Ist die Spannung jetzt schon raus?
Mit seinem dritten Platz in Mexiko-Stadt krönte sich Kimi Antonelli zum jüngsten Weltmeister in der Geschichte der Formel 1. Für die Silberpfeile geht es jetzt noch um den ersten Konstrukteurs-Titel seit 2021, und auch dieser ist dem Rennstall bei einem Vorsprung von 126 Zählern auf Ferrari eigentlich nicht mehr zu nehmen.
Sammeln Antonelli und George Russell in Sao Paulo drei Punkte mehr als die Streithähne Lewis Hamilton und Charles Leclerc, ist der Doppelpack von Mercedes perfekt.

Was ist bei Ferrari los?
Bei der Scuderia herrscht vor dem Grand Prix auf dem Traditionskurs Interlagos Alarmstufe Rot. "Wenn der eigene Teamkollege gegen einen arbeitet und man dann auf diese Weise Positionen verliert, ist das definitiv hart", motzte Hamilton nach dem Rennen in Mexiko, bei der sich die beiden Ferrari-Piloten mit einem unnötig harten Duell ins Hintertreffen gebracht hatten.
Der siebenmalige Weltmeister sah die Schuld eindeutig beim Monegassen, Leclerc ließ die deutlichen Worte aber anschließend nicht einfach auf sich sitzen.
Auch er könne "unzufrieden" darüber sein, wie sehr ihn Hamilton in Kurve eins von der Strecke gedrängt habe: "Aber so ist der Rennsport. Wenn man um den Sieg kämpft, ist das eben so." Fortsetzung folgt.
Holt sich Verstappen seinen nächsten Sieg?
In Mexiko nutzte der Niederländer das Ferrari-Duell eiskalt aus. Max Verstappen und Red Bull sind wieder obenauf, drei der letzten vier Grand Prix gewann der viermalige Weltmeister.
In Brasilien – wo er vor zwei Jahren von Startplatz 17 aus eine Aufholjagd im Regen hinlegte und den Sieg holte – will Verstappen daran anknüpfen.
Denn auch wenn es nicht mehr um den WM-Titel geht, ist der Erfolgshunger des 29-Jährigen im Saisonendspurt ungestillt. Im kommenden Jahr soll dann der Angriff auf Antonelli folgen.

Warum ist Ocon nicht mehr dabei?
Für den Franzosen ist bei Haas vorzeitig Schluss – die Gründe dafür sind nur in Ansätzen bekannt. Es habe "Meinungsverschiedenheiten" und daher teaminterne "Diskussionen" gegeben, räumte Esteban Ocon selbst ein. Die Berichte über "irgendeine Form körperlicher Gewalt" wies er in einem Statement aber ausdrücklich zurück.
Nachdem Ocon schon in Mexiko kurzfristig von Reservefahrer Ryo Hirakawa vertreten worden war, gibt nun jedenfalls der brasilianische Ferrari-Junior Rafael Camara verfrüht sein Formel-1-Debüt. Eigentlich hätte der derzeitige Spitzenreiter der Formel 2 erst zur kommenden Saison das Cockpit von Ocon übernommen.

"Die Gespräche, die zwischen dem Team und Esteban stattgefunden haben, bleiben eine interne Angelegenheit", sagte Teamchef Ayao Komatsu: "Wir werden den vertraulichen Charakter solcher internen Vorgänge auch weiterhin respektieren."
Inmitten dieser schwierigen Situation muss Camara nun bei seinem Heimspiel direkt liefern – in der Konstrukteurs-WM liegt Haas auf Platz sieben nur vier Punkte vor Audi mit Nico Hülkenberg.
