Keine Tickets für Auswärts-Fans, kaum TV-Berichterstattung und jede Menge Empörung auf beiden Seiten – die Nations-League-Partie zwischen Israel und Irland am kommenden Sonntag ist alles andere als ein normales Fußball-Spiel.
Die Beziehungen zwischen beiden Ländern gelten ohnehin als angespannt, eine Völkermord-Aussage von Irlands Nationaltrainer Heimir Hallgrimsson heizte die Debatte zudem noch einmal zusätzlich an.
"Wir spielen nicht mit Völkermord, wir spielen gegen Völkermord. Wir spielen gegen Israel, wir spielen nicht mit Israel", hatte Hallgrimsson zuletzt gesagt.

Und damit eine scharfe Kritik des israelischen Fußballverbandes (IFA) ausgelöst: "Leider haben wir noch kein Heilmittel gegen die Dummheit, Ignoranz und Heuchelei gefunden, die der Nationaltrainer Irlands an den Tag legt. Wir spielen nicht mit Ignoranz, Heuchelei und Dummheit – wir spielen gegen den Trainer, der all das verkörpert."
"Sehr unangenehme Situation für alle"
Innerhalb von nur einer Woche treffen beide Länder nun gleich zweimal aufeinander. Israel trägt sein "Heimspiel" am Sonntag (20:45 Uhr/DAZN) im ungarischen Debrecen, am 4. Oktober "empfängt" Irland auch aus Sicherheitsgründen Israel im serbischen Backa Topola.
Schon unmittelbar nach der Auslosung im Februar wurden in Irland Proteste gegen die Partien laut, zuletzt nahmen die Rufe nach einem Boykott noch einmal zu – wegen Israels militärischem Vorgehen im Gazastreifen als Reaktion auf den Überfall der Hamas.

Die beiden Spiele seien eine "sehr unangenehme Situation für alle", sagte John Martin, Sportdirektor im irischen Fußball-Verband FAI, der für beide Partien keine Tickets an irische Fans verkauft.
Der irische öffentlich-rechtliche Rundfunk RTE wird zudem eine abgespeckte Version der Übertragung senden – ohne Kommentatoren, Experten oder Halbzeitanalyse.
Keine Höflichkeit erwartet
Zudem wird erwartet, dass die Spieler nach Abpfiff keine Trikots tauschen und Israels Trainer Ran Ben Shimon seinem irischen Kollegen Hallgrimsson nicht die Hand schütteln wird. Eigentlich obligatorische Termine wie ein gemeinsames Essen der Funktionäre aus beiden Verbände stehen nicht auf dem Programm.
Die Republik Irland gehört seit Beginn der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen im Oktober 2023 zu den europäischen Ländern, die besonders deutlich ihre Unterstützung für die Palästinenser zum Ausdruck gebracht haben. Israels Existenzrecht wird ausdrücklich betont, gleichzeitig hat Dublin 2024 den Staat Palästina offiziell anerkannt.
Match-Center: Israel vs. Irland
