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ADMIRAL Bundesliga: Die Tops und Flops der 11. Runde

ADMIRAL Bundesliga: Die Tops und Flops der 11. Runde
ADMIRAL Bundesliga: Die Tops und Flops der 11. RundeČTK / imago sportfotodienst / Fröhlich Pascal

Ein Derby ohne Gnade, ein Foul mit bitteren Folgen und ein Schiedsrichter-Ärger, der diesmal sogar zugunsten des Verlierers ausging – die 11. Runde hatte es wieder in sich.

Rapid machte in Favoriten einfach das, was man von einem Spitzenreiter erwartet, Salzburg hielt mit einem Torfestival den Anschluss, und der LASK durfte sich nach zuletzt zittrigen Wochen endlich wieder über einen Sieg ohne Nachspielzeit-Drama freuen. Die unschönste Geschichte der Runde schrieb aber einmal mehr der GAK – zum zweiten Mal binnen drei Wochen musste ein Gegenspieler nach einem harten Einstieg mit einer schweren Verletzung vom Platz.

 

TOP – Rapid gewinnt das Derby auch mit schwächerer Leistung – und ist für die Austria zur Abwechslung kein Lebensretter

Lange sah es nach einer Überraschung aus: Die Austria war bis zur Pause die bessere Mannschaft, Nemanja Markovic schoss sogar an die Latte und Rapid tat sich im eigenen Spielaufbau merklich schwer. Doch wie schon so oft in dieser Saison reichte am Ende die Qualität in den entscheidenden Momenten: Yusuf Demir verwandelte einen Foulelfmeter nach einem Dragovic-Foul an Ercan Kara zum 1:0 (60.), ehe ein Eckball kurz vor Schluss noch für die endgültige Entscheidung sorgte – Austria-Keeper Samuel Sahin-Radlinger wollte eigentlich nur abwehren, der Ball landete aber über den Umweg Lee Tae-Seoks Bein im eigenen Tor (82.). Anders als zuletzt öfter zu beobachten, gab es für die Austria danach kein Aufbäumen mehr – diesmal fungierte Rapid nicht als Defibrilator für den Krisenklub, sondern einfach als Mannschaft, die eiskalt zuschlug und den Vorsprung nach Hause brachte.

 

 

„Vor unserem ersten Tor waren wir nicht gut genug am Ball und mussten zu viel verteidigen", gab Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup unumwunden zu, lobte aber die Reaktion seiner Mannschaft: „Nach dem 1:0 hatten wir wieder einen viel besseren Rhythmus." Jannes Horn brachte es auf den Punkt: „Ein gutes Team zeichnet aus, dass es auch solche Spiele gewinnt." Niklas Hedl blieb trotz des zehnten Sieges aus elf Runden auf dem Boden: „Jetzt auf die Tabelle zu schauen ist nicht so sinnvoll. Wir schauen von Spiel zu Spiel." Es war bereits Rapids achter Pflichtspielsieg in Serie, drei Punkte Vorsprung auf Salzburg bleiben - und 23 (!) Punkte Vorsprung auf den Stadtrivalen.

 

 

FLOP – Der GAK kassiert die nächste Klatsche und bekommt den Ruf einer Tretertruppe

Ein 0:4 gegen Hartberg wäre für sich genommen schon ärgerlich genug gewesen – die eigentliche Geschichte der Partie schrieb aber ein Foul in der ersten Minute. GAK-Verteidiger Alexander Hofleitner traf Hartberg-Kapitän Paul Komposch, der erst kürzlich von einem Kreuzbandriss zurückgekehrt war, mit einem überharten, zu späten Einstieg am Fuß – ohne dass der Schiedsrichter auch nur Gelb zeigte. Komposch musste nach wenigen Minuten mit einem Bruch ausgewechselt werden (7.), ehe Hartberg sportlich souverän Marco Hoffmann mit einem Doppelpack (12., 25.), Nikolaus Feldhofer (63.) und einem Eigentor von Donovan Pines (66.) zum klaren 4:0 trafen.

 

 

Trainer Markus Schopp war nach der Partie außer sich – nicht wegen des Sieges, sondern wegen der fehlenden Konsequenz: „Wir hatten zuletzt einen schweren Zwischenfall von einer Mannschaft, die sehr intensiv versucht zu spielen", zog er den Vergleich zur Horror-Verletzung von Sturms Goalie Daniil Khudyakov im Grazer Derby vor zwei Wochen und fragte sich, warum der Spieler nach seinem Einstieg überhaupt auf dem Platz bleiben durfte. Für seine lautstarken Proteste sah er selbst noch Gelb. GAK-Trainer Gerald Scheiblehner wehrte sich gegen den Vorwurf der Absicht: „Es ist keine Vorgabe, dass wir Spieler verletzen, sondern aggressiv gegen den Ball sind" – die Verletzung tue ihm leid, mehr wollte er dazu nicht sagen.

 

TOP – Salzburg bleibt Rapid dank Torfestival gegen Lustenau an den Fersen

Während anderswo gezittert wurde, hatte Red Bull Salzburg gegen Austria Lustenau nie wirklich ein Problem: Yorbe Vertessen (12.), Frans Krätzig (27.) und Tim Drexler (35.) sorgten schon zur Pause für klare Verhältnisse, nach der Pause legten ein Eigentor von Robin Voisine (68.) und Abubakr Barry (82.) nach – Albin Gashis Treffer in der Nachspielzeit (90+1.) war da nur noch Kosmetik. Trainer Danny Röhl nahm sich dabei sogar fünf Wechsel gegenüber dem 3:1 bei LASK heraus, ohne dass der Sieg je gefährdet gewirkt hätte. Mit dem 5:1 übernahm Salzburg zwischenzeitlich sogar Platz eins, nach Rapids Derby-Erfolg bleiben am Ende drei Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter.

 

 

FLOP – Sturm lässt beim WAC schon wieder Punkte liegen

Eigentlich hätte der WAC nach zuletzt sechs sieglosen Pflichtspielen in Serie endlich wieder jubeln sollen – und war dem auch ziemlich nahe. Donis Avdijaj brachte die Wolfsberger nach einer Fitz-Ecke noch vor der Pause in Führung (45.), und Sturm tat sich schwer: Ein Tor von Oumar Diakite wurde nach VAR-Check wegen eines Weinhandl-Fouls zurückgenommen (28.), ein eigener Elfmeter-Appell abgelehnt, auch ein Kopfball von Simon Piesinger wurde wegen eines Fouls von Jon Gorenc Stankovic nicht gegeben (41.). Dann aber, tief in der Nachspielzeit, verwandelte ausgerechnet Diakite doch noch einen Elfmeter zum 1:1 (90+5.) – nachdem der Ball Cheick Diabate aus kürzester Distanz an den Arm gesprungen war.

 

 

Für ordentlichen Nachhall sorgte die Entscheidung bei WAC-Trainer Manfred Schmid, der in seinem dritten Spiel seit seinem Comeback um den ersten Sieg geprellt wurde: „Das ist ja lächerlich!" Er könne nicht verstehen, wie aus so kurzer Distanz ein Elfmeter werden könne – „Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass das niemals ein Elfmeter ist." Trotzdem zeigte er sich stolz auf seine Mannschaft, „auch wenn wir das zweite Tor hätten machen müssen." 

 

TOP – LASK und WSG liefern sich einen knappen Fight – der LASK kann endlich wieder voll anschreiben

Nach den Nervenschlachten der letzten Wochen – zuletzt die Verlängerung im Cup gegen Ried – tat dem LASK ein Sieg ohne das ganz große Zittern bis zur letzten Minute richtig gut, auch wenn es zunächst wieder eng wurde. Ein Patzer von Lukas Jungwirth bescherte Moritz Wels die frühe Führung für die WSG Tirol (16.), doch Alessandro Schöpf glich mit einer starken Einzelaktion aus (23.). Nach der Pause machte Robert Ljubicic nach einem schnellen Konter von Samuel Adeniran den Sack zu (48.) – diesmal ohne weiteres Zittern bis zum Schlusspfiff.

 

 

„Nach dem 0:1 war ich nicht beunruhigt, Schöpfi hat es in einer Einzelaktion sehr gut gemacht", zeigte sich LASK-Trainer Dietmar Kühbauer gelassen, das 2:1 sei dann „schon die Entscheidung" gewesen. Ganz ohne Glanz lief es trotzdem nicht ab: „Das war ein Arbeitssieg, den gibt es genauso im Fußball wie ein Spektakel." WSG-Coach Philipp Semlic sah die Sache selbstkritisch: „Wir haben beim 1:2 nicht sauber verteidigt." Für den LASK ist es nach Wochen voller Krimis endlich wieder ein Dreier, der ohne Umwege über die Nachspielzeit zustande kam.

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