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Alles Emma, oder was? Die deutschen Männer sind gefordert

Fabian Gratz
Fabian GratzNTB, NTB / Alamy / Profimedia

Ohne Emma Aicher stünde es schlecht um die deutschen Alpinen. Der Chef hat daher klare Vorstellungen.

Wolfgang Maier könnte zufrieden sein. Zweimal olympisches Silber, Platz zwei im Gesamtweltcup, Platz zwei im Abfahrtsweltcup, Platz drei im Super-G-Weltcup. "Da kann man sagen", merkt der Sportvorstand zur Ausbeute der alpinen Ski-Rennläufer an, "okay, das ist gut. Aber das ist es halt nicht."

Nein, ist es nicht. Ja, es habe zwei Medaillen bei Olympia gegeben, ja, auch die 16 Top-3-Platzierungen im Weltcup seien "deutlich mehr" gewesen als in den Jahren zuvor.

"Aber letztes Jahr", rechnet Maier vor, "war halt alles der Emma geschuldet." Sprich: Emma Aicher. Das stimmt nicht ganz, zumindest ihr Olympia-Team-Silber geht auch auf das Konto der Abfahrerin Kira Weidle-Winkelmann, die zudem vier Podestplätze einfuhr. Je einen holten Lena Dürr und Linus Straßer.

Aber genau genommen sei "die Emma die Einzige", sagt Maier, "die den Laden ziehen muss". Und das könne es ja nicht sein.

Aicher gehört zur Weltspitze
Aicher gehört zur WeltspitzeCORNELIUS POPPE / NTB / AFP

Deshalb die klare Ansage: "Da erwarte ich mir ganz klar vom Herren-Team, dass sie einen Schritt nach vorne machen." Die erste und aussichtsreichste Gelegenheit dazu: der Riesenslalom zum Saisonauftakt am Sonntag (10 und 13 Uhr/ARD und Eurosport) in Sölden.

Gratz größte Hoffnung

Von Maier angesprochen fühlen dürfen sich also zunächst Fabian Gratz, Anton Grammel und Jonas Stockinger, außerdem Alexander Schmid und der hoch veranlagte Nickco Palamaras.

"Die können einfach gut Riesenslalom fahren", lobt Maier. Vor allem Gratz schnupperte in der vergangenen Saison ein paar Mal am Podest – übrig blieben ein fünfter und ein neunter Rang, immerhin. Das reichte im Weltcup zu Platz 13.

"In der letzten Saison hat es ganz gut funktioniert, das zeigt sich auch an der Startnummer", sagt Gratz. Weil er nun zur erweiterten Weltspitze gehört, darf er in Sölden erstmals im Weltcup an der öffentlichen Startnummernvergabe teilnehmen.

"Ein Kindheitsraum" gehe da in Erfüllung, sagt der Sportsoldat aus dem kleinen Ort Saulgrub nördlich von Oberammergau, der mit 29 Jahren eher ein Spätentwickler ist.

Palamaras schielt nach oben

Ein großes Versprechen ist vor allem Palamaras. Geboren in Kalifornien, im Juniorenbereich vom US-Verband aussortiert, startet er seit Ende 2023 für den DSV – aber nach einem Kreuzbandriss vor zwei Jahren erst jetzt so richtig durch.

Die Trainer schwärmen vom Talent des 22-Jährigen mit deutschen und griechischen Vorfahren. Im Sommer hat er mit drei Riesenslalom-Siegen im Südamerika-Cup schon mal die Teamkollegen hinter sich gelassen. Nun gibt er sein Debüt im Weltcup.

Die Abfahrtsmannschaft befindet sich im Neuaufbau, im Slalom ist Straßer bis auf weiteres nur noch alleine unterwegs - nicht zuletzt deshalb erwartet Maier vor allem von den Riesenslalom-Fahrern eine weitere Steigerung.

"Vom Potenzial her", sagt der Sportchef, "müsste am Ende einer unter den ersten acht und ein zweiter unter den ersten 15 sein." Das sind eher kleine Schritte, aber "Schritte, die gemacht werden müssen, damit wir sagen können: Okay, es geht aufwärts."

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