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"Wir müssen abwarten": Carrick nach United-Debakel ratlos über seine Zukunft

Manchester-United-Trainer Michael Carrick wirkt niedergeschlagen, als er den Fans nach dem Spiel applaudiert
Manchester-United-Trainer Michael Carrick wirkt niedergeschlagen, als er den Fans nach dem Spiel applaudiertReuters / Chris Radburn

Nach der bitteren 0:3-Heimpleite gegen Bournemouth steht die Zukunft von Michael Carrick bei Manchester United auf der Kippe. Der Coach betonte im Anschluss jedoch, weiterhin nur das Beste für den Klub im Sinn zu haben. Nach mittlerweile acht Pflichtspielen ohne Sieg ist der 20-fache englische Meister bis auf einen Zähler an die Abstiegsränge gerutscht.

„Das ist eine extrem schwierige Situation“, räumte Carrick bei Sky Sports ein. "Wie es jetzt weitergeht? Ich weiß es nicht. Ich werde immer das Beste für diesen Verein geben. Das habe ich von Tag eins an gesagt, und daran ändert sich auch jetzt nichts. Ich liebe diese Aufgabe und die Verantwortung – aber wir müssen abwarten, was passiert."

Auf die Frage während der Pressekonferenz, ob er in den kommenden Tagen mit seiner Entlassung rechne, entgegnete er: "Ich verstehe die Mechanismen des Geschäfts vollkommen, erwarte aber ehrlich gesagt nichts Bestimmtes. Ich arbeite ganz normal weiter. Ich liebe diesen Verein."

Die letzten Ergebnisse von Manchester United
Die letzten Ergebnisse von Manchester UnitedFlashscore

Trotz der anhaltenden Krise hielten die Fans im Old Trafford nach Abpfiff überraschend fest zu ihrem ehemaligen Mittelfeldstrategen. Die Pfiffe der Ränge galten nach Spielende primär der Mannschaft.

Zum Match-Center: Manchester United vs. AFC Bournemouth

"Angesichts unserer Lage löst der Rückhalt der Fans gemischte Gefühle in mir aus. Das muss ich erst einmal verarbeiten“, so Carrick weiter. "Ich schätze ihre Unterstützung enorm, aber die Realität lässt sich nicht wegdiskutieren: Unsere Leistung war schlicht nicht gut genug."

Denkzettel für Fernandes geht nach hinten los

Für zusätzliche Brisanz sorgte Carricks Maßnahme, Kapitän Bruno Fernandes über die vollen 90 Minuten auf der Bank zu lassen. Fernandes – in der Vorsaison noch als Premier-League-Spieler des Jahres ausgezeichnet – hatte nach dem indiskutablen 1:4 gegen Como unter der Woche öffentlich die Taktik des Trainers kritisiert.

Carrick wiegelte vor dem Anpfiff zwar ab und sprach von einer "rein sportlichen Entscheidung". Dass der Portugiese im gesamten Spielverlauf jedoch keine einzige Minute zum Einsatz kam, wirkte wie ein Denkzettel.

"Man versucht während einer Partie immer, Impulse zu setzen und den Verlauf zu verändern", wich Carrick den Nachfragen zur Personalie Fernandes aus. "Wir haben uns heute für diese Wechseloptionen entschieden."

Vom Hoffnungsträger zum Krisenmanager

Erst im Mai hatte Carrick einen Zweijahresvertrag unterschrieben, nachdem er United als Interimstrainer noch auf Platz drei geführt hatte. Der schleichende Niedergang seit dem Rücktritt von Sir Alex Ferguson im Jahr 2013 setzt sich unter ihm nun jedoch ungebremst fort.

Zwar hielt sich der Klub auf dem Transfermarkt im Vergleich zur Konkurrenz zurück und verpflichtete mit Youri Tielemans, Andrey Santos sowie Carlos Baleba lediglich drei neue Mittelfeldspieler. Als Ausrede will Carrick die Kaderpolitik aber keinesfalls gelten lassen.

"Dritter zu werden war in der vergangenen Saison unter den gegebenen Umständen ein großer Erfolg. Wir wussten exakt, wo wir standen, welche Schritte als Nächstes folgen mussten und wo wir uns verbessern mussten. Mir war klar, dass der Weg noch lang ist und viel Arbeit vor uns liegt. Das rechtfertigt aber keineswegs unseren aktuellen Absturz."

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