"Heute ist ein Meilenstein für die Formel 1", sagte Stefano Domenicali, Präsident und CEO der Formel 1: "Mit Ruanda, das ab dem kommenden Jahrzehnt in den Rennkalender aufgenommen wird, wird unser Sport auf allen bewohnten Kontinenten Rennen austragen. Afrika war schon immer Teil der Zukunft der Formel 1. Von Anfang an war es unser erklärtes Ziel, auf die richtige Weise zurückzukehren." Es gehe nicht nur um Motorsport, sondern darum, "einen nachhaltigen und bedeutenden Beitrag zu leisten".
Damit entspricht die Formel 1 einem Wunsch ihrer Fahrer, vor allem Rekordweltmeister Lewis Hamilton hatte sich für die Rückkehr nach Afrika stark gemacht. Für ihn sei Afrika der "wichtigste" und "schönste Kontinent", sagte er : "Wir sind auf allen anderen Kontinenten vertreten, nur nicht auf diesem, und dafür sollte es keinen Grund geben."
Strecke mit Höhenunterschieden angekündigt
Die Strecke befindet sich bereits seit 2025 in der Planung und wird von der Firma des früheren Formel-1-Fahrers Alexander Wurz entworfen. Der Vertrag läuft über zehn Jahre, "das erste Rennen in dem Land wird stattfinden, sobald eine neue, eigens dafür errichtete Rennstrecke in Bugesera (Ruanda) fertiggestellt ist", teilte die Formel 1 mit. Dies werde "voraussichtlich zu Beginn des nächsten Jahrzehnts der Fall sein".
Die Strecke wird etwa 40 Kilometer südlich der Hauptstadt Kigali in unmittelbarer Nähe des neuen internationalen Flughafens errichtet. "Sie wird so konzipiert, dass sie sich harmonisch in die natürliche Landschaft einfügt", hieß es in der Mitteilung: "Dabei werden die Höhenunterschiede des Geländes genutzt, um ein einzigartiges und anspruchsvolles Rennerlebnis zu schaffen und den Fans gleichzeitig hervorragende Sichtmöglichkeiten zu bieten."
Menschenrechtsverletzungen und Sportswashing
Derzeit umfasst der Kalender 24 Rennen, erst in den kommenden Jahren laufen einige Verträge aus. Ob Ruanda ein aktuelles Rennen ersetzt oder die Anzahl der WM-Läufe erhöht wird, ist noch unklar.
Doch während sich die Piloten schon jetzt auf den Grand Prix freuen, werden die Pläne auch von kritischen Stimmen begleitet. Ruanda, in dem seit 26 Jahren der autokratische Herrscher Paul Kagame regiert, wird Sportswashing als Ablenkung von Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.
Kagame versprach, dass die neue Rennstrecke und der neue Flughafen "unserem Land und unserer Region über Jahrzehnte Arbeitsplätze, Fachkräfte, Tourismus und neue Unternehmen bringen" würden. Das Ziel sei "nie ein einzelnes Rennwochenende, sondern ein nachhaltiger Nutzen für unsere Bevölkerung" gewesen.
Neben großen Fußballklubs wie Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain und dem FC Arsenal hatte bereits der FC Bayern Werbung für das Land gemacht, seit dem vergangenen Jahr beschränkt sich die Zusammenarbeit beim Rekordmeister auf die Entwicklung einer Jugendakademie vor Ort. 2025 war mit der Radsport-WM ein anderes Sportgroßereignis in Kigali über die Bühne gegangen, 2023 war FIFA-Präsident Gianni Infantino während eines Kongresses des Fußball-Weltverbandes in Ruanda wiedergewählt worden.
Und die Formel 1? Die sieht ihre Rückkehr auf den Kontinent als Chance, "ein bleibendes Erbe zu schaffen, neue Generationen zu inspirieren, Talente zu fördern und neue Möglichkeiten für den Motorsport in Afrika und darüber hinaus zu eröffnen", wie Mohammed Ben Sulayem, Präsident des Automobilweltverbandes FIA betonte.
