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Sturm empfängt Celje: Europacup-Erfolg als Ausweg aus der Krise?

Die Erfolgself beim Heimsieg gegen OM.
Die Erfolgself beim Heimsieg gegen OM.ČTK / APA / ERWIN SCHERIAU

Nach dem sensationellen 1:0-Erfolg gegen Olympique Marseille will Sturm Graz in der Europa League nachlegen. National warten die Steirer allerdings seit mehreren Spielen auf einen Sieg. Gegen den slowenischen Meister NK Celje soll am Donnerstag die Trendwende gelingen.

In der Europa League läuft es für Sturm Graz bislang besser als auf nationaler Ebene. Nach drei Spieltagen haben die Steirer vier Punkte und liegen auf Rang 19 der Ligaphase. Ein weiterer Heimsieg gegen den NK Celje würde die Chancen auf den Einzug in die K.-o.-Phase deutlich erhöhen. Die Grazer könnten ihr Punktekonto auf sieben Zähler aufstocken und sich damit der Marke nähern, die in den vergangenen Jahren für das Weiterkommen notwendig war.

Zum Match-Center: SK Sturm Graz vs. NK Celje

Mit einem verdienten 1:0-Heimsieg gegen Olympique Marseille hat Sturm vor zwei Wochen für ein Ausrufezeichen gesorgt. In der heimischen Bundesliga und im ÖFB-Cup folgte jedoch die Ernüchterung. Gegen Ried und den Wolfsberger AC reichte es trotz später Treffer jeweils nur zu einem Unentschieden. Dazwischen setzte es eine 2:3-Niederlage gegen Austria Lustenau und damit das Aus im Cup.

 

 

Müdigkeit und Verletzungen

Die hohe Belastung der vergangenen Wochen hinterlässt Spuren. „Man merkt, dass wir ungenauer werden“, erklärte Trainer Fabio Ingolitsch nach den jüngsten Auftritten. Auch Angreifer Oumar Diakité wies auf den engen Spielplan hin. „Wir haben viel gespielt in den letzten Wochen. Es ist nicht einfach“, meinte der Stürmer. Ingolitsch sieht die Probleme allerdings weniger in der körperlichen als in der mentalen Frische seiner Mannschaft.

Hinzu kommt die angespannte Personalsituation. Mehr als zehn Spieler stehen weiterhin nicht zur Verfügung, darunter die Leistungsträger Ota Kiteishvili, Seedy Jatta und Filip Rózga. Hoffnung macht hingegen Diakité, der in seinen ersten neun Einsätzen bereits acht Treffer erzielte. In keinem Spiel, in dem der Angreifer traf, musste Sturm bislang eine Niederlage hinnehmen.

 

Leistungsdaten: Oumar Diakité
Leistungsdaten: Oumar DiakitéFlashscore

 

Celje beweist Comeback-Qualitäten

Trotz seiner bislang bescheidenen Europa-League-Ausbeute ist der slowenische Meister keineswegs zu unterschätzen. Nach Niederlagen gegen Bayer Leverkusen und Omonia Nikosia holte NK Celje zuletzt beim 2:2 gegen Red Bull Salzburg den ersten Punkt. Dabei machten die Slowenen einen 0:2-Rückstand wett und überzeugten insbesondere in der zweiten Halbzeit.

Auch national zeigte die Formkurve zuletzt nach oben. Seit dem 12. September ist die Mannschaft von Trainer Zoran Zeljković in der slowenischen Liga ungeschlagen. Nach dem 4:0-Sieg gegen Nafta liegt Celje mit 20 Punkten aus 13 Spielen auf dem vierten Tabellenplatz.

Sturm-Kapitän Jon Gorenc Stankovič kennt den Gegner aus seiner Heimat besonders gut. Der 30-Jährige verweist auf das für slowenische Verhältnisse hohe Budget des Klubs, der für Offensivspieler Svit Sešlar mehr als eine Million Euro Ablöse bezahlt haben soll. Celje gehört neben Maribor zu den wenigen Vereinen, die seit der slowenischen Unabhängigkeit im Jahr 1991 durchgehend erstklassig spielen.

 

Die legendäre Gruabn im Stadtbezirk Jakomini.
Die legendäre Gruabn im Stadtbezirk Jakomini.ČTK / imago stock&people / Elmar Gubisch

 

Ein Stück Grazer Geschichte

Das Duell zwischen Graz und Celje hat auch abseits des Rasens eine historische Verbindung. Caspar Andreas von Jacomini, nach dem unter anderem der Grazer Bezirk Jakomini benannt ist, lebte fast zwei Jahrzehnte in Celje und war dort als Postmeister tätig. Erst 1778 zog er nach Graz, wo er die Entwicklung des Viertels, das später seinen Namen erhielt, maßgeblich prägte. Auch die traditionsreiche ehemalige Heimstätte von Sturm, die Gruabn, liegt in Jakomini.

Für die Grazer zählt am Donnerstag vor allem ein sportlicher Erfolg. Ingolitsch hofft, dass seiner Mannschaft die internationale Bühne entgegenkommt. „Jetzt kommen noch zwei Highlight-Spiele mit einer anderen Charakteristik, wo wir uns wieder leichter tun, wenn wir nicht das Spiel machen müssen“, so der Sturm-Trainer.

Das Europa-League-Duell zwischen Sturm Graz und NK Celje wird am Donnerstag, dem 5. November, um 21 Uhr in Graz-Liebenau angepfiffen. ServusTV überträgt die Begegnung live.

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