Wie bereiten Sie sich auf das Duell gegen Manchester City vor – eine Mannschaft, die einen ähnlichen Spielstil wie ihr Team pflegt?
Ich denke, das wird ein wirklich spannendes Spiel. Manchester City hat letzte Saison sehr stark gespielt, sie haben die Meisterschaft gewonnen und gehen daher mit viel Selbstvertrauen ins Spiel. Es ist ein starkes Team, das einen ähnlichen Stil wie wir spielt, was die Partie schwieriger macht.
Aber ich finde, wir bereiten uns sehr gut auf dieses Spiel vor. Wir freuen uns wirklich darauf, gegen sie anzutreten, weil sie ein starker Gegner sind. Am Ende wird alles von der Taktik und den individuellen Duellen abhängen – und dann werden wir sehen, wer gewinnt.
Zum Match-Center: Bayern München vs. Manchester City
Gegen Leverkusen lagen Sie zweimal zurück, bevor Sie das Spiel drehen konnten. Wie erklären Sie diese Fähigkeit, in Spielen zurückzukommen, und was wird in solchen Momenten in der Halbzeitpause in der Kabine besprochen?
Um ehrlich zu sein, ist das kein Thema, über das wir besonders sprechen. Es ist eher eine natürliche Stärke von uns. Ich denke, es ist alles eine Frage der Mentalität. Auch in dem Spiel gegen Leverkusen hat man gesehen, dass alles von uns abhängt: von unserer Spielweise, unserer Fähigkeit, unsere Stärken durchzusetzen und den Gegner zu dominieren. Das ist das Entscheidende.
Man muss positiv bleiben und daran glauben, dass man das Spiel gewinnen kann. Und es ist perfekt, wenn es dann so ausgeht: Wir sind sehr stolz auf den Sieg und darauf, wie sich alles entwickelt hat.
An den Details arbeiten
Wie hat sich das Team in den letzten beiden Jahren unter der Leitung von José Barcala entwickelt?
Ich finde, unsere Entwicklung in den letzten beiden Saisons war wirklich gut. Schon vor Josés Ankunft hatten wir ein gutes Niveau, aber wir haben anders gearbeitet. Heute hat er uns dieses gewisse Extra an Präzision in den Details gebracht. Wir sind im letzten Drittel sehr effektiv, wir erspielen uns Chancen...
Natürlich könnten wir sie vielleicht noch besser verwerten, das stimmt. Wir sind kreativer geworden, haben sehr gute Einzelspielerinnen, die uns einen anderen Spielstil ermöglichen. Und wir arbeiten weiterhin an den Grundlagen: Das Niveau der Anforderungen bei Basics wie dem ersten Kontakt oder den Pässen ist hoch. Das ist etwas, woran wir täglich arbeiten und wo wir in den kommenden Jahren noch besser werden wollen.
Was haben Sie aus der letztjährigen Champions League mitgenommen und was muss noch verbessert werden, um dieses Jahr den nächsten Schritt zu machen?
Wir sind wirklich zufrieden mit unserer letzten Champions-League-Saison. Wir haben gezeigt, was wir in diesem Wettbewerb leisten können und dass wir mit den anderen Topteams mithalten können. Wir haben das Halbfinale erreicht, was wirklich stark ist.
Für diese Saison ist es wichtig, dass wir uns in den individuellen Duellen weiterentwickeln und unsere Qualitäten dort noch verbessern. Denn in der Champions League spielt man auf höchstem Niveau und es ist entscheidend, die eigenen Duelle zu gewinnen – sowohl in der Abwehr als auch im Angriff.
Wir müssen auch weiterhin an den Grundlagen arbeiten, wie an guten Pässen: Ich finde, es ist anspruchsvoll, im letzten Drittel den besten Pass zu spielen, um das Tor zu erzielen, und das ist ein Punkt, an dem wir uns noch steigern können – das ist unser Ziel.
"Wir wollen ins Finale"
In diesem Jahr ist Bayern der einzige deutsche Vertreter in der Champions League, da Frankfurt und Wolfsburg die Qualifikation nicht geschafft haben. Was bedeutet diese Situation für die Frauen-Bundesliga?
Ich denke, das war nicht das, was wir uns gewünscht haben. Wir alle drei hatten gehofft, in dieser Saison in der Champions League dabei zu sein. Wolfsburg und Frankfurt hatten schwere Qualifikationsspiele, Wolfsburg ist im Elfmeterschießen ausgeschieden. Es ist wirklich hart für Deutschland, dass nur wir in dieser Saison in der Champions League vertreten sind.
Am Ende können wir daran nichts ändern. Die Bundesliga ist wirklich stark, das sieht man jedes Wochenende. Wir wissen, dass es ein harter Wettbewerb ist. Dieses Jahr ist es eben so, sie sind nicht in der Champions League, obwohl sie normalerweise dabei sind. Das ist etwas, das wir in Deutschland natürlich vorantreiben wollen.
Bayern scheint jedes Jahr in der Champions League an Erfahrung zu gewinnen und kommt immer weiter. Sprecht ihr intern darüber, den nächsten Schritt bis ins Finale zu machen?
Ja, natürlich sprechen wir darüber. Wir wollen in dieser Saison mehr erreichen. Zuerst wollen wir natürlich wieder ins Halbfinale. Danach muss man sehen, was in dieser Phase möglich ist. Aber es ist ganz klar unser Ziel: ins Finale zu kommen. Wir sammeln viel Erfahrung, ich selbst – ich bin jetzt seit sechs Jahren hier – und jedes Spiel, jede Champions-League-Saison bringt dir etwas.
Ich denke, wir haben letzte Saison gezeigt, dass wir mit den Topteams mithalten können. Das nehmen wir mit: Wir in der Lage sind, bis ins Finale zu kommen. Man muss einfach Schritt für Schritt die richtigen Etappen gehen, an sich glauben, dem Prozess vertrauen.
Und ich finde, das ist gerade zu Saisonbeginn besonders wichtig, wenn die Ligaphase der Champions League startet: Selbstvertrauen tanken, sich mit den Topteams messen, sehen, was wir noch verbessern können, was wir besser machen können, um bis zum Saisonende durchzuhalten.
Vorfreude auf Lohmann und Wamser
Sie treffen Sydney Lohmann und Carlotta Wamser wieder. Wie erleben Sie dieses Wiedersehen, auch abseits des Platzes?
Klar, ich freue mich wirklich sehr, die beiden wiederzusehen. Sydney wird wegen ihrer Verletzung nicht im Kader stehen, aber ich hoffe, dass sie mit der Mannschaft nach München reisen kann, damit ich sie auch abseits des Platzes sehen kann.
Ich finde es einfach schön, gegen Nationalmannschaftskolleginnen zu spielen, gegen Leute, die man kennt, sie herauszufordern, zu sehen, wie sie sich entwickeln, wie sie sich in ihrem Team fühlen, und auch gegen diese großen Teams anzutreten. Es ist einfach sehr aufregend, sowohl für eine Spielerin individuell als auch für unser Team. Wir können es kaum erwarten.
Was macht die englische Liga für Topspielerinnen wie Wamser oder Lohmann so attraktiv?
Ich denke, am Ende ist das eine Entscheidung, die jede Spielerin für sich selbst treffen muss. Die Women's Super League ist eine wirklich wettbewerbsfähige Liga mit vielen Topteams und großen Namen. Schon auf den ersten Blick wirkt sie sehr ausgeglichen, man kann kaum vorhersagen, wer den Titel holt. Ich glaube, es gibt drei oder vier Teams an der Spitze, die um den Titel spielen können.
Und natürlich ist es für eine deutsche Spielerin, auch für die Jüngeren, eine Frage der Erfahrung – darüber haben wir ja gerade gesprochen. Ich denke, Erfahrung hilft dir immer, sowohl auf dem Platz als auch persönlich zu wachsen. Deshalb gehen manche Spielerinnen nach England.
Versuchen Spielerinnen wie Georgia Stanway oder Lea Schüller, die kürzlich Ihr Team verlassen haben, um nach England zu wechseln, auch Sie zu überzeugen, den Schritt ins Ausland zu wagen?
Klar, wir sprechen ganz normal miteinander, sie erzählen mir und den anderen, wie es dort ist, welche Erfahrungen sie in England machen. Wie gesagt, das ist eine individuelle Entscheidung, die jede Spielerin für sich trifft. Am Ende reden wir viel über die englische Liga, und ich finde, sie ist wirklich sehr stark, sehr professionell, mit vielen großen Klubs, die investieren und die Liga weiterentwickeln wollen.
Aber ich denke, in Deutschland machen wir das genauso. Von außen sieht man das vielleicht nicht immer, aber wir Spielerinnen spüren es: Die Bundesliga wächst enorm. Viele Klubs investieren, und das macht die Bundesliga wirklich, wirklich stark.
"Franzi Kett ist schwer zu stoppen"
Wie wichtig ist ein guter Start in diese neue Champions-League-Saison?
Ich finde, das ist wirklich wichtig. Jede Mannschaft will perfekt starten, mit drei Punkten, weil das Selbstvertrauen gibt, Sicherheit verleiht und ein gutes Gefühl für die kommenden, ebenfalls sehr anspruchsvollen Spiele schafft. Es wird sicher kein einfaches Spiel. Aber am Ende wollen wir nach Unterhaching fahren und gewinnen.
Ihre Mitspielerin Franzi Kett setzt sich gerade durch. Was halten Sie von ihr?
Ich finde, Franzi ist eine wirklich, wirklich starke Spielerin. Ihre letzte Saison war außergewöhnlich. Sie ist körperlich sehr robust, schnell, kann mit beiden Füßen spielen, was sie kreativ und schwer zu stoppen macht. Ich finde, sie ist eine sehr gute Spielerin, und ich spiele sehr gerne mit ihr auf der linken Seite, weil wir uns gegenseitig unterstützen und diese Seite durch unser Zusammenspiel richtig stark machen können.
Spüren Sie einen Unterschied in der Vorbereitung auf ein großes Spiel wie dieses im Vergleich zu einem normalen Ligaspiel?
Ich denke, in der eigentlichen Vorbereitung gibt es nicht viele Unterschiede. Wir analysieren den Gegner, schauen uns die defensive und offensive Organisation an, suchen die Räume, in denen wir spielen können, und überlegen, wie wir daraus gefährlich werden können. Die Vorbereitung ist ziemlich ähnlich zwischen einem Ligaspiel und einem Champions-League-Spiel.
Aber die Champions League findet eben nicht jedes Wochenende statt, das macht diese Spiele so besonders. Wir freuen uns sehr darauf, unter Flutlicht in Unterhaching zu spielen, vor vielen Zuschauern. Und das erste Champions-League-Spiel hat immer etwas Besonderes.
"Wir sind auf dem richtigen Weg"
Zu Saisonbeginn hat Ihr Team viele Tore erzielt. Gibt es eine besondere Erklärung für diese offensive Effizienz?
Wir haben viel am letzten Drittel gearbeitet – etwas, das wir wirklich verbessern konnten, um mehr aus unseren Chancen zu machen, mehr Chancen zu kreieren und dadurch mehr Tore zu erzielen. Zu Beginn dieser Saison hat das ziemlich gut funktioniert, und das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind, dass wir diese Arbeit fortsetzen müssen, denn ich denke, das macht uns wirklich gefährlich: viele Tore zu schießen, den Ball zu haben, angreifen zu können und das Spiel vom eigenen Tor fernzuhalten.
Wir haben viele kreative und qualitativ starke Spielerinnen, die viele Chancen herausspielen. Unser Ziel ist es, sie noch mehr einzubinden und weiter auf ein kreatives Spiel zu setzen.
Sie erzielen viele Tore, aber liefern auch viele Vorlagen. Gibt es dafür einen besonderen Grund bei Ihnen persönlich?
Letztlich arbeite ich schon lange daran im Strafraum gefährlicher zu sein, entweder selbst abzuschließen oder die freie Mitspielerin zu finden, die das Tor machen kann. Wenn das so klappt, fühlt sich das wirklich, wirklich gut an.
"Mit den Besten messen"
Wie haben Sie auf die Auslosung dieser Champions-League-Ligaphase reagiert, die mit einem erneuten Duell gegen den Barça recht anspruchsvoll ist?
Ja, es ist ein schweres Los, aber wir sind auch wirklich gespannt. Ich finde, die Champions League ist genau der Ort, an dem man solche Spiele spielen will, an dem man sich mit den Besten messen möchte. Natürlich wird es nicht einfach, Punkte zu holen und am Ende – im besten Fall – unter die Top 4 zu kommen, aber genau das ist unser großes Ziel: Am Ende unter den Top 4 zu stehen, um sich direkt für das Viertelfinale zu qualifizieren.
Es sind wirklich schwere Spiele, wir treffen auf Manchester City, Real Madrid und auch Barcelona. Das ist nicht einfach. Aber ich denke auch, wenn sie sehen, dass sie gegen uns spielen müssen, hoffen wir, dass sie das Gleiche über uns denken. Und genau das macht das alles so spannend.
Die Auslosung hat euch auch Austria Wien beschert, was in Österreich für viel Begeisterung gesorgt hat. Was wissen Sie über diesen Klub, und haben Sie Spielerinnen ausgemacht, die euch Probleme bereiten könnten?
Ja, klar, wir haben darüber gesprochen, weil Sarah Mattner-Trembleau genau aus dieser Region kommt und sich dieses Los gewünscht hat. Ich habe mich ehrlich gesagt für sie gefreut. Ich denke, Austria Wien hat eine sehr gute Qualifikation gespielt, deshalb stehen sie auch in der Ligaphase.
Ich kenne einige Spielerinnen, wie Carina Wenninger oder Verena Hanshaw. Ich finde es wirklich schön, gegen sie zu spielen. Carina Wenninger hat ja sehr lange für diesen Klub gespielt, deshalb wird es auch für sie ein ganz besonderes Spiel. Es ist eine nette Begegnung, wir werden sehen, wie es läuft, aber wir freuen uns darauf.
Sie haben mit Bayern fast alles gewonnen, außer der Champions League. Wie präsent ist dieses Ziel in Ihrem Kopf, wenn Sie in den Wettbewerb starten?
Um ehrlich zu sein, genieße ich es einfach, in der Champions League zu spielen. Natürlich wollen wir alle den Titel gewinnen, das ist klar. Aber ich weiß auch, dass es für mich persönlich wichtig ist, die Spiele einfach zu genießen, sie eins nach dem anderen zu nehmen und zu schauen, was dabei herauskommt.
Natürlich, wenn man ins Viertel- oder Halbfinale kommt, wird der Weg kürzer, dann kommen die Gedanken, dass man es wirklich schaffen kann. Aber jetzt freue ich mich einfach auf das nächste Spiel und darauf, die Top 4 zu erreichen – ich denke, das ist das größte Ziel: den Weg ins Finale so kurz wie möglich zu machen.
Sie haben die Bedeutung der individuellen Duelle angesprochen. Wie gehen Sie das Duell mit Carlotta Wamser an, zwischen ihrem offensiven Flügel und ihrem defensiven Flügel?
Ich freue mich darauf. Carlotta Wamser ist meine direkte Gegenspielerin in der Nationalmannschaft, deshalb kenne ich sie ziemlich gut. Es ist ganz schön, jetzt in der Champions League gegen sie zu spielen. Sie spielt auch eine starke Saison in England, wie schon letztes Jahr, und ich freue mich wirklich für sie, dass sie zu Manchester City wechseln konnte – das ist ein großer, großer Transfer.
Ich bin einfach gespannt, denn für mich ist Manchester City ein aufregendes Team. Nach ihrer letzten Saison bin ich gespannt, wie sie sich gegen uns präsentieren, wie wir uns messen, und auch darauf, bekannte Gesichter wiederzusehen.
"Den Ort finden, an dem man sich wohlfühlt"
Mit Wamser, Sydney Lohmann und Schüller sind drei deutsche Nationalspielerinnen in der Women's Super League – von insgesamt zehn Deutschen in dieser Liga. Spüren Sie, dass Bayern auch eine gewisse Verantwortung hat, den Wert der Bundesliga zu vertreten?
Ich denke nicht wirklich darüber nach. Natürlich sprechen wir viel über die englische und die deutsche Liga, wir vergleichen. Aber am Ende entscheidet jede Spielerin für sich, wo sie spielen, sich entwickeln, einen Titel gewinnen oder das Gefühl haben möchte, die meisten Titel gewinnen zu können.
Für mich war das immer hier und das ist auch heute noch so. Als Spielerin denke ich nicht, dass die englische Liga riesig ist und die Bundesliga noch wächst. Es geht vielmehr darum, den Ort zu finden, an dem man sich wohlfühlt, an dem man sein bestes Fußball spielen kann. Ich denke, dann kann man seiner Mannschaft am besten helfen.
Was macht Ihrer Meinung nach die Frauen-Champions-League so besonders?
Ich finde, in der Frauen-Champions-League gibt es große Klubs, große Spielerinnen, große Spiele, die die Leute sehen können. Ich finde auch, dass die Stadien immer voller werden, immer mehr Menschen kommen. Das macht diesen Wettbewerb so besonders. Und dann unter Flutlicht zu spielen, die Champions-League-Hymne zu hören – das ist für uns Spielerinnen einfach die größte Bühne, auf der man spielen kann.
"Bunny Shaw verwertet neun von zehn Chancen"
Welchen Einfluss könnte Ihrer Meinung nach die Rückkehr von Bunny Shaw auf den Wettbewerb haben und wie sehr freuen Sie sich darauf, gegen sie zu spielen?
Ich finde, Bunny Shaw ist eine Weltklassespielerin. Sie hat letzte Saison gezeigt, wie viele Tore sie erzielen kann. Ich habe einige Spiele von Manchester City gesehen, und sie hat wirklich einen großen Einfluss auf ihr Spiel. Sie ist im Strafraum eine Weltklassespielerin, ich würde sagen, sie verwertet neun von zehn Chancen, was sie wirklich sehr, sehr stark macht.
Ich denke, für das nächste Spiel müssen wir uns darauf gut vorbereiten, auf Flanken, auf alle Chancen, um zu versuchen, sie aus dem Spiel zu nehmen.
Was ist Ihrer Meinung nach die größte Gefahr, die der Angriff von Manchester City insgesamt darstellt?
Ich denke, letztlich ist es ihre Kreativität, die sie so stark macht. Die individuelle Qualität ihrer Spielerinnen, mit Bunny Shaw, mit Lauren Hemp, die auch eine sehr gute, dynamische Spielerin ist. Sie sind wirklich kreativ, sie haben verschiedene Wege, gefährlich zu werden und sich Chancen zu erspielen. Am Ende müssen wir gut verteidigen, unsere individuellen Duelle gegen sie gewinnen – das ist wirklich wichtig, und das wollen wir diese Saison auch verbessern.
Es wird ein guter, aber auch anspruchsvoller Test für uns. Ich bin wirklich gespannt, wie es für beide Teams läuft, denn ich finde, wir sind defensiv sehr stabil, wir haben sehr gute Verteidigerinnen. Aber natürlich wollen wir auch angreifen und Tore schießen.
Nachdem Sie letzte Saison das Halbfinale erreicht haben, ändert das Ihre Erwartungen – persönlich und als Team – für diese Ausgabe?
Ich denke, was die Erwartungen angeht, wollen wir das Gleiche erreichen wie letzte Saison. Wir wollen ins Halbfinale, zeigen, dass wir das wieder schaffen können, und im besten Fall bis ins Finale gehen, diesen nächsten Schritt machen.
Ich glaube, es wäre einfach unglaublich, ein Champions-League-Finale zu spielen, und viele Spielerinnen im Team wollen das erreichen. Das ganze Team will es. Viele haben noch kein Finale gespielt, es wäre also eine neue Erfahrung. Es ist wirklich ein großes Ziel für uns, das zu schaffen.
"Mehr Bayern-Fans als City-Fans"
Manchester City dominiert oft den Ballbesitz und presst hoch. Wo sehen Sie die Räume, die Sie nutzen können, und wie wollen Sie den Ball gegen sie behaupten?
Um ehrlich zu sein, spielen wir zuerst am Samstag gegen Köln, deshalb bereiten wir uns aktuell vor allem auf dieses Spiel vor. Aber natürlich habe ich mir einige Spiele angeschaut, und wir sprechen auch über das nächste Champions-League-Spiel.
Ich denke, City ist offensiv wirklich sehr stark, sie sind auch sehr positionsorientiert, wie wir. Sie haben in jedem Spiel viel Ballbesitz und sind offensiv sehr kreativ. Sie sind sehr stark im Umschaltspiel, aber auch darin, Chancen zu kreieren, indem sie den Ball halten, mit Flanken oder guten kurzen Pässen in den Strafraum kommen. Das müssen wir gut vorbereiten.
Aber auch wir haben unsere Stärken: Wir wollen sie auf dem Platz verunsichern, wir sind ein physisches, starkes und dynamisches Team. Es wird ein Duell darum, wer mehr Ballbesitz und die Kontrolle über das Spiel hat. Ich denke, das wird wirklich spannend, und wir können sehr gefährlich werden, wenn wir hinter ihre Abwehrreihe kommen, Tiefe schaffen und unseren Vorwärtsdrang nutzen.
Erhalte alle News zu deinen Teams und Spielern
Flashscore schickt dir jetzt eine personalisierte Benachrichtigung, sobald ein Artikel über deinen Lieblingsfußballer oder -verein veröffentlicht wird. Hier findest du alle Infos zum neuen Feature!

Das Spiel findet in Unterhaching statt. Welche Atmosphäre erwarten Sie und wie kann sie das Team pushen?
Ich denke, dieses erste Spiel in Unterhaching ist auch für uns in der Champions League etwas Besonderes. Ich hoffe, dass viele Zuschauer kommen werden. Und ich denke, es werden mehr Bayern-Fans als Manchester-City-Fans da sein. Wir wollen sie auch ins Spiel einbinden, damit sie uns pushen und wir Energie aus der Atmosphäre ziehen können. Ich finde, das ist wirklich wichtig und kann einen entscheidenden Einfluss auf das Spiel haben. Das wollen wir nutzen.
Überrascht, als einzige Deutsche für den Ballon d'Or nominiert zu sein
Sie sind erneut für den Ballon d'Or nominiert und wie im Vorjahr – trotz des EM-Halbfinals – die einzige Deutsche auf dieser Liste. Glauben Sie, dass deutsches Talent manchmal etwas übersehen oder unterschätzt wird?
Ann-Katrin Berger ist auch nominiert, aber bei den Torhüterinnen. Insgesamt denke ich, dass wir im Moment viele gute Talente haben, auch wenn manche vielleicht noch nicht in jedem Spiel ihr ganzes Potenzial zeigen konnten. Aber wenn ich auf unsere Nationalmannschaft schaue, gibt es sehr, sehr gute junge Spielerinnen, die sich in den nächsten Jahren durchsetzen werden. Ich finde auch, dass Jule Brand eine sehr gute Saison in Lyon gespielt hat.
Insgesamt haben wir als Nationalmannschaft das Halbfinale der Nations League erreicht, was zeigt, dass Deutschland wirklich stark ist, genauso wie das EM-Halbfinale. Ich war vor allem überrascht, die einzige Nominierte zu sein, aber das kann man nicht ändern. Ich bin aber überzeugt, dass sich das in den nächsten Jahren ändern wird.
Aitana Bonmatí hat kürzlich in einem Interview in Spanien gesagt, Sie wären die Spielerin, die sie gerne beim Barça sehen würde. Was bedeutet es für Sie, so eine Aussage zu hören?
Ich freue mich wirklich sehr darüber. Aitana ist eine großartige Spielerin, eine außergewöhnliche Spielerin, und es macht mich glücklich und stolz, so etwas zu hören. Es zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin, guten Fußball spiele und auch innerhalb des Teams meinen Mitspielerinnen helfen und mein Team besser machen kann. Ich finde, das ist schön zu hören, und ich schätze das sehr.
Letzte Saison hat Bayern gegen englische Teams eine makellose Bilanz hingelegt – drei Siege in drei Spielen. Glauben Sie, dass Sie diese Serie fortsetzen können?
Das wusste ich gar nicht. Natürlich wollen wir gegen Manchester City gewinnen, das ist klar. Es wird ein schweres Spiel, aber ich denke, wir haben einen großen Kader, ein starkes Team und sind aktuell in Deutschland sehr erfolgreich. Letzte Saison haben wir alles gewonnen, aber jetzt wollen wir auch zeigen, dass wir das international schaffen können.
Sie sprechen oft darüber, dass einige Spielerinnen Deutschland verlassen, vor allem Richtung England. Was hält Sie persönlich in Deutschland und speziell bei Bayern? Hat England etwas, das Sie hier nicht haben?
In gewisser Weise schon. Am Ende fühle ich mich hier einfach sehr wohl, meine Familie und Freunde sind hier, ich bin nicht mehr ganz so jung, aber ich bin in einem Entwicklungsprozess, und ich denke, die letzten Jahre zeigen, dass ich mich in diesem Klub weiter sehr gut entwickle. Und ich finde, das ist das Wichtigste: Wenn ich mich jedes Jahr weiterentwickeln kann, macht mich das besser, lässt mich als Fußballerin und als Mensch wachsen.
Es kann sein, dass ich irgendwann sage, ich möchte etwas Neues erleben, weil ich persönlich in einem Land wachsen will, das ich noch nicht kenne. Aber im Moment fühle ich mich hier wirklich wohl, bin glücklich, fühle mich angekommen, kann meine Spiele machen, mich fußballerisch weiterentwickeln, an den Details arbeiten. Das ist für mich wirklich wichtig.
