Zhao Xintong will vom Crucible-Fluch nichts wissen und setzt sich in der 1. Runde der Snooker-WM mit 10:7 gegen Liam Highfield durch. Dabei entscheiden vier Frame-Gewinne in Folge die Begegnung in der Abendsession früh.
Nach seinem Triumph gab der amtierende Weltmeister zu, dass er vor dem Match besonderen Druck verspürt hat. "Alle haben im Vorfeld über mich gesprochen. Es war eine ganz andere Art von Druck", sagte er im Interview nach dem Spiel bei TNT Sports.
"Normalerweise will ich einfach nur das Match gewinnen, aber jetzt ging es darum, dass ich als amtierender Weltmeister im Crucible Theatre antrete. Aber das hat mir geholfen, weil ich jetzt weiß, dass ich dennoch ein gutes Break spielen kann."
Zum Match-Center: Zhao vs. Highfield
Zhao glänzt mit vier Frames in Folge
Der Beginn der Abendsession lief aber wie am Vormittag noch wacklig. Highfield glich den knappen Rückstand nach mehreren Chancen auf die Farben aus. Auch im nächsten Frame hatte er eine gute Scoring-Chance, verpasste jedoch bei einem Break von 55 einen eigentlich einfachen gelben Ball in die Ecktasche, woraufhin Zhao den Frame später mit einem sehenswerten 44er Clearance drehte und die Führung zurückholte. Das erwies sich als Wendepunkt, Zhao spielte anschließend Breaks von 68 und 128 und zog damit zur Pause auf 8:5 davon.
Highfield hätte Frame 14 eigentlich für sich entscheiden können, snookerte sich jedoch nach dem Lochen der letzten Gelben auf Grün selbst und verlor anschließend auch das Safety-Duell, sodass Zhao mit dem vierten Frame infolge auf 9:5 stellte. Der Engländer kämpfte sich jedoch mit einem starken Break von 101 zurück, bevor ihn eine Serie von 53 Punkten wieder auf 7:9 heranbrachte.
Zhao behielt jedoch die Nerven und lochte zu Beginn von Frame 17 eine lange rote Kugel spektakulär als Kombination und spielte anschließend ein Break von 112 – sein drittes Century im Match, das ihm letztlich den ungefährdeten 10:7-Sieg brachte. Im Achtelfinale könnte es zum Duell mit Ding Junhui kommen. Sein Landsmann und Vorbild muss dafür Qualifikant David Gilbert schlagen.
Stevens kann Chancen nicht nutzen
Auf dem Nebentisch entwickelte sich zunächst eine zähe Angelegenheit. Im Duell zweier Routiniere hatten sowohl Barry Hawkins und Matthew Stevens große Probleme im Breakbuilding, gerade das Stellungsspiel haperte immer wieder.
Stevens schnappte sich den ersten Frame des Abends durch die Hintertür, nachdem Hawkins nach 57 Punkten eine lochbare Rote genau vor der Tasche liegen ließ - mit einer 61er Clearence klaute der Waliser so den Frame. Es sollte das höchste Break bis zum sechsten Frame bleiben.
Stevens hatte bis zum Midsession Intervall deutlich mehr Tischzeit und Chancen, kam aber bis dahin nicht über ein 2:2 hinaus. Hawkins hielt sich mit kleinen Breaks und guten Safetys im Spiel - profitierte aber auch von den Fehlern des Welsh Dragon.
Zum Match-Center: Hawkins vs. Stevens
Hawkins dominiert nach Midsession Intervall
Nach der Pause legte Hawkins dann einen Gang zu - und kam über den Abend immer näher an sein Top-Spiel. Stevens hingegen streute immer mehr Fehler ein - seine Lochquote von 80 Prozent spach für sich. Hawkins glänzte zwar selber in dieser Statistik ebenfalls nicht (87 Prozent), war dafür aber deutlich effektiver bei seinen Safetys (85 Prozent Erfolgsquote), während Stevens auch hier abfiel (65 Prozent Erfolgsquote).
Hawkins spielte mit einem 99er Break im sechsten Frame das höchste Break des Abends, ansonsten war es zwar eher Stückwerk beim Briten, doch Stevens ließ Hawkins zu viele Möglichkeiten, um selbst nochmal gefährlich zu werden. Letztlich holte der 46-Jährige insgesamt sechs Frames in Folge und stellte damit vor der morgigen Entscheidung auf 7:2.
