"Nichts ist vorbei", betonte Torhüter Noah Atubolu kampfeslustig bei RTL, "im Rückspiel ist alles möglich." Dorthin allerdings nimmt der Sport-Club nun die Hypothek einer 1:2 (1:1)-Niederlage - die vermeidbar gewesen wäre, hätte die Freiburger Defensive auch in der allerletzten Minute die Konzentration hochgehalten und Schlussmann Atubolu den Ball nicht dem einschussbereiten Mario Dorgeles serviert.
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"Das Problem war, dass ich den Ball nicht sehe", beschrieb Atubolu die Situation in der zweiten Minute der Nachspielzeit, in der er einen Schuss von Vitor Carvalho nach vorne hatte abprallen lassen. Trainer Schuster sah die gesamte Defensive in der Verantwortung, "wir können und müssen es besser verteidigen", kritisierte er.
Schuster sieht "Spiel auf Augenhöhe"
Verteidigt hatten die Breisgauer zuvor über 90 Minuten diszipliniert. Nach den Treffern von Demir Ege Tiknaz (8.) und des Freiburger Rekordtorschützen Vincenzo Grifo (16.) stand ein leistungsgerechtes 1:1 - was Freiburg wiederum auch Atubolu zu verdanken hatte, der kurz vor der Pause einen Foulelfmeter des ehemaligen Bundesligaprofis Rodrigo Zalazar pariert hatte.
"Es war ein Spiel auf Augenhöhe", beschrieb Schuster die Partie treffend, "wahrscheinlich wäre das 1:1 dann auch gerecht gewesen." Nun müssen seine Profis den nächsten Nackenschlag verarbeiten. In der vergangenen Woche hatte ein Gegentor in der 119. Minute im Halbfinale des DFB-Pokals gegen den VfB Stuttgart den Traum vom Endspiel in Berlin zerstört.
Der Traum vom Endspiel in der Europa League in Istanbul am 20. Mai hingegen lebt, am kommenden Donnerstag soll er im eigenen Stadion noch in Erfüllung gehen. Dort hat Freiburg im laufenden Wettbewerb bislang jedes Spiel gewonnen - und bereits einen Rückstand umgebogen: Im Achtelfinale wurde der KRC Genk nach einem 0:1 in Belgien zuhause mit 5:1 deklassiert. "Da haben wir Feuerwerk abgebrannt", erinnerte sich Philipp Treu.
Vor der nächsten angestrebten Aufholjagd allerdings wartet mit der Bundesliga-Partie am Sonntag gegen den Abstiegskandidaten VfL Wolfsburg (19.30 Uhr, DAZN) ein Spiel, das laut Stürmer Igor Matanovic "mindestens genau so wichtig ist." Im Rennen mit Eintracht Frankfurt um Platz sieben, der die Teilnahme an der Conference League garantiert, sind drei Punkte quasi Pflicht.
Die hohe Belastung soll diesem Vorhaben nicht im Weg stehen: Der Sport-Club hat reichlich Wut auszulassen.
