Jannik Sinner, Carlos Alcaraz und Alexander Zverev gehören wie Sabalenka, Coco Gauff und Iga Swiatek zu den prominenten Vorkämpfern, die entschlossen und abgestimmt eintreten für ein größeres Stück vom Kuchen für die Athleten.
"Wir sorgen für die Show. Ohne uns gäbe es keine Turniere, ohne uns gäbe es keine Unterhaltung. Ich habe das Gefühl, dass wir definitiv einen größeren Anteil verdienen", sagte Sabalenka vor dem WTA-Turnier in Rom. "Wenn alle an einem Strang ziehen und zusammenarbeiten, dann kann ich mir das zu 100 Prozent vorstellen", sagte auch Paris-Titelverteidigerin Gauff zu einem möglichen Boykott. Sie betonte, dass es ihr nicht um sich selbst, sondern vielmehr um die Situation der Profis in den unteren Bereichen der Weltrangliste gehe.
Spieleranteil weit unter 15 Prozent
Die schon länger bekannte Diskussion flammt kurz vor dem Start des Sandplatz-Highlights in der französischen Hauptstadt durchaus massiv auf. Schon im Frühling des vergangenen Jahres hatten prominente Spieler der ATP- und WTA-Tour gemeinsam in einem Schreiben an die Organisatoren der vier Grand-Slam-Turniere (Australian Open, French Open, Wimbledon und US Open) einen veränderten Umgang mit den Profis gefordert.
Nun, nachdem die geplanten Preisgelder für Roland Garros publik wurden, geht es in die nächste, offenbar schärfer geführte Runde. Die Spielerinnen und Spieler äußerten in einem Brief an den veranstaltenden französischen Tennisverband FFT ihre "tiefe Enttäuschung" über die Zahlen und legen nun nach. Statt sich dem geforderten Niveau von 22 Prozent der Turniereinnahmen zu nähern, bleibe ihr Anteil weiterhin unter 15 Prozent. Viel zu wenig, finden die Topstars, die auch auf die höheren Vergleichswerte unter anderem im US-Sport blicken.
Französischer Verband gesprächsbereit?
Es geht um wirklich viel Geld bei den Majors, den vier Highlights jeder Saison. Die French Open haben im vergangenen Jahr laut Spielerseite 395 Millionen Euro erwirtschaftet. Für 2026 kündigten sie 61,7 Millionen Euro an Preisgeldern an, die Sieger der Einzelwettbewerbe bei Männern und Frauen kassieren jeweils 2,8 Millionen Euro. Der französische Tennisverband betonte, dass die Prämien seit 2019 um etwa 45 Prozent angestiegen seien und in diesem Jahr bewusst ein erheblicher Teil der Erhöhung den Profis zugute komme, die in den frühen Runden des Hauptfelds und der Qualifikation ausscheiden. Zudem investiere man große Summen in die Infrastruktur und die Entwicklung des Tennis.
Zugleich signalisierte die Federation Francaise de Tennis ihre stete Gesprächsbereitschaft, die die Profis wohl in Anspruch nehmen werden. Denn die Unzufriedenheit bei Sabalenka, Sinner und Co. scheint groß. Zumal sie für sich auch keine adäquate Reaktion auf weitere aufgeworfene Themen wie eine Einzahlung in einen Sozialfonds und eine größere Mitbestimmung der Profis wahrnehmen. Das Tauziehen um Macht und Millionen hat erst begonnen.
