Minnesota Wild 5:2 Dallas Stars
Was für eine Nacht im "State of Hockey"! Nach fast einem Jahrzehnt des Wartens und Hoffens haben die Minnesota Wild endlich den Fluch der ersten Runde besiegt. Mit einem leidenschaftlichen 5:2-Sieg im sechsten Spiel gegen die Dallas Stars im Grand Casino Arena machten sie den Sack zu und stehen erstmals seit 2015 wieder in der zweiten Runde der Western Conference. Damals hieß der Gegner St. Louis – heute ist es purer Jubel in St. Paul, während die Stars, die in den letzten drei Jahren Stammgast im Western Conference Final waren, vorzeitig die Koffer packen müssen.
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Der Mann des Abends war zweifellos Quinn Hughes. Der Verteidiger wählte genau den richtigen Moment für seine ersten Playoff-Treffer und avancierte mit zwei Toren und einer Vorlage zum absoluten Matchwinner. Schon im ersten Drittel setzte er ein Ausrufezeichen, als er nach einem Doppelpass mit Marcus Foligno durch den Slot tanzte und den Puck zielsicher in den Winkel jagte. Doch sein wichtigster Streich folgte im Schlussabschnitt: Sein Handgelenkschuss wurde von einem gegnerischen Schlittschuh unhaltbar abgefälscht und markierte das erlösende 3:2, das den Weg zum Sieg ebnete.
Dabei sah es zwischenzeitlich so aus, als könnten die Stars die Serie noch einmal nach Dallas zurückholen. Im zweiten Drittel drehten Wyatt Johnston in Überzahl und Mavrik Bourque mit einem kuriosen Treffer nach einem Abpraller von der Bande das Spiel zugunsten der Gäste. Doch die Führung währte nicht lange: Nur 54 Sekunden nach dem Rückstand war es erneut Hughes, der den Ausgleich einleitete. Sein Schuss zwang Dallas-Goalie Jake Oettinger aus der Position, sodass der heranstürmende Vladimir Tarasenko den Abpraller artistisch per Rückhand zum 2:2-Ausgleich im Netz unterbrachte.
In den Schlussminuten wurde es dann zur Matt-Boldy-Show – wenn auch mit tatkräftiger Schützenhilfe der Stars, die alles auf eine Karte setzten und ihren Torwart vom Eis nahmen. Boldy nutzte die gähnende Leere im Kasten der Gäste gleich doppelt aus und schraubte das Ergebnis mit zwei Empty-Nettern auf 5:2 hoch. In der Runde der letzten Acht bekommt es Minnesota nun mit den topgesetzten Colorado Avalanche zu tun, die sich gegen die Los Angeles Kings mit 4:0 durchgesetzt hatten.
Anaheim Ducks 5:2 Edmonton Oilers
Es ist das Ende einer verkorksten Saison: Die Anaheim Ducks haben das Unmögliche wahrgemacht und die Edmonton Oilers um das Superstar-Duo Connor McDavid und Leon Draisaitl aus den Playoffs geworfen. In einem hochemotionalen sechsten Spiel der Erstrundenserie setzten sich die Ducks mit 5:2 durch und besiegelten damit das bittere Aus für den zweifachen Western-Conference-Champion. Während in Anaheim die Fans Kopf standen, herrschte auf der Gegenseite fassungsloses Schweigen über das frühe Scheitern des einstigen Titelfavoriten.
Angeführt wurde der furiose Sturmlauf der Ducks von einem glänzend aufgelegten Trio: Leo Carlsson, Troy Terry und Chris Kreider steuerten jeweils ein Tor und zwei Assists bei. Sie waren die Motoren eines Angriffsspiels, das die Abwehr der Oilers immer wieder vor unlösbare Aufgaben stellte. Besonders beeindruckend war dabei die Effizienz, mit der Anaheim seine Chancen nutzte und den Druck auf den Gegner über die gesamte Spielzeit hochhielt.
Doch nicht nur die Offensive glänzte, auch in der Defensive wuchs ein junger Mann über sich hinaus. Torhüter Lukas Dostal bot mit 25 Paraden eine überragende Leistung und hielt den Sieg in den kritischen Phasen fest. Unterstützt wurde er von Cutter Gauthier, der ein Tor und eine Vorlage beisteuerte, sowie Ryan Poehling, der den Torreigen mit dem Führungstreffer eröffnet hatte. Für die Ducks ist es der erste Seriensieg in den Playoffs seit 2017 – ein Meilenstein für die junge Truppe.
Für die Edmonton Oilers endet damit eine Saison zum Vergessen. Nachdem das Team bereits die schlechteste reguläre Saison seit 2021 gespielt hatte, folgte nun das erste Erstrunden-Aus seit jenem Jahr. Trotz der Tore von Connor Murphy (auf Vorarbeit von DEB-Youngster Joshua Samanski) und Vasily Podkolzin (nach Assist von Draisaitl) fehlte es der Mannschaft an der nötigen Tiefe und defensiven Stabilität. Während Anaheim nun gespannt auf den Sieger der Serie zwischen den Vegas Golden Knights und dem Utah Mammoth wartet, beginnt in Edmonton eine Phase der harten Selbstreflexion.
