Giulia Gwinn und Kolleginnen starrten mit leerem Blick ins weite Rund des Nou Camp, der jäh geplatzte Triple-Traum trotz großem Kampf ließ die Fußballerinnen des FC Bayern tief frustriert zurück.
Nach einer erneut bitteren Pleite beim FC Barcelona müssen sich die Münchnerinnen das Finale der Champions League vom Fernseher anschauen. Die Bayern verloren am Ende unglücklich 2:4 (1:2) im Halbfinal-Rückspiel bei den Katalaninnen, das Hinspiel war 1:1 ausgegangen.
"Im Moment tut es sehr, sehr weh. Wir können stolz auf uns sein, aber das wird erst mit der Zeit kommen", sagte DFB-Kapitänin Gwinn im ZDF: "Es gibt sehr viel, über das wir uns ärgern. Das Gefühl ist, dass wir doch dran waren. Das ist schon frustrierend."
Barcelona folgt Lyon ins Endspiel
Salma Paralluelo (13.), Alexia Putellas (22./58.) und Ewa Pajor (55.) trafen für das mit Weltstars gespickte Team aus Barcelona, das es zum sechsten Mal in Folge ins Endspiel der Königsklasse geschafft hat. Schon in der Ligaphase hatte es für die Bayern eine empfindliche Niederlage (1:7) bei Barca gegeben.
Die bereits feststehenden Meisterinnen und Pokal-Finalistinnen aus München haben damit erneut ihr erstes Europapokal-Endspiel verpasst. Zum dritten Mal war im Halbfinale Endstation. Die Tore von Linda Dallmann (17.) und Pernille Harder (71.) waren zu wenig. Ein weiterer Treffer von Harder zählte nach VAR-Eingriff nicht (90.).

Barcelona trifft im Finale am 23. Mai in Oslo auf OL Lyonnes um Jule Brand. Die deutsche Nationalspielerin hatte den Rekordsieger bereits am Samstag ins Endspiel geschossen.
Brand legte beim 3:1 (2:0) gegen Titelverteidiger FC Arsenal zunächst ein Tor auf und sorgte kurz vor dem Ende mit ihrem Treffer für die erfolgreiche Aufholjagd. Das Hinspiel hatten die Londonerinnen noch mit 2:1 für sich entschieden.
Match-Center: Barcelona vs. Bayern
Barca klar überlegen
Im Camp Nou gingen es die Münchnerinnen, die sowohl auf Trainer José Barcala als auch Nationalspielerin Franziska Kett (beide rotgesperrt) verzichten mussten, äußerst defensiv an. Die Partie spielte sich unter den Augen von Bundestrainer Christian Wück weitgehend in der Hälfte der Gäste ab.
Mehrfach wurde es gefährlich vor dem Tor der Bayern, nach einer knappen Viertelstunde ging Barcelona in Führung. Beim Gegentreffer sah DFB-Kapitänin Gwinn nicht besonders gut aus. Die Münchnerinnen waren aber nur kurz geschockt. Nach einem Konter über Harder erzielte Dallmann den Ausgleich.
Die Freude über den Treffer währte allerdings nicht allzu lange. Barca-Kapitänin Putellas brachte die Gastgeberinnen wieder in Front. Danach lag das dritte Tor für Barcelona in der Luft. Mit dem knappen Rückstand waren die Münchnerinnen nach der ersten Hälfte gut bedient. "Barcelona ist überlegen, keine Frage", sagte Bayern-Präsident Herbert Hainer zur Pause: "Aber es ist noch alles drin."
Chancenwucher in der Schlussphase
Zu Beginn des zweiten Durchgangs wurden die Münchnerinnen mutiger, jubeln durften aber die Gastgeberinnen. Starstürmerin Pajor, einst in Diensten des VfL Wolfsburg, war mit dem Kopf zur Stelle. Putellas legte kurz darauf nach.
Harder machte den Münchnerinnen noch einmal Hoffnung, die Bayern vergaben im Anschluss mehrere Großchancen. Als Harder erneut traf, verhinderte der Videobeweis eine spannende Schlussphase.
