Vor der bedeutendsten Partie seiner Karriere ist Matthias Ginter die Ruhe selbst. "Ich liebe die großen Spiele und versuche, mir der Wichtigkeit nicht ganz so bewusst zu werden", sagte der 32-Jährige ganz cool.
"Wenn man sich davor so viele Gedanken darüber macht, dass das ein sehr besonderes Spiel ist, dann versucht man vielleicht besondere Dinge, und das geht meistens schief", sagte der Abwehrchef vom SC Freiburg. Er wolle das Finale "so normal wie möglich" rangehen.

Obwohl das Duell mit Aston Villa im Tüpras Stadyumu von Istanbul für ihn von riesiger Bedeutung ist. Denn neben dem Titel in der Europa League geht es auch um die letzte Chance, sich doch noch den Traum von einer vierten WM-Teilnahme zu erfüllen.
Das Endspiel am Mittwoch (21 Uhr MESZ/RTL) ist die größtmögliche Bühne, um sich auf den letzten Drücker doch noch für die Kader-Nominierung von Julian Nagelsmann am Donnerstag zu empfehlen.
Match-Center: Freiburg vs. Aston Villa
Beste Saison in Ginters Karriere
Wobei der Rio-Weltmeister dies nach der wohl besten Saison seiner Karriere eigentlich kaum noch nötig hat. Der gebürtige Freiburger besitzt an der magischen Europa-Reise des Sport-Clubs einen Löwenanteil.
Defensiv ist Ginter die Zuverlässigkeit in Person, stellte zahlreiche internationale Angreifer wie Borja Iglesias, Pau Victor oder Olivier Giroud kalt. Offensiv ist er mit fünf Toren und acht Vorlagen der gefährlichste deutsche Innenverteidiger. Die FAZ bezeichnete ihn als "Anführer ohne Kapitänspatent".

Gegen ein mit unzähligen Nationalspielern gespicktes Topteam wird es im "größten Spiel der Vereinsgeschichte" extrem auf Ginter ankommen. Natürlich sei Aston Villa "der Favorit. Aber letzten Endes wissen wir alle, dass ein Finale lediglich ein Spiel ist", betonte der Innenverteidiger. Es werde "auf Kleinigkeiten ankommen". Für ihn als Jungen aus der Freiburger Jugend sei dieser Titel ein "großer Traum und Antrieb".
