Mauerfall, Triple und keine Geschenke: Pokalduelle zwischen Bayern und VfB

Am Abend steigt das Pokalfinale zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart.
Am Abend steigt das Pokalfinale zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart.ČTK / imago sportfotodienst / nordphoto GmbH / Alexander Trienitz

Insgesamt gab es zwischen Bayern München und dem VfB Stuttgart schon zehn Pokalduelle, darunter auch zwei Endspiele: 2013 gewannen die Münchner 3:2, 1986 mit 5:2. Überhaupt konnte der VfB erst ein einziges Pokalspiel gegen die Bayern für sich entscheiden. 1989 siegten die Schwaben im Achtelfinale 3:0. Der SID gibt einen kurzen Überblick über besondere Pokalspiele zwischen den beiden Südkontrahenten:

KEIN GESCHENK

Im Ligafinale der Bundesliga wurde der FC Bayern dank Stuttgarter Unterstützung (2:1-Sieg gegen Werder Bremen) 1986 noch deutscher Meister. Der damalige Bayern-Libero Klaus Augenthaler scherzte: "Jetzt schenken wir ihnen den Pokal."

Doch daraus wurde für den VfB nichts - im Gegenteil: Die Münchner führten die Schwaben am 3. Mai 1986 beim 5:2 vor. Da dürfe er einmal vor 76.000 Zuschauern spielen, haderte ein gewisser Jürgen Klinsmann, "und dann spiel' ich so einen Scheiß". Auf der anderen Seite traf Roland Wohlfarth dreimal für die Münchner und stellte den damaligen Finalrekord durch Uwe Seeler ein.

MAUER

Zehnmal trafen der VfB und Bayern bisher im Pokal aufeinander, nur einmal konnten die Stuttgarter bislang gewinnen: im Achtelfinale am 9. November 1989 mit 3:0. Fritz Walter (2) und Jürgen Hartmann trafen für das Team von Ari Haan. Problem nur: Der schwäbische Erfolg ging im Zeichen der Welt-Geschichte völlig unter.

"VfB schlägt Bayern - und keinen interessiert's", titelte der Tagesspiegel damals angesichts des historischen Mauerfalls am selben Abend. Sogar der Anpfiff verzögerte sich. "Ich kann mich an keinen erinnern, der bei diesen Nachrichten und den Bildern keine Gänsehaut bekommen hat", erzählte der damalige Finanzvorstand Ulrich Ruf im Rückblick.

ANFANG VOM ENDE

Trainer Jürgen Klinsmann schien nach einem durchwachsenen Saisonstart endlich angekommen. Zum Jahresauftakt 2009 gewannen die Bayern das Pokal-Achtelfinale beim VfB mit 5:1 - Bastian Schweinsteiger (2), Franck Ribéry, Luca Toni und Zé Roberto trafen für die Münchner.

"Wie kann man diese Bayern stoppen?", schrieb der kicker einen Tag vor dem Rückrundenstart in der Liga über die "Super-Bayern". Nun ja: Der Rekordmeister holte aus den darauffolgenden fünf Ligaspielen nur vier Punkte. Meister wurde Wolfsburg, Klinsmann war da schon nicht mehr Bayern-Trainer.

SCHÜTZENFEST

Zwei Tage vor Weihnachten wurde es 2010 torreich. Mit 6:3 gewannen die Bayern zum Jahresabschluss ein wildes Achtelfinale in Stuttgart. Der VfB kämpfte sich zweimal zurück, musste sich nach Gelb-Roten Karten für Khalid Bouhlarouz und Matthieu Delpierre am Ende aber dennoch geschlagen geben.

Die Bayern von Trainer Louis van Gaal hielten damit zumindest eine nationale Titelchance am Leben, in der Liga hatten die Münchner zur Halbzeit bereits 14 Punkte Rückstand auf Dortmund. Und den Pokal gewannen sie am Ende auch nicht.

TRIPLE

Der FC Bayern war 2013 gerade unter Trainer Jupp Heynckes Meister und Champions-League-Sieger geworden. Doch Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Co. hatten noch lange nicht genug. Die "Helden von Wembley" gewannen gegen den VfB durch Thomas Müller und zwei Tore des Ex-Stuttgarters Mario Gomez mit 3:2.

Die Münchner krönten damit ein Jahr nach dem "Drama dahoam" eine perfekte Saison mit dem ersten historischen Triple der Vereinsgeschichte. Für Heynckes, damals 68, war es sogar der erste Pokalsieg als Trainer seiner langen Karriere.

Zum Match-Center: FC Bayern vs. VfB Stuttgart