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Langfristige Wirbelsäulenschäden? Verstappen warnt vor holpriger Strecke in Austin

Max Verstappen vor dem Grand Prix der Vereinigten Staaten in Texas
Max Verstappen vor dem Grand Prix der Vereinigten Staaten in TexasBradley Collyer / PA Images / Profimedia

Max Verstappen befürchtet, dass die extrem unebene Fahrbahn auf dem Circuit of the Americas in Austin vollends außer Kontrolle gerät – mit potenziell dauerhaften Folgen für die Gesundheit der Fahrer.

Bereits nach seinem Sieg beim Grand Prix von Singapur erlaubte sich der Red-Bull-Pilot einen Scherz über den bevorstehenden Lauf in Texas. Gegenüber Journalisten meinte er schmunzelnd, er müsse für das Rennen in Austin wohl "eine neue Wirbelsäule bestellen" und "wie Robocop werden". 

Nach seiner Ankunft in den USA stellte der Niederländer jedoch klar, wie ernst die Lage tatsächlich ist: "Natürlich habe ich beim letzten Rennen darüber gescherzt. Aber ehrlich gesagt ist das eigentlich kein Witz. Wir sagen schon seit Jahren, dass die Situation langsam außer Kontrolle gerät."

Verstappen: Nicht "auf die leichte Schulter nehmen"

Der 29-Jährige rechnete vor, welchen Kräften die Piloten ausgesetzt sind: So habe er im vergangenen Jahr in einigen Kurven Querbeschleunigungen von 5 bis 6 G aushalten müssen – gepaart mit vertikalen Belastungen von mehr als 9 G auf die Wirbelsäule. "Je älter man wird, desto mehr denkt man über so etwas nach", räumte Verstappen ein.

"Das ist nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Bei den aktuellen Autos setzt man vor allem in den Bremszonen extrem hart auf – und genau dort ist es hier an vielen Stellen extrem holprig."

Auch persönliche Untersuchungen geben ihm zu denken: "Nach den Check-ups, die ich an meiner Wirbelsäule habe durchführen lassen, sieht es im unteren Bereich nicht besonders gut aus. Mir ist klar, dass eine gewisse Belastung zum Motorsport gehört. Aber die Autos der letzten Jahre haben zusätzliche Schäden verursacht. Wenn wir das einfach so hinnehmen und weiterhin auf solchen Kursen fahren, werden die gesundheitlichen Folgen noch viel schwerer wiegen."

Dabei schätzt Verstappen den Kurs in Texas sportlich sehr. Er lobte das Streckenlayout als eines der besten im Rennkalender und hob auch die attraktive Lage nahe der Stadt hervor. Dennoch seien die massiven Bodenwellen inakzeptabel und müssten dringend beseitigt werden, was allerdings aufwendige und kostspielige Erdarbeiten erfordern würde.

Russell schließt sich Kritik an

Unterstützung erhält der Niederländer von Fahrerkollegen wie Lando Norris. Der McLaren-Pilot bestätigte, dass auch er unter den Bedingungen leide: "Es ist wirklich schlimm. Es gibt viele Abschnitte, vor denen ich Schmerzmittel nehmen muss, schlicht weil es so extrem holpert. Man schlägt durch die Bodenwellen ziemlich hart mit dem Kopf gegen die Kopfstütze. Angenehm ist das keineswegs, aber wir als Fahrer können derzeit wenig dagegen tun."

Mercedes-Pilot George Russell sieht die Ursache vor allem im aktuellen Reglement: "Wir fahren keine IndyCars oder F2-Boliden mit relativ großer Fahrzeughöhe. Unsere Bodenfreiheit liegt am Ende der Geraden bei gerade einmal 10 Millimetern – also einem einzigen Zentimeter. Dadurch spürt man jede noch so kleine Unebenheit direkt."

Zudem verschärfe der Wechsel auf 18-Zoll-Reifen das Problem: "Der Reifenumfang ist zwar gleich geblieben, die Felgen sind jedoch deutlich größer. Dadurch ist die Eigendämpfung der Reifenwand, die früher wie ein Dämpfer gewirkt hat, fast vollständig weggefallen."

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