1:7, welches 1:7? Bayern-Frauen haben in Barcelona "nichts zu verlieren"

Franziska Kett wird den Bayern im Rückspiel gesperrt fehlen.
Franziska Kett wird den Bayern im Rückspiel gesperrt fehlen.REUTERS/Robin Rudel

Die Bühne wird eine andere sein, natürlich. Rund 4.400 Zuschauer waren damals, Anfang Oktober, ins Estadi Johan Cruyff gekommen, um dieses 1:7-Debakel beim FC Barcelona zu sehen. Rund sieben Monate später könnten es bis zu 60.000 sein, im legendären Camp Nou. Doch für die Triple-Jägerinnen des FC Bayern ist die Kulisse im Halbfinal-Rückspiel der Champions League nur ein zusätzlicher Ansporn, die Demütigung aus der Ligaphase endgültig vergessen zu machen.

"Dieses Spiel gehört der Vergangenheit an", hatte Trainer José Barcala nach dem Hinspiel in der Allianz Arena betont: "Wir haben daraus gelernt und uns in den vergangenen Monaten weiterentwickelt." Das haben die Bayern beim hart erkämpften 1:1 am vergangenen Samstag gezeigt. Das sollen, ja müssen sie im Rückspiel am Sonntag (16.30 Uhr/ZDF und Disney+) einmal mehr zeigen. Nur dann kann der Traum vom ersten Europapokal-Endspiel der Vereinsgeschichte tatsächlich Realität werden.

Zum Match-Center: FC Barcelona vs. FC Bayern

Die Münchnerinnen haben jedenfalls "nichts zu verlieren", sagte Nationalspielerin Giulia Gwinn: "Wir fahren dort hin und wissen genau, was es bedeutet, diesen letzten Schritt ins Finale zu machen." Zweimal sind die Bayern bislang im Halbfinale gescheitert, im dritten Anlauf soll es endlich klappen. Selbst gegen dieses mit Weltstars gespickte Barcelona, das zum sechsten Mal in Folge ins Endspiel einziehen will. Doch all das interessiert die Bayern reichlich wenig.

Kett-Ausfall schmerzt Bayern

Die Spanierinnen könnten nach dem verpassten Sieg in München "gerne wütend kommen", kündigte Gwinn selbstbewusst an: "Wir kommen sehr motiviert, wir kommen mit viel Vorfreude." In München, freute sich Direktorin Bianca Rech, habe man "sehr gute Voraussetzungen" für das Wiedersehen in Barcelona geschaffen. Wenngleich die Bayern natürlich vor einer "Mammutaufgabe" stehen. Nicht nur, weil es gegen die "beste Mannschaft der Welt" geht. Nicht nur wegen der bösen Erinnerungen an den Oktober.

Sowohl Trainer Barcala als auch Nationalspielerin Franziska Kett, im Hinspiel beste Münchnerin und Torschützin, fehlen rotgesperrt. Vor allem Kett werde der Mannschaft nach ihrem vieldiskutierten Platzverweis wegen Zopf-Ziehens "sehr fehlen", sagte Rech zuletzt bei MagentaSport. Die 21-Jährige habe in der Allianz Arena "ein herausragendes Spiel gemacht", sei "wirklich über sich hinausgewachsen. Das tut uns schon weh". Aber, betonte Rech voller Zuversicht, "die Mannschaft wird das wegstecken."

Das muss sie auch. Schließlich habe man nach der schon sicheren Meisterschaft und dem Einzug ins Pokalfinale nun in Barcelona "die Chance, etwas ganz Großes zu schaffen", sagte Carolin Simon, die links in der Abwehr als möglicher Ersatz für Kett infrage kommt, bei Sport1 und versicherte: "Wir werden alles dafür geben und dann wird man sehen, was dabei herumkommt."

Hauptsache kein 1:7.