FIFA einigt sich im Transfer-Streit mit Ex-PSG-Star Lassana Diarra

Lassana Diarra hat seinen Rechtsstreit mit der FIFA beigelegt.
Lassana Diarra hat seinen Rechtsstreit mit der FIFA beigelegt.REUTERS / Stephane Mahe

Der Weltfußballverband FIFA hat den Rechtsstreit um Transferrechte mit dem ehemaligen französischen Nationalspieler Lassana Diarra beigelegt. Dies teilte der Verband am Montag mit.

Diarra hatte von der FIFA und dem belgischen Fußballverband ursprünglich 65 Millionen Euro (rund 75 Millionen US-Dollar) Schadensersatz gefordert. Vorausgegangen war ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) im Oktober, das feststellte, dass bestimmte Transferregeln der FIFA gegen EU-Recht verstoßen.

Der Streit zieht sich bereits seit über einem Jahrzehnt hin: 2014 verließ Diarra Lokomotive Moskau vorzeitig nach nur einem Jahr seines Vierjahresvertrags. Er spielte in seiner Karriere unter anderem auch für Arsenal, Chelsea und Real Madrid. Die Konsequenz: Die FIFA belegte den Mittelfeldspieler daraufhin mit einer Geldstrafe von 10 Millionen Euro, was dessen Vereinswechsel blockierte.

Einigung ohne Schuldeingeständnis

"Nach der nun erzielten globalen Einigung haben Herr Lassana Diarra und die FIFA sämtliche Rechtsstreitigkeiten beigelegt", erklärte die FIFA in einem offiziellen Statement. Der Verband betonte jedoch: "Die FIFA hat weder eine Haftung anerkannt noch eine Entschädigung gezahlt. Weitere Kommentare wird es von unserer Seite vorerst nicht geben." Die Anwälte von Diarra reagierten bislang nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters.

Das sogenannte "Diarra-Urteil" hat den Transfermarkt bereits nachhaltig verändert. Die FIFA musste ihre Regularien anpassen und hat ein vorläufiges Rahmenwerk eingeführt, das Entschädigungen und die Beweislast bei Vertragsbrüchen neu regelt. 

Zudem hat das Urteil eine Lawine ins Rollen gebracht: Rund 20 europäische Spielergewerkschaften haben bereits angekündigt, eine europaweite Sammelklage gegen die FIFA zu unterstützen.