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"Fünf sehr fordernde Jahre": Krösche verabschiedet sich von der Eintracht

Markus Krösche hat sich mit einer emotionalen Rede von Eintracht Frankfurt verabschiedet.
Markus Krösche hat sich mit einer emotionalen Rede von Eintracht Frankfurt verabschiedet.Florian Wiegand / DPA / dpa Picture-Alliance via AFP / Profimedia

Markus Krösche sprach in der Jahrhunderthalle ein letztes Mal zu den Fans, verabschiedete sich bei der Mitgliederversammlung offiziell von Eintracht Frankfurt. Der langjährige Sportvorstand geht mit Stil und durch das große Tor - trotz aller Querelen in der jüngeren Vergangenheit. Das Ende seiner Ära am Main kam nach den vergangenen Monaten keineswegs mehr überraschend, auch der Zeitpunkt war mit dem Tag vor der Versammlung bewusst gewählt.

Die Kritik am langjährigen Mastermind der Frankfurter Erfolgsgeschichte wurde immer lauter, Krösche selbst wirkte zunehmend ausgebrannt. "Nach über fünf sehr erfolgreichen, aber auch sehr fordernden Jahren bei diesem großartigen Klub, habe ich seit einiger Zeit das Gefühl entwickelt, dass ich eine Veränderung brauche – und der Eintracht womöglich ein neuer Impuls auch helfen könnte", sagte der 46-Jährige. Ihm sei "ein wenig die notwendige Durchschlagskraft für eine solch anspruchsvolle Aufgabe abhanden" gekommen.

Dies war auch nach außen spürbar, das ganz große Feuer für die Eintracht schien bei Krösche nicht mehr zu brennen. Dafür belasteten ihn die Fehler der jüngeren Vergangenheit sowie die zahlreichen Nebenkriegsschauplätze zu sehr. Vor allem die Verpflichtung von Albert Riera als Trainer wird ihm angelastet, schließlich hatte die SGE unter dem selbstherrlichen Spanier in der Rückrunde erstmals seit fünf Jahren die Qualifikation für den Europapokal verpasst.

Frankfurts wilde Jahre unter Krösche

Zum neuen Coach Adi Hütter wird Krösche medial ebenso ein belastetes Verhältnis nachgesagt wie zu Vorstandsboss Axel Hellmann, der erstmal interimsmäßig auch die Aufgaben des Sportvorstandes übernimmt. Dazu sorgte ein umstrittener Immobilienkauf in Kroatien für Unruhe, auch Gespräche mit der AC Mailand warfen im vergangenen Sommer Fragen auf. Die Italiener gelten auch jetzt wieder als Interessent, müssten für eine Verpflichtung von Krösche aber bezahlen.

Denn der wurde zwar auf eigenen Wunsch freigestellt, doch der bis zum 30. Juni 2028 laufende Vertrag besteht angepasst fort. Somit kann die Eintracht noch eine Ablöse kassieren für den 2021 aus Leipzig gekommenen Topmanager, diese dürfte im niedrigen einstelligen Millionenbereich liegen. Unter seiner Führung gewann Frankfurt 2022 die Europa League, zog zweimal in die Champions League ein - und es kehrte lange Ruhe ein bei der launischen Diva vom Main. Doch damit war es zuletzt vorbei.

Auch weil Krösche sein Händchen bei Transfers zuletzt etwas verloren hatte. Randal Kolo Muani sowie Omar Marmoush holte er einst ablösefrei und verkaufte sie nach kurzer Zeit für 95 Millionen an Paris St. Germain beziehungsweise 75 Millionen Euro an Manchester City. Auch mit dem mittlerweile für Liverpool spielenden Hugo Ekitiké gelang ein riesiges Gewinn-Geschäft. Doch zuletzt griff der gebürtige Hannoveraner bei seinen Transfers des Öfteren auch daneben.

Im Sommer-Transferpoker wurden zentrale Baustellen erst auf den letzten Drücker geschlossen, der Kader gilt auf einigen Positionen weiterhin als zu schwach. Diese Defizite wird Krösches Nachfolger ausbessern müssen. Gehandelt wird in den Medien beispielsweise bereits der ehemalige Frankfurter Spieler Christoph Spycher, doch kurzfristig trägt erstmal der damit noch mächtigere Hellmann die Verantwortung.

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