Kurz vor French Open: Djokovic kämpft mit "neuer Realität"

Novak Djokovic war die Enttäuschung anzusehen
Novak Djokovic war die Enttäuschung anzusehenREUTERS/Ciro De Luca

Das italienische Publikum erhob sich und applaudierte anerkennend, Novak Djokovic lächelte berührt und formte ein Herz: Die Szenerie nach der Auftaktniederlage des Weltranglistenvierten beim Tennis-Masters in Rom stand in krassem Widerspruch zum Ergebnis. Doch sie konnte nicht über den Stimmungsdämpfer hinwegtäuschen, den Djokovic beim 6:2, 2:6, 4:6 gegen den aufstrebenden Kroaten Dino Prizmic kassiert hatte. Drei Wochen vor den French Open ist der 24-malige Grand-Slam-Sieger weit von seiner Top-Form entfernt.

Ob in Roland Garros wieder der alte, alles überragende "Nole" zu sehen sein wird, wurde der Serbe gefragt. "Ich hoffe es", antwortete er: "Mal sehen, was passiert".

Zum Match-Center: Dino Prizmic vs. Novak Djokovic

Bei seinem ersten Auftritt seit knapp zwei Monaten zeigte Djokovic zunächst einen starken Auftritt. Trotz Schulterbandage dominierte er den ersten Satz, wirkte mit fortschreitender Spieldauer aber zunehmend limitiert.

Statistiken: Prizmic vs. Djokovic
Statistiken: Prizmic vs. DjokovicFlashscore

"Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich in den letzten Jahren der Vorbereitung jemals ohne körperliche Probleme in ein Turnier gegangen bin", führte Djokovic aus: "Es ist immer irgendetwas, das ist eine Art neue Realität, mit der ich umgehen muss."

Zuletzt hatte ihn eine Schulterverletzung ausgebremst, sein Comeback in der italienischen Hauptstadt, wo Djokovic sechsmal triumphiert hatte, lief "okay, es war am Ende ein guter Kampf, aber offensichtlich sehe ich, was mir fehlt. Ich bin einen halben Schritt zu spät. Ich bin definitiv nicht da, wo ich sein möchte, um auf höchstem Niveau zu konkurrieren", sagte er.

Prizmic feiert Sieg über "Idol"

Der 20-jährige Prizmic war dagegen überglücklich. Nach seinem Erfolg über den Weltranglistensechsten Ben Shelton in Madrid feierte Prizmic den bislang größten Sieg seiner Karriere. "Er ist mein Idol. Es war heute definitiv ein großartiges Match von mir. Ich habe unglaublich gespielt", sagte Prizmic. Er trifft nun auf den Franzosen Ugo Humbert und darf weiter von seinem ersten Einzug ins Achtelfinale eines Masters-Turniers träumen.