Der deutsche Meister habe "der besten Mannschaft der Welt ein starkes Spiel geboten", lobte Hainer nach dem 2:4 (1:2) beim FC Barcelona - und so im Halbfinal-Rückspiel der Champions League "gezeigt, dass sich der FC Bayern mehr und mehr in der internationalen Spitze etabliert". Die Sehnsucht nach dem Henkelpokal ist für den Verein, der in der Bundesliga der Konkurrenz enteilt ist, längst der stärkste Antrieb.
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"Unsere Zukunft wird groß sein, wenn wir den Weg weitergehen", prophezeite daher der "stolze" Trainer José Barcala. Und Direktorin Bianca Rech befand im BR: "Wir haben in diesem Jahr einen Schritt nach vorne gemacht. Das nehmen wir mit." Doch um die kleiner gewordene Lücke zu Europas Elite zu schließen, braucht es noch mehr Anstrengungen, die die Finalisten aus Barcelona und Lyon schon länger unternehmen.
Auch Infrastruktur entwickelt sich weiter
Das zahlt sich nachhaltig aus. Das abgezocktere, aber durchaus verwundbare Barca mit seinen Weltstars Alexia Putellas und Aitana Bonmatí steht zum sechsten Mal in Serie im Finale. Und OL Lyonnes um Nationalspielerin Jule Brand greift am 23. Mai in Oslo als Rekordsieger nach seinem neunten Triumph.
Doch es tut sich etwas. In München sind die Weichen für die Zukunft durch den Stadionkauf in Unterhaching gestellt. Der Sportpark wird nach nötigen Umbauten den Spiel- und Trainingsbetrieb beherbergen. Überhaupt sollen weitreichende Investitionen die Frauen-Bundesliga voranbringen.
"Zwischen 700 und 800 Millionen Euro in den nächsten acht Jahren" nannte Katharina Kiel, Präsidentin des neu gegründeten Ligaverbandes FBL, im kicker als Ziel. Der Blick geht beim Projekt Neuausrichtung nach den geplatzten Verhandlungen mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) öfter nach England.
In die Women's Super League wandern immer mehr Top-Spielerinnen ab, auch Bayerns Mittelfeld-Motor Georgia Stanway soll es zurück in die Heimat ziehen. "Wie im Männerfußball sind die Millionen und Milliarden der dortigen Investoren zwar nicht nachhaltig, verzerren aber den Wettbewerb. Ich bin überzeugt davon, dass wir darauf eine Antwort finden werden", sagte Kiel.
Nächstes Ziel: DFB Pokal
Für Gwinn und Kolleginnen waren solche Zukunftsvisionen an diesem bitteren Abend im Camp Nou kein Trost, die verpasste Finalpremiere nach dem 1:1 im Hinspiel schmerzte. "Das Gefühl ist, dass wir doch dran waren", klagte die DFB-Kapitänin. Insbesondere das nach VAR-Eingriff aufgrund eines Fouls aberkannte 3:4 durch Pernille Harder (90.) sorgte für Frust: "So killt man das Spiel."
An ihr starkes, aber zu spätes Aufbäumen können die Bayern im DFB-Pokalfinale anknüpfen. Gegen den nationalen Dauerrivalen VfL Wolfsburg soll am 14. Mai (16.00 Uhr/ZDF und Sky) in Köln wieder das Double her. Um dann mit neuem Schwung abermals den Angriff auf Europas Krone zu starten.
