an", sagte er. Aber immerhin: Erstmals kassierte Köln im 15. Spiel unter seiner Leitung kein Gegentor. "Das hat die Mannschaft super gemacht und am Ende die Null gehalten", lobte Wagner. Das seien Erfolge, an denen es festzuhalten gelte. "Wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen", sagte er bei Sky, aber: "Wir gehen Schritte in die richtige Richtung."

Eine Einschätzung, die im krassen Widerspruch zur Außenwahrnehmung steht. Der Kölner Express schrieb von einem "Grusel-Kick", der Kölner Stadt-Anzeiger bilanzierte: "Die Null steht, der Rest fehlt halt." Die Fans reagierten mit einem gellenden Pfeifkonzert und auch FC-Legende Pierre Littbarski bemängelte bei Instagram "ein Spiel für die Tonne".

Kölns Offensive aktuell nur mangelhaft

Weniger die Situation in der Fußball-Bundesliga, wo Köln mit immerhin acht Punkten aus sieben Spielen eigentlich ausreichend dasteht, als viel mehr die spielerischen Mängel sorgen für Unzufriedenheit. Gegen den arg gebeutelten Aufsteiger Schalke war die Kölner Offensive uninspiriert. Gefährlich wurde es fast nur, wenn Hoffnungsträger Said El Mala etwas versuchte. "Langsam und träge" sei das Offensivspiel gewesen, gestand Stürmer Marius Bülter. "Das war zu wenig", sagte Nationalspieler El Mala.

Besonders weil Schalke von personellen Sorgen gezeichnet ist. Inklusive des blutigen Zusammenstoßes von Robin Gosens und Soufian El-Faouzi fehlten Trainer Miron Muslic acht Profis. "Wir alle kennen die Umstände, umso stolzer bin ich auf die Mannschaft, wie sie mit all diesen Hindernissen umgeht und trotzdem weitermacht", sagte der 44-Jährige: "Den Punkt nehmen wir gerne mit." Dennoch rutscht der Aufsteiger, der mit nur vier erzielten Treffern den harmlosesten Angriff der Liga stellt, zunehmend in die Abstiegszone.

Für beide Teams geht es nun im DFB-Pokal weiter. Schalke ist am Mittwochabend (18.00 Uhr/Sky) beim Zweitligisten Dynamo Dresden gefordert. Schon einen Tag vorher (20.45 Uhr/Sky) steht Wagner in Köln unter Beobachtung. In Müngersdorf trifft der FC auf den Ligakonkurrenten Union Berlin. Die "riesige Erwartungshaltung" lautet ähnlich wie gegen Schalke: gewinnen.

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