Zverevs "Riesenchance" bei French Open in Paris - wer stoppt Dominator Sinner?

Alexander Zverev ist weiterhin auf der Jagd nach seinem ersten Grand-Slam-Triumph.
Alexander Zverev ist weiterhin auf der Jagd nach seinem ersten Grand-Slam-Triumph.Marc Ausset Lacroix / Bestimage / PsnewZ / Profimedia

Alexander Zverev schmetterte einen leichten Ball ins Netz und ließ ein breites Grinsen folgen. Beim Abschiedsevent für den französischen Publikumsliebling Gael Monfils amüsierte sich der deutsche Topspieler im Kreise von Jannik Sinner, Novak Djokovic und Co. - und nahm kurz vor dem Start der French Open schon einmal unbeschwert erste Tuchfühlung mit dem Court Philippe-Chatrier auf.

In der traditionsreichen Tennisarena des am Sonntag beginnenden Sandplatz-Highlights hat der Weltranglistendritte aus Hamburg Großes vor. Zverev will beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres einen ernsthaften Angriff auf den so lange ersehnten Major-Coup starten. Nicht nur für Boris Becker hat der 29-Jährige in diesem Jahr in Paris eine "Riesenchance".

"Insgesamt finde ich das eine große sportliche Chance für Sascha Zverev, dieses Jahr Paris zu gewinnen", sagte der Eurosport-Experte nach der Auslosung, die dem Hamburger zunächst ein Duell mit dem französischen Lokalmatadoren Benjamin Bonzi für den ersten Turniertag bescherte. Becker sieht Zverev in dessen Hälfte des Turnierbaums als "klaren Favorit".

Alcaraz-Fehlen öffnet das Feld

Und der dreimalige Wimbledonsieger Becker ist nicht der einzige Experte, der Zverev trotz der zuletzt erdrückenden Dominanz des Südtirolers Sinner auf dem Zettel hat. Kein Geringerer als der einstige Sandplatzkönig Rafael Nadal erhob Zverev ebenfalls in den Kreis der ernsthaften Titelanwärter. "Er muss an sich glauben, und er muss auf seinem höchsten Niveau spielen, um einen Spieler wie Jannik zu besiegen", sagte Nadal im Interview mit der Süddeutschen Zeitung: "Natürlich hat er das Talent. Er muss sich vor allem mental gut managen."

Die Gelegenheit auf den ersten, so ersehnten Grand-Slam-Titel scheint für Zverev auf dem Papier so günstig wie lange nicht mehr. Carlos Alcaraz, zuletzt zweimal der Triumphator am Eiffelturm, fehlt verletzt und lässt Zverev in der Setzliste auf Position zwei aufrücken. Djokovic als möglicher Rivale ist nicht mehr auf dem Level seiner großen Zeiten. Und die Bedingungen am Bois de Boulogne liegen dem Finalisten von 2024 und dreimaligen Halbfinalisten Zverev ohnehin.

Bleibt Sinner, der allerdings ein riesiger sportlicher Brocken ist. "Ich muss daran glauben, dass ich ihn schlagen kann", sagte die deutsche Nummer eins jüngst nach dem Achtelfinal-Aus beim Masters in Rom - das Turnier gewann selbstredend der italienische Nationalheld Sinner. "Ich muss daran glauben, sonst können wir ihm den Pokal auch gleich überreichen, ohne das Turnier zu spielen", so Zverev.

Bei sechs ATP-1000er-Events in Folge räumte Sinner zuletzt ab und geht als ganz großer Favorit in Paris ins Rennen. Zumal der bislang viermalige Grand-Slam-Champion viel Extramotivation mitbringt: Mit der Trophäe aus der französischen Hauptstadt kann er seine Sammlung bei den Majors komplettieren. In Melbourne, Wimbledon und New York krönte sich Sinner bereits.

Sollte der Weltranglistenerste aber schwächeln, worauf aktuell wenig hindeutet, muss Zverev da sein. 2020 fehlten ihm im Finale der US Open gegen Dominic Thiem nur zwei Punkte zum Triumph - mit mittlerweile 29 Jahren verfolgt er nun noch immer seinen Traum vom Majortitel, den er sich trotz dreier Finalteilnahmen noch nicht erfüllte. Nun kann er sich die nächste Chance erarbeiten.